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Mehr Qualität und Zeit: Stadt im MK verbessert OGS 

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Von: Florian Hesse

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Offener Ganztag an Grundschulen.
Offener Ganztag an Grundschulen. © Ludwig, Carolina

Eltern von fast 300 OGS-Kindern in Halver dürften in den kommenden Tagen Post erhalten. Die Stadt strebt eine deutliche inhaltliche Aufwertung des Offenen Ganztagsbetriebs an der Lindenhofschule und an der Regenbogenschule mit ihren beiden Standorten an. Das Ziel: mehr Personal und mehr Qualifikation in der Betreuung.

Halver - Mit Beschluss des Rats in der vergangenen Woche tritt bereits zum 1. August, also mit Beginn des neuen Schuljahres, eine Satzung in Kraft, die auch die Beiträge der Eltern neu regelt. Sie sind, ebenso wie der gleichbleibende Zuschuss von Stadt und Land, die Grundlage der Finanzierung. Neu gegenüber der alten Fassung ist, dass Bezieher nur geringer Einkommen, die zuvor beitragsfrei waren, künftig je nach Betreuungszeit zwischen 10 und 20 Euro zuzahlen sollen. Im Gegenzug fallen für die Kinder die Kosten für das Mittagessen weg. Für höhere Bruttoeinkommen kostet der Essensbeitrag 3,50 Euro pro Mahlzeit.

Jede Investition in eine qualitativ nachhaltige OGS ist eine Investition in die dort zu betreuenden Kinder und zugleich eine Wertschätzung der in der OGS tätigen Mitarbeiter.

Simon Thienel Erster Beigeordneter der Stadt Halver

Erhofft wird von der Beteiligung auch finanziell schlechter gestellter Eltern „eine höhere Verbindlichkeit und auch Wertschätzung des Angebots“, so die Überlegung des Ersten Beigeordneten, Simon Thienel, der die Vorlage für die Politik verfasste. Bei zwei Enthaltungen stimmte der Rat dem Vorgehen zu. Aufgabe für die Schulverwaltung wird in den kommenden Tagen und Wochen sein, die konkreten Einkommen der Eltern zu ermitteln und die Beiträge in der siebenstufigen Staffel zu ermitteln.

„Jede Investition in eine qualitativ nachhaltige OGS ist eine Investition in die dort zu betreuenden Kinder und zugleich eine Wertschätzung der in der OGS tätigen Mitarbeiter“, stellt Thienel fest. Ziel seien insbesondere:


„Mehr Personal, mehr Stunden, mehr Fachkräfte“ – so fasst Kai Hellmann aus dem Fachbereich Bürgerdienste, zuständig für Schulfragen, die Intention der Stadt zusammen, die sich das Angebot selbst einiges kosten lässt. Etwa 220 000 Euro jährlich schießt Halver zu, in etwa gleicher Höhe beteiligt sich das Land am Betrieb der jeweils eigenständigen OGS an Lindenhof- und Regenbogenschule. Seit 2006 gibt es in Halver diese Form der Betreuung, die wahlweise bis 14, 15 oder 16 Uhr reicht.

Die neuen Elternbeiträge zur OGS in Halver.
Die neuen Elternbeiträge zur OGS in Halver. © Florian Hesse

Ab 2026 wird ein Rechtsanspruch eingeführt, was zunächst bedeutet, dass Eltern von dann zunächst Erstklässlern einen Platz einklagen könnten. Dazu aber soll es nicht kommen. Es sei in der Vergangenheit nahezu durchweg gelungen, für alle Kinder einen Platz anbieten zu können. Dass die Nachfrage 2026 sprungartig ansteigen werde, vermutet Hellmann zu diesem Stichtag nicht. Doch bereits jetzt schickten zwischen 50 bis 60 Prozent der Eltern die Kinder in die OGS. Perspektivisch könnten es auch irgendwann 80 Prozent werden.

Denn die OGS hat sich laut Hellmann aus den ursprünglichen Ansätzen heraus inhaltlich fortentwickelt. War es ursprünglich das Ziel, Müttern und Alleinerziehenden überhaupt eine Berufstätigkeit möglich zu machen, ist der Offene Ganztag ein Platz, soziale Kompetenzen zu erlernen, zur Teilhabe an Angeboten wie Musik oder Sport. Eltern könnten ohne OGS den Eindruck erhalten, die Kinder könnten abgehängt werden, wenn die Freunde ihrer Kinder dort regelmäßig an den Angeboten teilnehmen.

Und ohne OGS – noch einmal mit Blick auf eine Berufstätigkeit -– entstehe nach der Zeit in der Kita ein kaum zu kittender Riss: Konnte das Kind vor dem Schuleintritt bis 16 Uhr im Kindergarten bleiben, wäre es ohne OGS-Platz dann mittags zuhause. „Das kann man nicht einfach zurückbrechen“, überlegt der Schulexperte.

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