Halveraner Jugendliche wohlbehalten zurück

Beim gemeinsamen Essen wurden noch einmal Erfahrungen ausgetauscht.

HALVER ▪ Eine abwechslungsreiche Zeit liegt hinter ihnen – am Sonntagabend sind die Halveraner Jugendlichen, die knapp zwei Wochen im israelischen Pardess-Hanna verbrachten, wohlbehalten in der Heimat gelandet. Dabei hatte der Abreisetag in Israel noch eine (böse) Überraschung parat – doch dazu später.

Ehe es in den Flieger gen Köln ging, wurde den Reiseteilnehmern eine Menge geboten. Am Donnerstagmorgen ging es für die meisten – Andrea Reich selbst blieb mit einer erkrankten Teilnehmerin im Camp – auf Kameltour in die Negev-Wüste. Dass dabei auch Respekt vor den Tieren aufkam, verwundert nicht. „Das Aufsteigen und Aufstehen der Tiere ist schon ein bisschen abenteuerlich“, so „Reiseleiterin“ Andrea Reich. Anschließend packte die Gruppe ihre Taschen und fuhr in Richtung Tel Aviv – anders, als zunächst geplant, doch an Ber Scheva vorbei, da die Route zuvor als ruhig und gefahrlos gemeldet worden war. Dort ging es für den Großteil der Jugendlichen in die Stadt – während Andrea Reich mit der erkrankten Mitreisenden sicherheitshalber ein Krankenhaus aufsuchte. Doch nach Schmerztabletten und Infusionen wurde die junge Frau wieder entlassen.

Am Freitag stand dann ein Auftritt der Tanzgruppe von Hora Aviv Pardess Hanna Karkur auf dem Programm. In zwei Bussen fuhren sie gemeinsam mit den Tänzern in den Kibbuz Maagan Michael, wo in diesem Rahmen besonders auf den deutsch-israelischen Jugendaustausch hingewiesen wurde. Und so richtete auch Andrea Reich einige Worte an die Anwesenden, dankte den Gastfamilien, den Betreuern auf israelischer Seite – und der eigenen Gruppe. „ Die Kids waren echt pflegeleicht. Sie haben zugehört, haben sich nie gescheut, Wünsche zu äußern. Das macht einem die ‘Arbeit’ echt einfach.“ Die Reiseteilnehmer bedankten sich ihrerseits: Sie hatten für die Begleiter jeweils ein Gruppenfoto mit Unterschriften, eine Blume und ein – eigens getextetes – Lied mitgebracht. Andrea Reich indes erhielt, angesichts ihrer Bemühungen, Hebräisch zu lernen, ein Plakat mit Foto und allen Unterschriften sowie deutschen Sätzen mit hebräischer Übersetzung.

„Nach der Show sprachen mich einige Eltern der Gruppe des letzten Jahres an. Der Sohn oder die Tochter hätten total viel von der Zeit in Halver erzählt und sie wollten sich bedanken, dass die Kids in Deutschland so toll bei den Familien aufgenommen wurden“, berichtet Andrea Reich, die den Halveraner Eltern viele Grüße übermitteln soll.

Der vorletzte Tag, der Samstag, stand noch einmal ganz im Zeichen der Gastfamilien. Für Andrea Reich stand noch einmal ein Besuch bei Avi Nissimi und seiner Frau in Oraquiva an. „Ich soll schöne Grüße an die Halveraner bestellen“, so Reich. Nissimi freue sich, dass der Kontakt auch nach vielen Jahren immer noch Bestand habe. „Und er hat sich riesig gefreut, dass wir im Rathauspark neue ‘Freundschaftsbäume’ gepflanzt haben“, erinnert die Halveraner Reiseleiterin an die Aktion, von der auch der Allgemeine Anzeiger berichtet hatte. Der Abend endete mit einem gemeinsamen Restaurantbesuch – „da wurden noch mal ganz viele Fotos gemacht und der eine oder andere auch schon so ein bisschen sentimental, dass die Zeit schon vorbei ist.“

Doch es sollte auch noch einmal richtig spannend werden. Denn am Abreisetag hieß es, dass einer der Jugendlichen seinen Reisepass in der Jugendherberge in Jersualem vergessen hat. „Es war 8.30 Uhr und um 14.35 Uhr ging unser Flug. Da war meine Entspannung dahin“, erinnert sich Andrea Reich. Umgehend musste die Jugendherberge angerufen werden – mit der Bitte, den Reisepass zu suchen. Ehe der erlösende Anruf kam und das Dokument per Taxi zum Abflughafen in Tel Aviv geschickt wurde, ging es hoch her: „Wir haben erstmal bei der Botschaft angerufen“, so Reich, die in der Zwischenzeit auch die Rufbereitschaft der Halveraner Stadtverwaltung aus dem Bett werfen musste – „denn wir hätten ja eine Passermächtigung gebraucht, damit die Botschaft einen ausstellen darf.“ So weit musste es dann aber doch nicht kommen. Kurz nach der Ankunft am Flughafen kam auch das Taxi mit dem begehrten Reisepass. Doch dann hieß es warten: „Von uns 20 mussten noch Sechs die Koffer aufmachen, weil irgendwas ‘Verdächtiges’ auf dem Röntgenbild erschien. Bei Vanessa war eine Glamour-Zeitschrift, bei Lisa Wüstensand und bei mir ein Glas Honig.“ Um 18.30 Uhr landete der Flieger mit den Halveranern pünktlich in Köln. „Es war eine tolle Reise“, blickt Andrea Reich glücklich auf die vergangenen Wochen zurück. „Und wir freuen uns jetzt schon alle auf den Gegenbesuch im Sommer 2012.“

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