Herr Derek liebt feuchte Küsschen

Wahre Liebe: Züchterin Barbara Littmann kümmert sich leidenschaftlich gerne um die elf kleinen Welpen. Dorothea (Foto) und ihre Geschwister danken es ihr mit vielen feuchten Küsschen.

HALVER - Herr Derek lässt’s sich schmecken. Schmatzend steht er mit den Pfoten im Futtertopf. Neben Dorothea, Fräulein Dakota und den anderen. Es ist Fütterungszeit. Elf Dalmatiner-Welpen haben Hunger – und das alle paar Stunden. Für Barbara Littmann und ihre Familie bedeutet das Arbeit rund um die Uhr. Aber sie können sich nichts Schöneres vorstellen.

Seit fünf Wochen stellen die gepunkteten Vierbeiner das Leben der Littmanns auf den Kopf. Und werden rundum versorgt: Mit frischem Tartar, Hühnchen, Bananen und Äpfeln. Bald sollen sie auch Erdbeeren serviert bekommen. „Je mehr sie jetzt kennenlernen, desto unkomplizierter fressen sie später“, erklärt Barbara Littmann (56). Außerdem brauchen die Welpen natürlich jede Menge Liebe, Aufmerksamkeit und Pflege. Sie sollen alles kennenlernen, um bestens auf ihr Leben in neuen Familien vorbereitet zu sein.

Dass die Lehrerin einmal leidenschaftlich Dalmatiner züchten wird, dass hätte sie damals sicher nicht gedacht. Doch als der Ehemann der damals 20-jährigen Studentin den Rüden Nero schenkte, war es sofort um sie geschehen. „Ich habe mich direkt in ihn verliebt. Dabei mochte ich früher am liebsten Dackel“, sagt sie und lacht. 15 Jahre habe Nero sie begleitet, ihre vier Kinder „miterzogen“. Dalmatiner seien elegant, sportlich und verschmust – diese Mischung sei einfach großartig. Deshalb leben mittlerweile drei gepunktete Rassehunde bei der Halveraner Familie. Und die sind voll integriert: Barbara Littmann geht sehr herzlich mit ihren Hunden um, verteilt Küsschen und bekommt auch jede Menge davon zurück – feuchter Zungeneinsatz inklusive. Ehemann Jürgen schlief sogar die ersten zwei Wochen nach der Geburt mit im Welpenzimmer, um auf die kleinen Dalmatiner aufzupassen. Am 22. Februar brachte Mama Bessa ihren ersten Wurf zur Welt – fünf Hündinnen und sechs Rüden. Und weil sich die Dalmatiner so ähnlich sehen, trägt jeder ein Halsband in einer anderen Farbe. In den ersten Wochen hießen sie daher noch Fräulein Rosa, Herr Schwarz & Co.. Mittlerweile hat jeder der Rasselbande aber einen richtigen Namen. Und auch schon eine neue Familie: Fast täglich bekommt Barbara Littmann Anrufe aus ganz Deutschland und sogar dem Ausland. Doch nicht jeder bekommt auch einen Welpen: „Ich suche mir die Leute schon sehr genau aus. Mir ist es zum Beispiel wichtig, dass sie den Hund mit in den Urlaub nehmen.“

In fünf Wochen gibt sie die Welpen ab – und das fällt ihr bereits jetzt schwer. „Aber ich organisiere jährlich Dalmatiner-Treffen, wo ich sie wiedersehe. Und ich bekomme öfter Bilder von den neuen Herrchen. Sonst wäre der Abschied wahrscheinlich unerträglich.“ - Lisa-Marie Weber

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