Drachenfeuer trifft Apollo 21 und Kometensinfonie

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Jede Menge Raketen und Böller gehen wieder über die Ladentheken. ▪

HALVER ▪ Sie heißen Drachenfeuer, Kometensinfonie, Air Play, Apollo 21, Feuertopf oder „Night on the beach“. Für viele Menschen gehört ein Silvesterfeuerwerk einfach zum Jahreswechsel dazu. Auch die Halveraner decken sich seit Freitag mit Raketen und Böllern ein.

„Die Jüngeren kaufen eher die großen Böller und Raketen. Ältere nehmen lieber die Pakete, bei denen nach einmaligem Anzünden gleich mehrere Schuss herauskommen“, weiß Karin Hüther vom Baumarkt Lieder. Seit Freitag erfreuten sich die Silvesterknaller großer Beliebtheit. Der Renner seien Großpakete mit verschiedenen Knallkörpern. So verspricht das Paket Stargate „zwölf galaktische Teile“. Einen galaktischen Ansturm habe es jedoch nicht gegeben. Neben den Krachmachern und Höhenfeuern sei nach wie vor das Bleigießen ein Verkaufsschlager. „Immer beliebter werden Wachsfackeln. Die können draußen angebracht werden und sorgen dann für eine schöne Atmosphäre“, erklärt Huther. Für Kinder würde gerne Tischfeuerwerk mit lustigen Motiven gekauft.

Während des Feuerwerksverkaufs müssen die Lieder-Mitarbeiter einige Regeln beachten. So stehen in der Nähe der Verkaufsfläche Feuerlöscher für den Notfall bereit. Zudem gebe es einen Gewichtsrechner der genau angibt, wie viele Raketen auf einem Quadratmeter gelagert werden dürfen. Darüber hinaus werde darauf geachtet, dass gerade die Raketen nicht an Personen unter 18 Jahren abgegeben werden.

Darauf richten auch die Mitarbeiter des Kaufparks in diesen Tagen ihr Hauptaugenmerk. Hilfreich ist dabei ein akustisches Signal, das die Kasse abgibt, sobald eine Ware einer Alterbeschränkung unterliegt. Ein Feuerlöscher steht natürlich auch dort bereit. Ebenso wird das Silvesterfeuerwerk an verschiedenen Stellen aufbewahrt, um den Vorgaben bezüglich der Lagerung zu entsprechen. „Bis jetzt haben wir zwar schon einige Raketen verkauft, einen großen Run hat es aber nicht gegeben“, sagt Filialleiter Olaf Böhl.

Damit die Silvesternacht kein böses Ende nimmt, sollte bei der Verwendung von Feuerwerk auf einige Dinge geachtet werden. „Absolute Grundlage ist, dass man nur das kauft, was in Deutschland zugelassen ist“, erklärt Stefan Czarkowski, Leiter der Feuerwehr Halver. Zudem sei wichtig, die Feuerwerkskörper ausschließlich im Freien zu starten. Ein Balkon sei kein geeigneter Ort, Raketen oder ähnliches zu zünden. So gehe von ausgelegtem Rasenteppich und auf dem Balkon gelagerten Gegenständen eine große Brandgefahr aus, so der Stadtbrandinspektor.

Zum Anzünden der Böller und Raketen sei ein Feuerzeug oder Streichholz am besten geeignet. Aus Erfahrung weiß Stefan Czarkowski, dass viele Menschen gerne zu Wunderkerzen greifen, um die Lunte zu entzünden. Dabei sollte jedoch auf extra lange Wunderkerzen verzichtet werden. Denn: „Die sind unhandlich. Eine unkontrollierte Zündung wäre dadurch möglich.“

Abstand sollte davon genommen werden, aus Spaß Feuerwerkskörper in Container, Abfallbehälter oder Briefkästen zu werfen. Je nachdem, wo sich diese befinden, könne es schnell gefährlich werden. So zum Beispiel, wenn sie in der Nähe von Gebäuden aufgestellt sind.

Meist geht es am Silvesterabend feuchtfröhlich zu. Geht es dann auf Mitternacht zu, steigt auch der Alkoholpegel. Wer Raketen und Böller anzündet, sollte jedoch bei klarem Verstand sein, warnt der Leiter der Feuerwehr. So müsse immer genug Kontrolle da sein, dass zum Beispiel Kinder nicht unbeaufsichtigt mit dem Silvesterfeuerwerk gelassen werden.

Nach dem Knallen kommt das Aufräumen. Dafür sind unter anderem die Mitarbeiter des Baubetriebshofs zuständig. Während sich eine Kehrmaschine des Stadtreinigungs-, Transport und Baubetriebs Lüdenscheid um den Müll auf Halvers Straßen kümmert, befreien die Männer des Baubetriebshofs unter anderem die Bushaltestellen an der Sparkasse und den ZOB von den Überbleibseln der Feiernacht. Angst vor Blindgängern hätten sie dabei nicht. „Bis jetzt ist noch nie etwas passiert“, sagt Hans Jörg Ecks vom Baubetriebshof. Das liege seiner Ansicht nach vor allem daran, dass die Knallerreste zum Zeitpunkt des Einsammelns meist schon so durchnässt seien, dass sie eh nicht mehr zünden. Zudem würden die Mitarbeiter die Raketen nicht mit den Händen, sondern mit Rechen und Schaufeln aufnehmen.

Der zusammengekommene Müll werde in Mischcontainern gesammelt und dann nach Iserlohn in die Verbrennungsanlage geschafft. Plätze, an denen sich besonders viele Reste ansammelten gebe es nicht. „Am Runden Eck gab es im vergangenen Jahr kaum Müll. Im Vorjahr dafür aber umso mehr“, erinnert sich Ecks. Früher hätten die Bürger noch öfter ihre Reste nach dem Knallen selbst entsorgt. Das habe sich inzwischen jedoch geändert. Immer mehr ließen ihren Müll einfach liegen. ▪ Jana Peuckert

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