Königlicher Coiffeur

Jan Wagner kümmert sich um königliches Haar

Nach der königlichen Begegnung kümmert sich Jan Wagner wieder im Salon Benno Ackerschott um die Haare der Halveranerinnen – wie schon seit elf Jahren. - Foto: Goor-Schotten

HALVER/DRESDEN - Nicht berühren und nicht zum Tanzen auffordern - strenge Vorgaben gab es in der vergangenen Woche in Dresden beim Besuch von Königin Silvia, die als Ehrengast den 9. Semperopernball beehrte. Nun, getanzt hat Jan Wagner nicht mit der schwedischen Majestät. Aber er ist ihr sehr nah gekommen.

Der Friseur aus dem Salon Benno Ackerschott in Halver durfte sich um die königlichen Locken kümmern - ganz privat, in der stilvollen Hotelsuite im Taschenbergpalais. Dort stand er um kurz vor 16 Uhr „wie ein kleiner Junge vor der Mathearbeit“ und wartete: „Ich war am Anfang doch ein bisschen aufgeregt“, erinnert er sich. „Es war eine beeindruckende Begegnung. Königin Silvia hat nicht so sehr viel geredet, aber sie ist sehr nett.“

Mit einem kleinen Scherz lotete Jan Wagner die Stimmung aus. Ein leichtes Schmunzeln war die Antwort. Verständnisprobleme gab es keine - schließlich kommt die Königin aus Deutschland.

Erst am Morgen hatte der Halveraner erfahren, dass er ausgewählt worden war, sich haarmäßig um die Hauptattraktion des glanzvollen gesellschaftlichen Ereignisses zu kümmern. Sein Aufenthalt in Dresden war allerdings kein Zufall. Wie in den Jahren zuvor war der mehrfach ausgezeichnete Friseur auf der Berliner Fashion Week für Designer Michael Michalsky aktiv. Dort wurde er in das Team des Semperopernballs eingeladen, in dem sich rund 70 Friseure aus ganz Deutschland um das Styling der prominenten Gäste und der 80 Debütantenpaare kümmerten.

Ein harter Job. Um 6 Uhr ging für Jan Wagner der Flieger ab Köln. Kaum in Dresden angekommen wurden Kämme und Bürsten ausgepackt. „Es war schon cool“, meint er trotzdem: „Einfach eine andere Welt.“ Zahlreiche Promis kamen durch die Türen des Nobelhotels Taschenbergpalais. Mit Udo Jürgens und CDU-Politiker Heiner Geißler hat er geplaudert, die französische Schauspielerin Catherine Deneuve, Models, bekannte Fernsehleute und Wirtschaftsvertreter waren da.

Und eben Königin Silvia, die zweimal Jan Wagners Händen anvertraut wurde: am Nachmittag vor dem Essen mit dem sächsischen Ministerpräsidenten und dann um 19 Uhr vor dem Ball, auf dem sie mit dem St. Georgs Orden für ihr soziales Engagement ausgezeichnet wurde. „Durchsucht worden bin ich vorher nicht, aber die Leibwächterin und die Baroness waren dabei. Sie gab mir auch Bilder mit dem gewünschten Frisurenstil. Und sie sagte mir, dass ich die Königin mit ‘Majestät’ ansprechen soll“, erzählt der Halveraner.

Dass er just in dem Moment, als Königin Silvia den Raum betrat, den Schokoriegel aus dem mitgebrachten Lunchpaket aß, amüsiert ihn im Nachhinein: „Das war natürlich typisch, aber ich hatte den ganzen Tag kaum etwas gegessen.“ Sylvia nahm es gelassen, reichte ihm die Hand und los ging es.

Klassisch sollte die Frisur werden, offen, später zur lachsfarbenen Robe ein wenig gelockt - keine kreative Herausforderung, gefragt war erstklassiges Handwerk. Gut habe sie anschließend ausgeschaut - alle Beobachter waren begeistert von der eleganten Erscheinung. Ein Erinnerungsfoto hat Jan Wagner nicht, aber ein Andenken gibt es doch: Königin Silvia schenkte ihm ein kleines vergoldetes Schälchen mit dem königlichen Wappen drauf.

„Das ist ein Höhepunkt in meiner Karriere“, ist Jan Wagner noch beeindruckt, als er längst wieder im Salon am Bächterhof steht und erzählt, wie er am Freitagabend mit der Limousine zur Semperoper fuhr. Nach seinem abendlichen Bereitschaftsdienst in der Styling-Lounge konnte er selbst noch ein wenig Ball-Atmosphäre schnuppern. „Es war toll, ein kulturelles Top-Ereignis.“ Dabei ging es für ihn so unspektakulär nun auch nicht weiter. Schließlich flog er von Dresden aus direkt zur bundesweiten Präsentation der neuen Frisurenmode nach Köln. - Hildegard Goor-Schotten

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