Halveraner macht „Jagd“ auf Traumschiffe

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Zwei Schiffe der „Celebrity Cruises“-Flotte, die Dietmar Schottke fotografieren konnte: Links „Equinox“, rechts die „Silhouette“, die in der vergangenen Woche die Werft verlassen hat und bis zu 2850 Passagiere aufnimmt. ▪

HALVER ▪ Der Halveraner ist vieles: den Regen gewohnt, dennoch durchaus kirmestauglich und manchmal sogar typisch sauerländisch. Doch eines ist er eigentlich nicht: ein Seebär. Von Frank Zacharias

Gut, dass es Dietmar Schottke gibt. Denn dem 68-Jährigen sind all diese Klischees herzlich egal – er beweist, dass auch, oder gerade, in hunderten Kilometern Entfernung Herzen für die Schifffahrt schlagen können.

Wer den Halveraner erstmals besucht, sieht sofort, dass hier ein Mensch mit einer Leidenschaft für die Fotografie am Werk ist. Überall hängen Fotos. Von Strandkörben, Windmühlen und vor allem: von gigantischen Luxuslinern. Die so genannten Traumschiffe haben es dem Halveraner angetan. Für sie reist er auch schon einmal spontan gen Norden. Nicht etwa, um mit ihnen in See zu stechen. Nein: Dietmar Schottkes Touren gleichen einer Safari. Mit einem Unterschied: Statt Gnus und Zebras nimmt der Halveraner Kreuzfahrtschiffe vor die Linse.

„Wenn ich ein schönes Schiff von einer schönen Position aus fotografieren kann, freue ich mich einfach“, sagt der Rentner, der zwar seit jungen Jahren ein großer Freund der Schifffahrt ist, jedoch erst seit 14 Jahren eigens anreist, wenn ein Luxusliner sich anschickt, fototauglich auszulaufen. Besondere Höhepunkte sind für Dietmar Schottke dabei jene Schiffe, die eben erst die renommierte Meyer-Werft in Papenburg verlassen haben, über die eigens aufgestaute Ems gen Nordsee geschleppt werden und sozusagen „hautnah“ an den Hobbyfotografen entlang fahren. „Ich informiere mich auf der Homepage der Werft, welche Schiffe überführt werden.“ Da sich der Halveraner gerne auch tagesaktuell über den aktuellen Stand der Überführung informiert, ist der Name „Schottke“ in Papenburg längst ein Begriff.

Immer mit dabei ist Ehefrau Renate, die ihren Mann zwar geduldig begleitet. „Aber, ganz klar: Ich bin der Treiber“, räumt Dietmar Schottke ein. So auch in der vergangenen Woche, als er am Donnerstagnachmittag um 14 Uhr den Zeitpunkt einer Schiffs-Überführung erfuhr, seine Gemahlin eine halbe Stunde später von der Arbeit abholte, um 15 Uhr ins ostfriesische Leer aufbrach, dort gegen 18 Uhr ankam. Nach zwei Stunden des geduldigen Wartens kam dann der große Moment: die „Silhouette“, das neueste Schiff der Reederei „Celebrity Cruises“ schob sich auf der Ems an Renate und Dietmar Schottke vorbei, um die Meere der Welt anzusteuern. „Das sind die tollen Momente“, erinnert sich der Halveraner immer noch gerne an jede einzelne Überführung.

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