Schäden am Dachbalken der  Nicolai-Kirche

+
Die Nicolai-Kirche darf derzeit nicht betreten werden. In den kommenden Tagen wird das Gotteshaus eingerüstet und die Verschalung abgetragen.

HALVER -  Es dürfte der Albtraum jeder Kirchengemeinde sein: Es ist vier Tage vor Heiligabend und das Gotteshaus muss aufgrund herabfallender Putzstücke von jetzt auf gleich gesperrt werden. „Innerhalb von zwei Stunden mussten wir die Weihnachtsgottesdienste neu regeln – und haben es auch geschafft.

Das war eine super Erfahrung und vor allem nicht selbstverständlich“, erinnert sich Heike Esken, Vorsitzende des Presbyteriums der Evangelischen Kirchengemeinde, an die unkomplizierte Hilfe von Seiten der anderen Gemeinden. Und diese hält nach wie vor an.

Denn wie Esken im Gespräch mit unserer Zeitung weiter erklärt, fanden und finden die Gottesdienste sowohl in der katholischen Christus-König-Kirche als auch in den Räumen der Freien Gemeinde statt. „Die Verantwortlichen haben extra ihre Gottesdienst-Zeiten verlegt, um uns entgegen zu kommen“, zeigte sich Esken begeistert über die Zusammenarbeit – und erinnert an die Herausforderung rund um die Weihnachtstage. So sei man für den Familiengottesdienst beispielsweise in die AFG-Aula ausgewichen. Da dort jedoch nur 350 Leute Platz finden, erwartungsgemäß jedoch 500 die Feierstunde besuchen, hätten sich sowohl Gemeindepädagoge Karsten Drescher als auch die Konfirmanden bereit erklärt, zwei Familiengottesdienste anzubieten. „Während beim ersten etwa 150 Besucher waren, haben wir beim zweiten Gottesdienst Liedzettel als Zählzettel verteilt – und am Ende war’s eine echte Punktlandung.“

Während der Gottesdienst am Sonntag als Allianzgottesdienst noch einmal in der Freien Gemeinde stattfindet, haben die Verantwortlichen für die nächste Zeit eine längerfristige Lösung gefunden: Ab dem 19. Januar werden die Gottesdienste in der Friedhofskapelle an der Elberfelder Straße stattfinden. Dort finden etwa 250 Menschen Platz, „das reicht für die regulären Gottesdienste grundsätzlich aus.“

Ein Ende der Sperrung der Nicolai-Kirche ist zum jetzigen Zeitpunkt nämlich nicht absehbar, erklärt Heike Esken weiter. Wie berichtet, waren zunächst größere Stücke Putz vom Gebäude herabgefallen. Bei einer ersten Bestandsaufnahme, bei der unter anderem die Verschalung abgetragen wurde, seien Schäden an den Balken ausgemacht worden, auf denen das Dach des Gotteshauses aufliegt. Nun soll die komplette Verschalung abgetragen werden, um das tatsächliche Ausmaß der Schäden zu ermitteln. Dafür wird die Kirche in den kommenden Tagen komplett eingerüstet, die Ausschreibung für die Arbeiten sei bereits erfolgt, so die Presbyteriumsvorsitzende weiter. „Dann wird sich zeigen, welche Maßnahmen letztlich erforderlich sind und welche Kosten auf uns zukommen werden. Denn auch der Denkmalschutz muss in diesem Zusammenhang berücksichtigt werden.“ Voraussichtlich Ende Februar soll eine grobe Kostenschätzung vorliegen.

Dass eine Gemeinde solche Ausgaben nicht alleine stemmen kann, darüber sind sich auch die Verantwortlichen der Kirchengemeinde bewusst. Daher soll Ende des Monats die Gemeinde noch einmal über den Stand der Dinge informiert und eventuell ein Spendenkonto zugunsten der Nicolai-Kirche eingerichtet werden. Zudem wolle man sich informieren, welche Fördermöglichkeiten es gibt.

„Es spielt sich alles langsam ein“, hebt Esken noch einmal die gute Zusammenarbeit mit allen Beteiligten hervor. „Das ist ein beispielhaftes Zusammenspiel von Ökumene und Allianz.“

Von Kerstin Zacharias

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare