Erlebnis Betriebspraktikum: Von den Erwartungen zur Realität

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Die Realschüler haben während ihres Betriebspraktikums erste Eindrücke in das Berufsleben bekommen. Mit ihren Leistungen in den Unternehmen ist Lehrer Ralf Reininghaus zufrieden.

Halver -  Auch wenn manche Erwartungen nicht ganz erfüllt werden konnten, gab es für die 66 Halveraner Realschüler, die in der vergangenen Woche ihre Betriebspraktika abgeschlossen haben, in den Unternehmen und Institutionen doch einiges zu lernen. Und wenn es die Erkenntnis ist, dass der angestrebte Beruf dann doch nicht die Traumbeschäftigung darstellt.

Die 16-jährige Aida Mossavie startete bereits mit Vorbehalten in ihr Praktikum in einem Halveraner Kindergarten. „Von vornherein wusste ich, dass es nicht mein Traumberuf ist. Aber es war noch anstrengender als ich gedacht hatte“, berichtet die Realschülerin. „Besonders die kleinen Kinder unter drei Jahren, von denen sich viele noch nicht richtig verständlich machen können, sind sehr herausfordernd“, sagt Mossavie. „Manchmal weinen sie und es ist sehr schwierig, sie zu beruhigen, ohne dass man eigentlich richtig weiß, was sie haben“, so die 16-Jährige. Eine Alternative zu ihrem bisherigen Berufsziel – einer höheren Beamtenlaufbahn im Polizei- oder Zolldienst – sieht sie im Beruf der Erzieherin nicht.

Tim Schneider zieht ein anderes Fazit seines Praktikums. Der 16-Jährige wolle zwar auch zunächst Abitur machen und studieren, danach könnte er sich aber eine Berufslaufbahn in einer Bank vorstellen. Für sein Betriebspraktikum besuchte er die Schalksmühler Sparkasse. „Ich wurde vor allem an den Service-Schaltern eingesetzt, durfte aber auch Buchungen tätigen und manchmal sogar mit Bargeld hantieren“, sagt Schneider. Selbstverständlich sei ihm dabei stets genau auf die „Finger geschaut“ worden, ergänzt der 16-Jährige.

„Besonders der Kundenkontakt hat mir Spaß gemacht, wenn ich den Besuchern helfen konnte“, erinnert sich der Realschüler. Dass er beinahe 28 000 Euro doppelt umgebucht hätte, verhinderte der prüfende Blick der Kollegen und die Sicherheitsroutinen der Computerprogramme, erzählt Schneider kleinlaut.

Voll erfüllt haben sich die Erwartungen von Sina Taake (Mediengestalterin) und Jan Wiethege (Raumausstatter). Beide könnten sich eine dauerhafte Beschäftigung in ihren Praktikumsbetrieben vorstellen.

Lehrer Ralf Reininghaus lobt sowohl seine Schützlinge als auch die teilnehmenden Unternehmen: „Ich habe selten so viele positive Rückmeldungen bekommen“, sagt Reininghaus. Kein Schüler musste nachträglich umversetzt werden, weil er nicht zurechtkam. Zudem hätte es seitens der Unternehmen gleich zehn Ausbildungsangebote an die Praktikanten gegeben. „Und was ich in den Arbeitszeugnissen gelesen habe, war wirklich top“, so Reininghaus.

Für Schüler, die sich nach ihrem Realschulabschluss bewerben wollten, sei das ein zusätzlicher Bonus, erklärt der Lehrer. Außerdem werde das Praktikumsergebnis mit einer Notiz in das Zeugnis einfließen. - sbt

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