Doris Berbecker informiert Gäste der Messe „Grüne Woche“

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100 „Agrar Scouts“ waren während der zehn Messetage im Einsatz, um die Besucher über ihren beruflichen Alltag zu informieren und Fragen zu ihrer Arbeit zu beantworten.

Halver - Was passiert eigentlich tagtäglich auf einem Bauernhof? Wie viele Tiere leben dort? Und unter welchen Bedingungen? Die Halveraner Bäuerin Doris Berbecker vom gleichnamigen Hof in Anschlag stand den Besuchern der Messe „Internationale Grüne Woche Berlin“ einen Tag lang Rede und Antwort.

Als sogenannter „Agrar Scout“ informierte sie die Besucher über ihre Arbeit als Milchviehhalterin und beantwortete die Fragen rund um ihren Job. Der Veranstalter hatte zur Veranschaulichung eigens in einer der Messehallen einen Erlebnis-Bauernhof errichtet.

Ein Teil der Halle wurde zu einem Viehstall nach heutigen Standards umfunktioniert – Berbeckers Fach- und Einsatzgebiet: „15 Fleckvieh-Kühe standen in dem Stall. Ich konnte den Besuchern also hautnah zeigen, wie die Melkroboter funktionieren, welches Futter die Tiere fressen und worauf es bei der Milchproduktion ankommt.“ 

Auf der Messe „Internationale Grüne Woche Berlin“ informierte die Halveraner Bäuerin Doris Berbecker (links) die Gäste über ihre tägliche Arbeit.

Ihr sei wichtig gewesen, offensiv auf die Besucher zuzugehen, deren Fragen zu beantworten und sie über ihre Arbeit aufzuklären. Dafür erhielten sie und 99 weitere Agrar-Scouts tags zuvor eigens ein Coaching, inklusive Rollenspiele und Video-Analyse: „Dort wurde uns gezeigt, wie man Menschen richtig anspricht und worauf es bei Mimik und Gestik ankommt. Das war sehr interessant.“ 

Die Scouts seien auch auf kritische Nachfragen, beispielsweise von Tierschützern, vorbereitet worden, erklärt Berbecker. An ihrem Einsatztag (24. Januar) interessierten sich die Besucher jedoch für andere Themen ihres Berufs: Zum Beispiel, welche Technik hinter einem Melkroboter steckt, wie oft die Kühe pro Tag gemolken werden und welches Futter die Tiere fressen.

Vor allem bei Schulklassen habe sie Grundlagen-Wissen vermitteln müssen: „Das war teilweise recht erschreckend. Ich habe erstmal den Unterschied zwischen Heu und Stroh erklärt. Als ich eine Schulklasse fragte, welches Kind denn schonmal auf einem Bauernhof war, meldete sich eines von 25.“

Mangelndes Wissen der Bevölkerung über Landwirtschaft bedeutet für Berbecker eine Gefahr: „Je weniger die Menschen darüber wissen, wie die Produkte, die täglich auf ihrem Teller landen, produziert werden, desto größer ist die Gefahr, dass sie kein Bewusstsein dafür haben, mit welchen Problemen unsere Branche zu kämpfen hat.“

Berbecker möchte die Öffentlichkeit auch in Zukunft über das Thema Landwirtschaft informieren. Erneut als „Agrar Scout“ zu arbeiten, kann sie sich durchaus vorstellen: „So erfahren die Leute am besten, dass wir unsere Arbeit mit Liebe und Verantwortung unseren Tieren gegenüber ausüben.“

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