1. Halveraner Comedy Show: Gelungene Premiere

+
Stand Up-Comedian David Anschütz fand als scharfer Beobachter im Alltag breite Angriffsflächen. Vor allem die Kölner und Berliner hatte er im Visier.

Halver - Zu viert versprühten fernsehbekannte Künstler am Samstag bei der 1. Halveraner Comedy Show ungetrübte Heiterkeit.

Ein sattes, prall gefülltes Drei-Stunden-Programm erlebten die Comedy-Fans in der Aula des Anne-Frank-Gymnasiums (AFG), wo sich die Comedians Heinz Gröning alias „Der unglaubliche Heinz“, der Wahl-Kölner David Anschütz, die gestrenge Carmela De Feo und „Vorleser“ Sascha Thamm die Ehre gaben.

Eigentlich „nur“ der Moderator, mischte „Der unglaubliche Heinz“, dessen rote Schlaghosen in der Tat unglaublich waren, tatkräftig mit, die Bauchmuskeln zu strapazieren, bis sie vor Lachen wehtaten.

en den lustigen, abwechslungsreichen Abend, bei dem die Agentur ComedyToGo Kooperationspartner der Stadt war, mit. In umgekehrter Reihenfolge leistete das Künstler-Quartett der guten Laune mit jeweils zwei Kurzauftritten Vorschub. Die beiden Musiker des Abends – Heinz Gröning (Gitarre) und Carmela de Feo (Akkordeon) – legten zum Abschluss sogar noch eine Schüppe Humor obendrauf, indem sie aus dem Stegreif ein lustiges Mitsing-Lied über Halver dichteten – und darin auf Zuruf der Villa Wippermann, der Herpine als schönstem Freibad der Welt und der Halveraner Kirmes einen Ehrenplatz zusicherten.

Mit einer gehörigen Portion Selbstironie würzte Moderator Heinz Gröning, der sich als Musiker und Wortakrobat zu Wort meldete, seine lustigen Ansagen. Bekannt aus zahlreichen TV-Sendungen („Funkhaus“, „Ottis Schlachthof“ oder „Quatsch Comedy Club“), „verdiente“ er sich mit rollendem R, Lyrik im Eilgalopp und einem witzigem Song über den eigenen Humor seine Lorbeeren. „Angeschwollenem Ärger“ schob „La Signora“ Carmela De Feo, die ihre aufgestaute Energie tanzend, singend, spielend und witzelnd wie ein Vulkan zur Entladung brachte, ihre Fettpölsterchen zu.

Mit obligatorischem Haarhäubchen, gestrengem Knoten und hochgeschlossener Bluse („Dabei bin ich aufgeschlossen“) wies sie ihr lachendes Publikum in kodderschnäuziger Manier in die Schranken. Rein gar nichts entging ihrem gestrengen Blick. Ob „Yoguretten“, die mit Yoga „das eigene Elend aushalten“, oder Grillmeister unter den Zuschauern: Alle bekamen ihr Fett weg von der begnadeten Akkordeonistin, bei der es stramm stehen hieß.

Waren schon ihre pointenreichen Wortergüsse köstlich, setzten die Musik- und Tanznummern – Breakdance eingeschlossen – ihren gefeierten Auftritten stets die Krone auf. Als guter Beobachter entdeckte Stand Up-Comedian David Anschütz im täglichen Leben seine Angriffsflächen. Als gebürtiger Aachener nahm er sich die Kölner und Berliner mit ihren Eigenarten vor. An der Fleischtheke, im Zug oder im Umgang mit Obdachlosen beobachtete er seine Zeitgenossen und fand Gründe zuhauf, Fehlverhalten, Merkwürdigkeiten und Verhaltensauffälligkeiten humorvoll abzustrafen. Zur lustigen Sache der Welt machte zu guter Letzt Sascha Thamm, wohnhaft in Remscheid, das Vorlesen.

Aus seinem Buch „Dynamitfischen in Venedig“ gab der sprachgewandte Poetry Slammer, der bereits dreimal im Finale der Poetry-Slam-NRW-Meisterschaft stand, hoch amüsante Alltagsgeschichten über Kirmeserlebnisse mit Plüschtigern und Paradiesäpfeln, Jugenderinnerung an Bever-Talsperren-Übernachtungen mit offenem Feuer samt Bierdosen und Bihunsuppen-Detonation und Ostseeimpressionen mit Drillingshaken im Fuß zum Besten. Sogar der Wattwurm blieb da nicht bei seinen Leisten, sondern verirrte sich ins Volt – und war entsprechend verwirrt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare