Wanderbaustelle auf der Heerstraße ab Montag

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Die Sanierungsarbeiten an der Heerstraße im Bauabschnitt 2 starten am Montag – Vollsperrung inklusive. Carsten Spreemann vom Landesbetrieb Straßen.NRW erläuterte den Anwohnern gestern Details zu den Arbeiten.

Oberbrügge - Nur noch ein Wochenende ist auf der Heerstraße freie Fahrt. Ab Montag gehen die Sanierungsarbeiten zwischen Ehringhausen und Oberbrügge weiter, dann wird die Straße bis voraussichtlich Oktober abschnittsweise zwischen der Einmündung Staklenberg und der Heerstraße 74 komplett gesperrt sein.

Von Friederike Domke

Was für Oberbrügge nach Beendigung der Arbeiten letztendlich eine intakte, befahrbare und anschauliche Straße bedeutet, heißt für die Anwohner aber zunächst einmal Baulärm, Dreck und Sperrungen – zum Teil monatelang, zum Teil auch vor der eigenen Haustür. Grund genug, sich vorab noch einmal umfangreich zu informieren über das, was da ab Montag auf sie zukommt. Viele Oberbrügger kamen gestern ins Baubüro an der Heerstraße 30, wo Carsten Spreemann vom Landesbetrieb Straßen.NRW alle Fragen beantwortete und auch versuchte, Ängste zu nehmen.

Unter den Anwohnern war zum einen Bernhard Faust, Maler und Lackierer, der am Staklenberg wohnt und seinen Betrieb am Glockenweg hat. Als die Heerstraße aufgrund von Kanalbauarbeiten sieben Monate lang gesperrt war, habe er Umwege von insgesamt rund 17 500 Kilometern in Kauf nehmen müssen. „Das bedroht meine Existenz“, so Faust, der sich, ebenso wie zwei weitere Anwohnerinnen, eine Durchfahrt des Baufeldes ab 17 Uhr und am Wochenende wünscht. Schließlich, so betonte er, sei eine permanente Durchfahrt für Busse ohnehin möglich.

Allerdings auf gerade einmal drei Metern, machte Spreemann die Bürger aufmerksam. Darüber hinaus dürften die Busse nur Schrittgeschwindigkeit fahren, da nebenher ein Geweg verläuft. „Für eine – wenn auch zeitlich begrenzte – Durchfahrt für den üblichen Straßenverkehr sind diese drei Meter einfach viel zu eng. Da benötigen wir schon 4,50 Meter“, so Spreemann weiter. Das schreibe die Straßenverkehrsordnung so vor.

„Die topographischen Gegebenheiten sind hier in Oberbrügge schwierig“, stellte Spreemann heraus. Eine Umfahrung oder Umleitung des Baustellenbereichs sei aufgrund nicht vorhandener Nebenstraßen nicht möglich, die enge Heerstraße lasse gleichzeitig keine einspurige Verkehrsführung zu. Für die Bauarbeiten aber müsse man die Straße sperren. Die Lösung mit dem wandernden Baufeld sei ein Kompromiss. Dadurch sei auch die Zufahrt der Gebäude für Müllabfuhr, Krankenwagen et cetera gewährleistet.

„Dass diese Situation an den Nerven der Anwohner und Gewerbetreibenden vor Ort nagt, kann ich durchaus nachvollziehen“, so Spreemann. Auch Henning Wolf, der einen Biobauernhof mit eigenem Hofladen betreibt, bekommt die Sperrung deutlich zu spüren. „Ich hatte im vergangenen Jahr Umsatzeinbußen von bis zu 30 Prozent, nun könnten es noch mehr werden“, befürchtet er. Auch Wolf hatte bis zuletzt auf eine Durchfahrt, zumindest am Wochenende, gehofft.

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