St. Martin: Keine Absicherung durch Polizei

Die Kinder vom Kindergarten „St. Nikolaus“ feierten am Mittwoch das Laternenfest – natürlich inklusive Martinsspiel. -  Foto: Berndt

HALVER -  Dauerregen, Windböen, ein Wetter, dass die Gabe des Heiligen Martins an den Bettler noch bemerkenswerter macht: Wer möchte bei diesen nasskalten Verhältnissen schon auf seinen halben Mantel verzichten?

Allein dieses ungemütliche Wetter macht es den Kindern, die schon seit Wochen ihre Martinslaternen basteln und mit Vorfreude den Umzügen entgegenblicken, nicht gerade leicht. Umstände, für die aber niemand etwas kann. Ärgerlicher ist da schon ein Schreiben des Landesinnenministeriums: Polizisten, die bisher für den sicheren Verlauf der Umzüge gesorgt haben, in dem sie die bunte Schar sicher durch Gefahrenstellen bugsierten oder gleich Straßen sperrten, sollen sich, angesichts knapper Personalstärken, in diesem Jahr in erster Linie um ihre Kernaufgaben kümmern.

Auch in Halver erhielten Leiterinnen von Kindergärten und Kitas auf ihre Bitte um Unterstützung an die Freunde und Helfer Absagen. So auch Ulrike Müller, Leiterin des evangelischen Kindergartens „Pusteblume“: „Für die Laternenumzüge müssen wir Anträge an die Behörden stellen. Die Polizei hat uns in diesem Jahr abgesagt.“ In den vergangenen Jahren hätten aber stets Beamte den Zug der Kinder begleitet. Nun schützen die Ehrenamtlichen der Freiwilligen Feuerwehr Halver die Kinder.

Ebenso wird der Umzug des katholischen Kindergartens Oberbrügge in diesem Jahr durch Feuerwehrleute der örtlichen Feuerwache abgesichert. „Direkt nachdem ich den Zug angemeldet habe, bekam ich einen Anruf des Straßenverkehrsamtes“, berichtet Marianne Lüpke, Leiterin des Kindergartens „St. Georg“. „Eine Begleitung des Zuges durch die Polizei sei nicht mehr möglich.“ In den vergangenen Jahren hatten noch Polizisten die Kinder auf ihrem Weg abgesichert – ebenso wie die Mädchen und Jungen des DRK-juno-Familienzentrums. „Die Organisation des Umzugs ist schon vergleichsweise aufwändig, dafür dass die Veranstaltung relativ schnell zu Ende ist. Aber das erschwert die Lage natürlich jetzt noch einmal“, erklärte Einrichtungsleiterin Petra Gelhart. Damit erfahre der beliebte Umzug, der auch in diesem Jahr wieder am Kreisch startet (Montag, 17 Uhr), erneut eine Änderung. „Ein Pferd können wir schon nicht mehr einsetzen, weil man ja nie weiß, wie es reagiert. Dazu ist das Lagerfeuer wegen des benachbarten Kunstrasenplatzes unmöglich geworden.“

Immerhin ganz ohne Absicherung kam der Laternenumzug des Familienzentrums St. Nikolaus am Mittwoch aus. Nach einem Schauspiel und einem altersgerechten Gottesdienst zogen die Kinder mit ihren Lichtern durch die abgedunkelte Kirche Christus König, ehe sie sich zu Brezeln und heißen Getränken im Hof versammelten. Der Umzug im Inneren des Gotteshauses war allein dem Regenwetter geschuldet. Wie auch in den vergangen Jahren hätte man bei Bedarf auf die Hilfe der Feuerwehr zählen können, erklärte Kindergartenleiterin Petra Dörenbach.

Von Sebastian Berndt und Frank Zacharias

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare