Verfall der Nicolai-Kirche für Gemeinde nie eine Alternative

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Der Leiter des Bauausschusses der Evangelischen Kirchengemeinde, Jörg Grigull, erläuterte den Mitglieder der Fraktionen mit Hilfe von Fotos die Schäden am Dach der Nicolai-Kirche.

Halver - Die Rechnung, die Presbyteriumsvorsitzende Heike Esken und Bauausschussvorsitzender Jörg Grigull aufmachten, ist recht simpel: Die Sanierung des Daches der Nicolai-Kirche kostet insgesamt 850 000 Euro und schließt Reparaturen im Turm und alle Baunebenkosten ein.

Esken, Grigull, die Pfarrer Martin Pogorzelski sowie Christoph Dickel, Gemeindepädagoge Carsten Drescher und Architektin Cathrin Brückmann erklärten den Vertretern der politischen Fraktionen, die ins Gemeindehaus eingeladen worden waren, aber nicht nur die Kosten der notwendigen Sanierung. Vielmehr zeigten sie Fotos von den Schäden an der Kirche und gestatteten bei einem Gang in den Turm der Nicolai-Kirche, sich die Schäden aus der Nähe anzusehen.

„Halver ohne Nicolai - einfach unvorstellbar“ lautet das Motto der am Sonntag ins Leben gerufenen Spendenbroschüre „1000 x 500“, und Esken ließ auch keinen Zweifel daran, dass es nie eine Alternative gewesen sei, „die Nicolai-Kirche dem Verfall Preis zu geben“. Im Gegenteil, nachdem in den vergangenen fünf Monaten das Ausmaß der Schäden untersucht worden war, ist mittlerweile mit der Sanierung begonnen worden, haben Zimmerleute mit dem Austausch der maroden Balken begonnen.

Für die Verantwortlichen der Evangelischen Kirchengemeinde lautet daher nur die Frage, wieviel der Kosten fremd finanziert werden müssen. 350 000 Euro bringen die Gemeinde, der Kirchenkreis und die Landeskirche an Eigenmitteln auf, so dass eine halbe Million Euro offen steht. Die hofft man, möglichst durch Spenden zusammen zu bekommen. Denn aus den Töpfen des Denkmalschutzes gibt es nichts, betonte die Vorsitzende des Presbyteriums.

Da sich 500 000 Euro doch sehr gewaltig anhören, hat man für die Spenden-Aktion das Motto „1000 x 500“ gewählt. Soll heißen: Wenn 1000 Bürger jeweils 500 Euro - auf einmal, in unterschiedlichen Raten, et cetera - spenden, würden sie ihren Beitrag zum Erhalt „der Stadtbild prägenden Nicolai-Kirche“ leisten. Natürlich werde man diese Summe, das machte Hugo Kerspe - der zusammen mit Dieter Peuckert zum „Fundraising-Team“ (Spendensammler) gehört - klar, nicht in diesem Jahr zusammen bekommen; das werde Zeit brauchen. Gleichwohl hofft man in der Gemeinde, zu Weihnachten in diesem Jahr wieder Gottesdienste in der Nicolai-Kirche feiern zu können

Mit dem Sammeln von Spenden wird man heute in verstärktem Maße anfangen: Es wird auf dem Handwerker-Frühschoppen einen Stand geben. Dadurch sollte sich der Betrag von 9856,56 Euro, der sozusagen in der Gemeinde in den letzten Wochen zusammengekommen sei, natürlich möglichst schnell weiter erhöhen. Und von den Politikern, so Pfarrer Pogorzelski, erhoffe man sich eine positive Begleitung und Unerstützung. „Wir sind bei Ihnen“, meinte Werner Lemmert auch für die anderen Fraktionen. Gleichzeitig regte er an, ob man nicht was in Sachen „Erbpacht“ für die Grundstücke am Leyer Sonnenschein machen könne. Diesbezüglich konnte ihm der Pfarrer aber keine Hoffnung machen. Es handele sich nicht um Kirchen-, sondern um Pfarrvermögen. Da lasse die Landeskirche nicht mit sich reden. „Das haben wir schon einmal beim Wald versucht!“ - Det Ruthmann

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