Ein Bauernmarkt als gelungene Imagekampagne

Landwirt Walter Panne ist der Chef des Bauernmarkts. Über Monate hat er die Veranstaltung bis ins Detail geplant.

Halver/Hemer - Es ist gerade einmal 7 Uhr. Doch Walter Panne wird bereits sehnsüchtig erwartet. Die Schlange vor der Einfahrt des Sauerlandparks ist lang. Die Händler wollen rein, sie müssen schließlich noch ihre Stände für den Bauernmarkt aufbauen. Panne schließt auf und ab sofort hört alles auf sein Kommando. Der Halveraner ist der Herr des Bauernmarkts.

63 Händler, rund 7000 Besucher pro Tag und dazu noch 40 Pferde, verschiedene Vorführungen und Informationsstände: Das muss erst einmal koordiniert werden. Doch damit hat der Halveraner Erfahrung. Seit vier Jahren ist er für den Bauernmarkt in Hemer verantwortlich. Außerdem organisiert er bereits seit Jahren den Markt im Rahmen des Halveraner Herbstes. Doch jeder Markt ist anders, hat seine Besonderheiten.

„Wir haben ein großes Problem. Der Showring wurde falsch angelegt. Jetzt fehlt mir ein wenig Platz“, sagt er. Während um ihn herum ungeduldig die Händler auf die Zuweisung der Standplätze warten. Panne ist die Ruhe selbst. „Ich habe zuhause einen genauen Plan vorbereitet. Einige Händler haben Stammplätze, die sollen sie natürlich wieder bekommen. Zudem ist es wichtig, eine gewisse Abwechslung zu bieten.“

Der Aufbau läuft und das Wetter scheint sich auch zu halten. Keine Spur von den für Samstagmorgen angekündigten Unwettern. Der Halveraner kann erst einmal kurz durchatmen. Aber wirklich nur kurz, denn schon klingelt wieder sein Handy. „Panne. - Ja, einen Augenblick, ich komme und helfe Dir.“ Und schon ist er wieder unterwegs. Im Stechschritt versteht sich. Vor dem Eingang stehen Verkäufer. Sie kommen nicht rein. Panne muss ihnen erst die Tickets geben.

Wie viele Kilometer er an so einem Wochenende zurücklegt? Er weiß es nicht. Kurz bevor die ersten Besucher eintreffen ist alles fertig. Der Halveraner ist zufrieden. „Ich glaube es ist wieder eine ganz gute Mischung. Mir ist wichtig, dass es wirklich ein Bauernmarkt bleibt und auf keinen Fall ein Kunstmarkt wird“, erklärt er.

Mehr als 500 Adressen und Kontakte hat er in den vergangenen Jahren gesammelt. Dafür musste er selbst ziemlich viele Märkte besuchen. „Es können ja auch nicht immer alle. Viele haben schon Stammwochenenden auf anderen Märkten. Und einige, das muss ich auch zugeben, möchte ich auch gar nicht.“ Ein guter Stand zeichne sich durch echte Landwirte oder landwirtschaftliches Handwerk aus. So sei ihm wichtig, dass die Besucher Händler finden, mit denen sie auch ins Gespräch kommen können oder die ihnen zeigen, wie eigentlich Käse gemacht wird.

„Es ist mir wichtig, dass wir hier Landwirtschaft zum Anfassen und Erleben zeigen. Nur durch Gespräche und Wissensvermittlung können wir langfristig Verbraucher für unsere Arbeit sensibilisieren und um Verständnis bitten.“

Das scheint zu gelingen. Vergnügt beobachtet Panne das Geschehen am Stand eines alten Freundes. Dort wird Kindern gezeigt, wie Käse gemacht wird. 30 Liter Milch werden verarbeitet – und selbstverständlich dürfen die Kinder selbst mit anfassen.

„Das sind die Bilder, die ich haben will, die mich antreiben“, freut sich Panne. So eine Öffentlichkeitsarbeit sei gerade in Zeiten, in denen es immer wieder einen neuen Skandal um die Landwirtschaft gibt, wichtig. Daher legt Panne auch großen Wert auf heimische Landwirte. Fast alle Aussteller kommen aus der Region. So könnten die Besucher quasi auch den Bauern von nebenan kennenlernen. Parallel zum Markt organisiert der Westfälische Landwirtschaftsverband Vorführungen und Informationsstände. Auch dort sind Halveraner Landwirte am Werk. Dirk Mesenhöller ist beispielsweise Schiedsrichter beim Wettmelken für Kinder.

„Diese Arbeit ist so wichtig. Ich mache sie gern. Am meisten freue ich mich über ein Lob der Händler“, so Panne. Und davon bekam der Halveraner jede Menge. Motiviert startet er heute in die Vorbereitung der nächsten Märkte. Der Halveraner Herbst rückt näher und auch der Markt im Sauerlandpark soll erneut stattfinden. „Ich hoffe, dass alle Händler nächstes Jahr wieder mit dabei sind.“

Von Lydia Machelett

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