Halver zeigt Herz für Bäume

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Halver - Halver zeigt weiter Herz für Bäume. Im aktuellen Fall profitiert davon ein rund 35 Zentimeter dicker städtischer Ahorn an der Von-Vincke-Straße 20, für den der benachbarte Hausbesitzer einen Antrag auf Fällung gestellt hatte.

Der Baum, Teil einer Reihe von insgesamt drei Ahornen, verdecke die frisch sanierte und mit Stuckelementen hergestellte Fassade, so das zentrale Argument des Eigentümers. Zudem sei er in seinem kleinen Pflanzbeet im Vergleich zu den anderen Exemplaren deutlich zurückgeblieben.

 Mit dieser Begründung konnte der Anwohner allerdings weder bei der Verwaltung noch im Ausschuss für Planung und Umwelt durchdringen. Bei zwei Gegenstimmen und nach ausführlicher Diskussion lehnte der Fachausschuss am Mittwoch den Antrag ab. Lediglich die UWG-Vertreter und Kurt-Dietrich Neuhaus für die CDU sprachen sich für eine Fällung aus. 

Der Baum sei weniger stadtbildprägend als die Fassade, fanden Peter Bell und Paul-Adolf Turck wie auch seitens der Verwaltung Kämmerer Markus Tempelmann, konnten sich aber letztlich nicht durchsetzen. „Das Schlimmste, was man einer Allee antun kann, ist, Bäume herauszusägen“, stellte Ausschussvorsitzende Martina Hesse bündig fest. 

Doch das wohl entscheidende Argument war ein ganz anderes: Politik wie Verwaltung fürchten, mit der Genehmigung einen Präzedenzfall zu schaffen, auf den sich am Ende jeder berufen könnte, der einen Baum als störend empfinde. „Wir verlassen damit unsere stringente Linie“, sagte Sascha Gerhardt (FDP). 

Auch Michael Schmidt, Fachbereichsleiter Bauen und Wohnen, warnte: „Wir verlieren den Maßstab.“ Denn die Abdeckung der Fassade sei allenfalls „ein weiches Kriterium“. In der Vergangenheit hätten schon deutlich problematischere Bäume auf der Tagesordnung gestanden – am Ende aber immer verbunden mit der Entscheidung, sie stehen zu lassen. Einzig Gründe der Verkehrssicherheit, so der bisherige Konsens, könnten Anlass für eine Fällung sein. 

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