Halver: Ein windiger Ort mit viel Potenzial

Dr. Arndt Bohrer, Abteilungsleiter Erzeugungsstrategie und Entwicklung in der Enervie-Gruppe, referierte im Umwelt- und Abfallausschuss unter anderem zum Thema „Windkraft“. ▪ F. Zacharias

HALVER ▪ Keine Kommune im Märkischen Kreis ist grundsätzlich besser für die Nutzung der Windenergie geeignet als Halver. Diese Botschaft überbrachte am Donnerstag Dr. Arndt Bohrer, Abteilungsleiter Erzeugungsstrategie und Entwicklung der Enervie-Gruppe, den Mitgliedern des Umwelt- und Abfallausschusses.

Diese beschäftigten sich am Abend erneut mit der Möglichkeit, vor Ort verstärkt auf erneuerbare Energie zu setzen. Dass ein Experte des heimischen Energieversorgers vor Ort war, sollte sich durchaus lohnen. Denn: Bohrer konnte bereits erste Analysen seines Unternehmens vorstellen, die in Halver und Meinerzhagen das Potenzial von jeweils nicht weniger als 20 (!) Windrädern sehen. Prinzipiell. Zwar habe Enervie auf Daten der Liegenschaftskataster zurückgegriffen, um etwa Abstände zur Wohnbebauung oder sonstige Einschränkungen zu erfassen. „Doch viele Daten zu diesen 20 Flächen konnten letztlich nicht ausreichend abgefragt werden“, räumte Bohrer ein. Noch im Laufe dieses Monats will die Enervie-Gruppe jedoch eine exaktere Analyse für Halver erarbeiten. Damit wäre die Stadt im Grünen eine der ersten Kommunen, die nach Hagen mit detaillierten Daten zur Möglichkeit zum Bau von Windkraftanlagen versorgt werden. „Gerne stellen wir diese Daten dann auch der Verwaltung zur Verfügung“, erklärte Dr. Arndt Bohrer, dessen Besuch nicht zuletzt Folge der Anträge von Grünen und CDU war. Beide Fraktionen hatten, wie berichtet, beantragt, die Nutzung regenerativer Energie in und für die Stadt Halver genauer zu beleuchten.

Teilweise ging der Enervie-Experte dabei auch auf Inhalte der Anträge ein – etwa auf die Forderung der CDU, vor allem auf so genannte vertikale Windanlagen zu setzen. „Sie haben eine viel geringere Leistung und sind zu unwirtschaftlich“, wurde Bohrer deutlich. Zumal neue Windanlagen, so sie denn in Halver errichtet werden, fast ausschließlich in Waldgebieten errichtet werden könnten, um Abstände zur Wohnbebauung einzuhalten. „Doch diese kleinen Windkraftanlagen kommen über die Baumwipfel kaum hinaus“, erklärte der Fachmann.

Grundsätzlich, so Bohrer, plane die Enervie-Gruppe jedoch eher mit dem Zukauf von Windanlagen und -parks in anderen Regionen Deutschlands. 355 Millionen Euro wolle das Unternehmen bis 2020 investieren, um mit Hilfe von Windkraft 240 Megawatt zu produzieren. Das entspräche einem jährlichen Zuwachs von bis zu 25 Megawatt. Möglich sei dies jedoch nur durch modernste Anlagen – die bis zu 190 Meter hoch sind. ▪ Frank Zacharias

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