Fahrbahnerneuerung

Besuch auf der Baustelle: Die B229 ist dicht - und das bringt Probleme mit sich

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Halver - Jetzt ist es soweit. Die B 229 ist zwischen Oeckinghausen und Ostendorf gesperrt. Auf der Baustelle läuft alles nach Plan, aber auch die Vermutungen wurden wahr: Die Umleitung über die Heerstraße in Oberbrügge macht das Dorf so voll wie sonst nie. Wir waren auf der Baustelle und haben die Lage in Oberbrügge überprüft. 

 Montags, 7 Uhr in Halver: In Oeckinghausen wird die B 229 von der Firma Gehrken für die anstehenden Bauarbeiten gesperrt. Die Kommunikation lief alles andere als reibungslos – selbst am Montag standen nun einige überraschte Autofahrer vor den Absperrungen in Ostendorf: Umdrehen war keine Option. Stattdessen fuhren sie an dem rot-weißen Absperrzaun vorbei, wie Andreas Krüger von der Firma Gehrken sagt. „Die ersten Autos haben wir noch durchfahren lassen, so lange die Fräse nicht unterwegs war“, sagt er. Trotzdem ein Ärgernis. 

Zehn Stunden auf der Baustelle an Tag 1

Zehn Stunden arbeiteten die Straßenbauer am Montag. In vier Bahnen, die jeweils 2,10 Meter breit sind, trug die Fräse die obere Schicht der Fahrbahn ab. 15 Lkw sind für die Baustelle im Einsatz und transportieren das Material zunächst ab. In einer langen Schlange reihen sie sich hintereinander auf und warten darauf, befüllt zu werden. Auf einem Beifahrersitz sitzt Ramon, der Sohn von Lkw-Fahrer Daniel Günther. Er hat Herbstferien und findet es richtig spannend, mit seinem Vater gemeinsam zur Baustelle zu fahren. 

Fahrbahnabschnitt hätte Winter nicht standgehalten

Etwas weiter unten auf der Bundesstraße ist es noch ruhig. Die Baustellenfahrzeuge sind zwar in Sichtweite, aber für die Anwohner an der Einfahrt zu Heesfeld und Berge nicht zu hören. Zwölf Jahre ist es her, dass die Fahrbahndecke der Halverstraße (B229) in Halver erneuert wurde. Eine gute Zeit, für die Art Asphalt, sagt Andreas Krüger. Noch einen Winter hätte die Fahrbahn allerdings nicht überstanden. „Durch den Frost wäre sie aufgebrochen“, sagt der Straßenbauer. Auf dem ersten Blick könnte sich so manch einer fragen, warum die Straße erneuert wird. Keine Schlaglöcher, keine großen Risse – anders als bei der Heerstraße in Oberbrügge, die als Umleitung für die Vollsperrung dient. Aber es sei nötig, sagt Krüger. Beim genauen Hinsehen werde das deutlich. 

Anwohner beschweren sich über fehlende Kommunikation

Ein Anwohner, der bereits seit rund 40 Jahren an der Halverstraße wohnt, ist enttäuscht über die Kommunikation. Informationen oder einen Zeitplan habe er nur über den AA erhalten. Dabei werde er spätestens bei der Fahrbahnerneuerung für eine gewisse Zeit nicht wegfahren können. Er hofft jetzt auf eine bessere Kommunikation mit den Arbeitern auf der Baustelle. Er nutzt die Zeit, um seine Bäume zu beschneiden – dafür muss er nämlich die Fahrbahn betreten. Und das ist ohne Verkehr weitaus ungefährlicher.

Viel los in Oberbrügge

Doch wo der Verkehr auf der einen Seite fehlt, häuft er sich auf der anderen. In diesem Falle ist das hauptsächlich die Heerstraße (L892) von Oberbrügge nach Halver. Durch die Straße, die für 7,5-Tonner normalerweise gesperrt ist, wird nun der Verkehr von der Bundesstraße umgeleitet. Viele Anwohner machten sich bereits im Vorfeld Gedanken über das hohe Verkehrsaufkommen. Zudem wurde die L892 Mitte September mit Arbeiten vor allem am Fahrbahnrand vorbereitet und muss nun dem Güterverkehr standhalten. Wolfgang Heedfeld und sein Kollege Robin Stein arbeiten an einem Haus an der Heerstraße. Die Dachdecker haben mit Sonnenaufgang ihre Arbeit begonnen und können bestätigen, dass der Verkehr deutlich zugenommen hat. „Das merkt man schon“, sagt Wolfgang Heedfeld. 

Parken am Straßenrand verboten

In Oberbrügge rollt mehr Verkehr in diesen Tagen. Besonders zu Stoßzeiten stehen die Bürger auf der Fußgängerinsel, bis sie jemand die Straße überqueren lässt oder der Verkehr nachlässt. Aber zumindest fließt der Verkehr. Und das liegt vor allem daran, dass das Parken nur noch in vorgesehen Buchten erlaubt ist – so entsteht kein Stau. Im sozialen Netzwerk Facebook beschwerten sich Anwohner darüber, dass die Geschwindigkeiten nicht eingehalten würden. 

Lkw machen die Strecke gefährlicher

Die Geschwindigkeit von 30 km/h zwischen Oberen und Mittleren Herweg macht jetzt noch mehr Sinn und die Polizei appelliert an die Bürger, sich an die Vorschriften zu halten. Selten hielten sich die Autofahrer dort an die Geschwindigkeit, sagt auch Frederic Maroksky. „In der Kurve im Wald kann einem ein Sattelzug entgegenkommen“, sagt der Polizeibeamte. Vorsicht sei dort geboten. Zwei Wochen dauert die Baustelle an der B 229 noch an. So lange bleiben die Vollsperrung und die Umleitung über die Heerstraße.

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