Vernetzungen schaffen und dem Fahrrad Raum geben

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Fahrradparkplatz vor dem Waldfreibad Herpine. Wünschenswert wäre eine verbesserte Anbindung des Freizeit-Areals auch für Zweiräder. Ein Weg entlang der Bahntrasse konnte bislang nicht umgesetzt werden.

Halver - Was genau und wann es passiert, ist offen. Doch dass Handlungsbedarf besteht, steht für Bürgermeister Michael Brosch mit Blick auf Elektromobilität außer Frage. „Wir haben da ein Riesendefizit.“

Was hat sich verändert? 

Der Märkische Kreis und insbesondere Halver hinke einer Entwicklung hinterher, die sich seit etwa zehn Jahren abzeichne: der Möglichkeit, sich auf dem Fahrrad auch in einer früher fahrraduntauglichen Gegend zu bewegen.

Bei etwa der Hälfte der Räder, die in der Stadt Halver bewegt werden, handelt es sich inzwischen um Pedelecs. Während bis dahin die Topografie für Ungeübte das Radeln in der Stadt im Grünen zur Qual machte, sind die Berge mit elektrischer Hilfe inzwischen eingeebnet. Städtebaulich bewegt hat sich in Hinsicht auf den wachsenden Radverkehr allerdings so gut wie nichts. 

Wie schnell kann das umgesetzt werden? 

Es werde ein Projekt auf Jahre, möglicherweise Jahrzehnte sein, bis sich daran etwas ändert, vermutet Brosch. Doch angehen müsse Halver das Problem. Das E-Bike biete die Chance, den Weg zur Arbeit ohne Auto hinter sich zu bringen und berge Freizeit- und touristisches Potenzial. „In dieser Hinsicht stehen wir nicht mehr zeitgemäß da.“ 

Warum ist jetzt die Chance gegeben? 

Der Zeitpunkt, sich neu aufzustellen, sei zurzeit günstig. Bund und Länder seien finanziell so stark ausgestattet wie selten zuvor. Und es gebe die Bereitschaft, aus städtebaulichen und ökologischen Beweggründen das Elektro-Fahrrad nach vorne zu bringen. Es gebe positive Signale seitens des Landesbetriebes Straßen.NRW, und er werde mit den Verantwortlichen bereits in den kommenden Wochen weitere Gespräche suchen, kündigt der Bürgermeister an. 

In welche Richtung könnte angebunden werden? 

In welche Richtung man die Fahrradinfrastruktur zunächst ausbauen werde, sei noch offen. Grundsätzlich denkbar wären Verbindungen in Richtung Wipperfürth, Radevormwald, Breckerfeld und Brügge beziehungsweise Oberbrügge. Der Weg ins Volmetal biete sich an, weil hier als Regionale-Projekt der Volmetal-Radweg bereits konkret in Planung ist. Wipperfürth ist das Ziel zahlreicher Freizeitradler auch aus Halver. Die Nachbarstadt verfügt zudem über einen direkten autofreien Radweg nach Marienheide. Bereits autofrei nutzbar ist der Fuß- und Radweg von Halver bis Anschlag. 

Was gibt es noch für Anknüpfungspunkte? 

Auch aus Richtung Radevormwald sind bereits Fakten geschaffen – allerdings nur von der Seite des Bergischen aus. An der Grenze des Märkischen Kreises endet der Radweg. Radlern bleibt dann nur noch der Seitenstreifen der viel befahrenen B 229. Vorstellbar ist für Brosch eine begleitende Radtrasse, dann aber abseits der Straße und unter Umständen mit Anbindung Richtung Anschlag. Auch Breckerfeld hat bereits einiges an Hausaufgaben erledigt. Dort endet die Trasse im Bereich Wengenberg, wäre aber wohl durchaus erweiterbar. 

Ist die Politik schon gefragt? 

Was man angehen kann, hängt von den Finanzierungsmöglichkeiten ab und insbesondere von der politischen Willensbildung. SPD-Fraktionschef Martin Kastner hatte das Thema bereits in seiner Haushaltsrede aufgegriffen. Eine politische Abstimmung mit den Fraktionen habe jedoch noch nicht stattgefunden, sagt Brosch. 

Gibt es Chancen für die Bahntrasse nach Oberbrügge? 

Abstimmungsbedarf sieht er auch in anderer Hinsicht. Die fahrradfreundlichste Verbindung ins Volmetal, wo auch die Bahnhöfe inzwischen oder demnächst auf E-Bikes ausgelegt sind, ist nach wie vor die Trasse der Schleifkottenbahn. Dass die Gleise nicht zur Verfügung stünden, „akzeptieren wir“, so Brosch. Doch ein begleitender Radweg sei nach wie vor denkbar. 

Was passiert als nächstes?

Folgende Marschroute schlägt Brosch vor: 

  • die weitere Abklärung von Möglichkeiten und Details mit Straßen.NRW 
  • ein Büro zu finden, dass eine Machbarkeitsstudie erstellen würde 
  • bei positiven Signalen von Straßen.NRW die Erarbeitung einer Prioritätenlist im politischen Raum.

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