Halveraner Landwirte ziehen Bilanz

Die Landwirte hatten im Rahmen der Jahreshauptversammlung viel Stoff für Diskussionen und Gespräche. ▪ Finger

HALVER ▪ Diskussionen rund um Milch, Rind, Schwein und die Agrarpolitik standen am Dienstagabend auf der Tagesordnung. Im Rahmen der Jahreshauptversammlung des landwirtschaftlichen Ortsverbandes Halver kamen rund 35 Mitglieder auf dem Hof Maiworm in Engstfeld zusammen.

Vorsitzender Thomas Wiethege moderierte das Treffen. Der Rinderlandwirt konnte auch Bürgermeister Bernd Eicker sowie Dr. Friedrich Wilhelm Lütgemüller von der Landwirtschaftskammer und Günter Buttinghofer vom Kreisverband.

Thomas Apelt erinnerte an die Höhepunkte des vergangenen Jahres: Angefangen bei der Beschwerde über das, aus landwirtschaftlicher Sicht, katastrophale Wetter, über die steigende Preisentwicklung für Agrarprodukte und die positive Resonanz der Teilnahme mehrerer Vertreter aus Halver an der Landesgartenschau in Hemer. „Hoffentlich profilieren sich aktuell nicht wieder viele Personen auf Kosten der Bauern“, ergänzte Apelt zudem zum aktuellen Diskurs über den Dioxin-Skandal. Ergänzt wurde der Vortrag Apelts vom Jahrestätigkeitsbericht, der von Markus Holzrichter vorgetragen wurde. Er erinnerte an Treffen und Ereignisse des vergangenen Jahres.

Auch Wahlen standen an: Heidrin Mesenhöller wurde im Amt bestätigt, während Martin Escha, nach Vorschlag und eindeutiger Wahl, zum Nachfolger von Berthold Johanngieseker als zweiter Kassenprüfer eingeführt wurde.

Dr. Dieter Sinn vom Kreisveterinäramt hielt einen Vortrag und verdeutlichte nochmals die Bedeutung der medizinischen Versorgung auf den Höfen. Vor allem nach ausführlichen Tests der Kälber und Rinder auf „BVD“, ein Rindervirus. „Dies ist allerdings für den Menschen total ungefährlich und keine Bedrohung. Hierbei geht es primär um die Herde und die Wirtschaftsaspekte“, beruhigte Sinn. Die Werte der Höfe im Märkischen Kreis seien absolut in Ordnung und im Landesdurchschnitt. Zudem erklärte er Aspekte zu neuen Stanzohrmarken und den Prozess, wie Blutproben bei den Tieren untersucht werden. Außerdem stellte er sich den Fragen der Vereinsmitglieder, unter anderem zu finanziellen Aspekten, den Verordnungen und Krankheiten und Impfungen.

Weitere Themen, die die Vertreter vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband Günter Buttinghofer und Ludwig Kramer übernahmen, waren das Leitbild-Konzept des Verbandes, Satzungsänderungen und das Qualitätsmanagement im Bereich Rindfleisch und Milch. Das soll bald nach Vorbild anderer Länder gekoppelt möglich sein. Aktuell würden nur knapp 40 Prozent der Höfe dem Qualitätsprinzip nach Norm angehören.

Anschließend wurde ein selbst geschnittener Filmbeitrag von der Landesgartenschau in Hemer gezeigt. Dort war der Verband mit einem selbst gebauten „Landwirtschaftshaus“ aus Holz anwesend, um das Motto „Wir von der Landwirtschaft“ zu präsentieren.

Die Bilanz zum Forstbetrieb fiel ebenfalls optimistisch aus, denn zwar seien aktuell wegen der Wetterlage viele Wälder nicht gut erreichbar, die Holzpreise seien aber aktuell sehr gut. Anschließend hatte Bürgermeister Dr. Bernd Eicker, selbst auch Mitglied des Vereins, das Wort und verkündete die Aussichten für 2011 aus städtischer Sicht. Neben der finanziellen Einschätzung, die nicht sehr positiv ausfiel, stellte er sich den Fragen der Landwirte, die von öffentlichem Interesse seien. ▪ Benjamin Finger

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