Halveraner muss wegen „Kabelklaus“ in Haft

HALVER/HAGEN ▪ Weil der Angeklagte über keine legalen Einkünfte verfügte, hatte er Straftaten begangen, um sich dadurch eine Einnahmequelle zu verschaffen – so die Feststellung des Schöffengerichts im Amtsgericht Lüdenscheid.

Dort wurde ein 29-jähriger Mann am 23. November 2010 wegen besonders schweren Diebstahls in drei Fällen, einmal davon blieb es beim Versuch, zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zwei Monaten verurteilt. Am Freitag fand sich der Angeklagte mit der auffälligen Föhnfrisur vor dem Hagener Landgericht wieder.

Sein Ziel: Durch eine eingelegte Berufung wollte er erreichen, dass die Haftstrafe zur Bewährung ausgesetzt wird – am Ende ohne Erfolg. Der Mann, der sich in U-Haft befindet, räumte ein, im Juli vergangenen Jahres über den 1,80 Meter hohen Zaun einer Firma in Halver geklettert zu sein, um dort Kabelschnitte zu klauen. Insgesamt war der Angeklagte mit 30 Kilogramm Kabel geflohen. Später verkaufte er das Diebesgut in Lüdenscheid für 1,20 pro Kilo an einen Unbekannten. In der Woche vor dem 25. Juli verschaffte sich der 29-Jährige erneut Zutritt zu dem Betriebsgelände. Dieses mal hatte er sich tatkräftige Verstärkung mitgenommen. Zu zweit stahlen die Täter 60 Kilo Kabelschnitt, die hinterher abermals „versilbert“ wurden. Am 25. Juli ging das Duo erneut auf Kabelklautour. Allerdings wartete plötzlich eine Überraschung in Form zweier Polizeibeamter auf die Diebe. Noch bevor die in Bettlaken am Zaun bereit gestellten Kabelenden gesichert werden konnten, wurden die Täter verhaftet. Bei dem Angeklagten handelt es sich um kein unbeschriebenes Blatt: Seit 1996 war er immer wieder einschlägig in Erscheinung getreten. Auch zahlreiche Monate Haft hatten den 29-Jährigen nicht von weiteren Straftaten abhalten können, was schließlich auch am Freitag zur Verwerfung seiner Berufung führte. Damit bleibt es nun bei der 14-monatigen Haftstrafe. ▪ jape

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