Halveraner Feuerwehr probt den Ernstfall

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Halver - Die einen suchten den Einsatzort, die anderen gleich vier verletzte Personen im Wald: Die Aufgaben bei den während des monatlichen Ausbildungssonntages anberaumten Übungen für die Löschzüge Stadtmitte und Bommert stellten die Wehrleute jeweils vor große Herausforderungen. Brandoberinspektor Holger Kutzehr und Brandmeister Nils Hermann hatten die Übung für die Aktiven der Löschzuge aus Halver vorbereitet.

Die Anfahrt vom Gerätehaus an der Thomasstraße bis zum gemeldeten Einsatzort an der Straße Langenscheid war denkbar kurz. Doch vor Ort war dann keine akute Notlage auszumachen. Die Einsatzkräfte mussten sich weiter in Richtung Industriestraße orientieren – dort entdeckten sie schließlich den aus einer Werkstatt hervorquellenden Rauch. Blitzschnell war die erste Wasserversorgung vom Tanklöschfahrzeug aus aufgebaut.

Ein Angriffstrupp unter Atemschutz machte sich sofort ein Bild von der Lage. Dabei fanden sie im Werkstattraum im dichten Rauch eine hilflose Person, die geborgen und versorgt werden musste. Derweil wurde der Rest der Mannschaft informiert, dass durch einen technischen Defekt alle Hydranten im Bereich der Industriestraße ausgefallen seien. Also ging es mit einem Löschfahrzeug vom Wendehammer aus gut 50 Meter in den Waldweg hinein zu einem Teich: Dort wurde die Tragkraftspritze aufgebaut und eine Schlauchleitung bis zur brennenden Werkstatt gelegt. Damit stand ausreichend Wasser bereit, um den Schwelbrand zu löschen. Mit dem großen Ventilator wurde noch der Rauch aus dem Gebäude geblasen.

Anschließend benötigten viele der Wehrleute selbst jede Menge Wasser, denn die schwüle Hitze hatte die Retter ganz schon aus der Puste gebracht. Löschzugführer Christoph Seibert sowie die Übungsplaner Holger Kutzehr und Nils Hermann führten vor Ort noch eine kurze Lagebesprechung durch. Dann ging es zurück ins Feuerwehrgerätehaus.

 Mit einem Verkehrsunfall hatten es die Blauröcke der Bommerter Wehr gestern zu tun. Die von Detlef und Jörg Enneper vorbereitete Übung führte die Retter auf eine kleine Gemeindestraße bei Gut Voswinkel. Dort war eine Autofahrerin in einer engen Kurve mit einem Radfahrer zusammengestoßen. Dieser wurde samt Rad zwischen dem Auto und einem Baum eingeklemmt. Routiniert gingen die Wehrleute bei der Sicherung und Anhebung des Pkw und der dann möglichen Bergung des Unfallopfers vor. 

Feuerwehr Halver im Übungseinsatz

Doch damit nicht genug: Die geschockte Pkw-Fahrerin gab an, dass sich weitere vier Insassen in ihrem Wagen befunden hätten und diese in Panik in das angrenzende große Waldgebiet gelaufen seien. Über die Kreisleitstelle erfolgte die Alarmierung der Rettungshundestaffel MK. Mit vier Flächenteams und einem Personenspürhund schwärmten die Hundeführer in Begleitung jeweils eines Funkers der Feuerwehr aus, um die Unfallopfer zu finden. „Das ist eine nicht alltägliche Zusammenarbeit für uns“, freute sich Löschzugführer Detlef Enneper. 

Den Kontakt zur Rettungshundestaffel stellte Anja Milk aus Anschlag her, die mit ihrem Hund selbst in der Gruppe aktiv ist. Ihr Mann Mario mischt in der Freiwilligen Feuerwehr mit – da bot sich die Zusammenarbeit einfach mal an. Janina Göx aus Schalksmühle, Einsatzleiterin der Staffel, nutzte mit ihrem Team die Feuerwehrübung, um gleich eine Zertifizierung ihres Teams durchführen zu lassen. Dafür war als Experte Sebastian Fröhlich aus Oldenburg angereist. Er begleitete die Flächensuche und hielt dabei fest, ob sich die Teams mit den Hunden beim Einsatz korrekt und sicher durch das schwierige Gelände bewegten.

 15 Hundehalter mit insgesamt 18 Tieren sind in der Staffel aktiv. Die Gruppe ist dem Bundesverband Rettungshunde angeschlossen. Hundehalter, die sich für das Projekt interessieren, finden weitere Infos unter www.rettungshunde-mk.

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