Jeder Schulabschluss soll möglich bleiben

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Halver – In Halver muss jeder schulische Abschluss möglich sein und bleiben. Wenn es um dieses eiserne Credo geht, steht die Schulpolitik der Stadt fraktionsübergreifend wie eine Eins.

Eigentlich ging es in der Sitzung des Schulausschusses und des Arbeitskreises Schule nur um die Bekanntgabe, dass die Stadt bei der Bezirksregierung Arnsberg vorstellig geworden ist, was die Bildung von Lerngruppen am Anne-Frank-Gymnasium im Schuljahr 2023/2024 angeht. Mit einem Anschreiben hatten sich Bürgermeister Michael Brosch wie auch Paul Meurer direkt an Regierungspräsidenten Hans-Josef Vogel gewandt. 

Doch die Wortbeiträge machten deutlich, welchen Wert man in Halver dem Vorgang beimisst. Man sehe nur wenig Chancen, wie Schüler aus Halver, die von der Humboldtschule in die gymnasiale Oberstufe wechseln wollten, den Weg zum Abitur schaffen sollten, gäbe es keine Auffanglösung für den Übergang. 

Hintergrund des Problems ist, dass mit dem Übergang des Gymnasiums von acht auf neun Jahre Schulzeit praktisch der Jahrgang zehn entfällt. Mit dem Wechsel fällt im genannten Schuljahr die bisherige Einführungs- und darauffolgende Qualifikationsphase weg. Lerngruppen sollten die Einführungsphase ersetzen, so die Überlegung. Eine landesweite Regelung aber ist noch nicht in Kraft. 

Spezielles Halveraner Problem ist, dass Schulen auch in der weiteren Umgebung die zu erwartende Zahl an Schülern kaum aufnehmen könnten. Die Gesamtschulen in Lüdenscheid wie auch in Kierspe waren unverändert zwar im G9-Betrieb, hätten aber Kapazitätsprobleme. Ohne die Lerngruppen bestünden damit auch Probleme für Schülerinnen und Schüler, die aus Breckerfeld, zum Teil aus Lüdenscheid und von der Schalksmühler Primusschule nach Halver kommen, um hier ihr Abitur abzulegen. 

Sollte diese Schüler nach außerhalb abwandern, könne dies dazu führen, dass ihnen auch Geschwisterkinder folgten, so die Befürchtung von Regina Bückmann, schulpolitische Fachfrau der Grünen-Fraktion im Rat, die den Antrag auch auf den Weg gebracht hatte. Aus Sicht Hartmut Wächters (SPD), Vorsitzender des Arbeitskreises Schule, wäre zudem ein frühzeitiges Signal in die Nachbarstädte wichtig, das Halver seine Verpflichtungen ernst nehme um das Angebot des Abiturs im Grenzbereich zum Rheinland auch weiter zu unterbreiten. Im Gegenzug erhofft sich der frühere Schulleiter aus fachlicher Sicht auch einen entsprechenden Zulauf. 60 Schüler plus x wären wichtig, am AFG auch ein entsprechend breites Förderprofil anbieten zu können, so Wächters Rechnung.

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