„Argumente sind menschenverachtend“

Der Hallenboden an der Mühlenstraße erhitzt weiter die Gemüter. - Archivbild: F. Zacharias

HALVER - Das Thema „Hallenboden“ dominierte die Sitzung des Finanzausschusses am Montagabend - und spaltete das Gremium in zwei Lager.

Auf der einen Seite standen, hauptsächlich, Michael Brosch (SPD) und Dr. Sabine Wallmann (UWG). Sie setzten sich mit ihrem spontanen Antrag durch (wir berichteten gestern). Sechs Politiker stimmten zu, fünf waren dagegen. Demnach soll die Verwaltung bis zum Hauptausschuss am 20. Februar ein Finanzierungskonzept erarbeiten. Und der Boden soll ab Mai ausgetauscht werden. Sie sehen eine erhebliche Einschränkung für den Schul- und Vereinssport. Zudem sei es vor den Ferien günstiger. Der Sozialdemokrat meinte sogar, dass die Stadt menschenverachtende Argumente vorschiebt.

Damit bezog er sich auf Bürgermeister Dr. Bernd Eicker. Der sagte: „Wir kümmern uns gewissenhaft und auch die Unfallkasse hat keine Bedenken für den Betrieb geäußert. Es sind die Lehrer, die einschränken.“ Und laut Gutachten der Arag-Versicherung bestünde keine unmittelbare Notwendigkeit, den Boden zu tauschen.

Kämmerer Tempelmann machte deutlich, dass ein solcher Beschluss die Verhandlungsmöglichkeiten der Stadt erheblich schwächen würde. Wallmann widersprach ihm und meinte, dass schon oft Projekte finanziert wurden, für die eigentlich kein Geld da war. „Ich weiß, dass sie in ihrem Haushalt Luft haben.“ Karl-Friedrich Osenberg (Grüne) bezog dann eine klare Position: „Wir kommen nicht um eine Sanierung herum. Aber man sollte dem nur zustimmen, wenn der Finanzausschuss klar macht, dass sich die nutzenden Vereine deutlich beteiligen. Wir müssen der Verwaltung den Rücken stärken.“ Er fordere eine ebenso klare Linie wie bei den Kunstrasen - der Ausschuss stehe in der Verantwortung. Und so stellte er den Antrag, die Vereine finanziell in die Pflicht zu nehmen. Dem stimmten sechs Mitglieder zu, fünf waren dagegen. Auch Kämmerer Tempelmann und Peter Starke gaben Osenberg Recht. Der CDU-Vertreter sagte, dass er sich keine Pistole auf die Brust setzen lasse. „Wir können nicht alles aus dem Stadtsäckel zahlen.“ Für ihn sei der Antrag von Brosch völlig überflüssig - es gebe schließlich keine neuen Erkenntnisse. Markus Turck (UWG) fand es indes schlimm, dass man sich im Ausschuss derart beharke, statt Perspektiven auszuloten. - Lisa Weber

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