Halver: Waldbrandgefahr steigt am Wochenende

Auch ein auf unbefestigten Wegen abgestelltes Fahrzeug kann zur Gefahr werden: Ein heißer Katalysator am Fahrzeugunterboden kann bei heißer Witterung einen Flächenbrand verursachen.

Halver -  Der Regen an den vergangenen zwei Tagen brachte Entlastung für die trockene Natur in Halver. Die heißen Tage vorher ließen nicht nur die Menschen schwitzen, auch die Natur litt unter der heißen Sonnenbestrahlung. Und am Wochenende soll der Sommer mit abermals heißer und schwüler Witterung zurück kommen. Damit steigt auch wieder die Gefahr von Waldbränden.

Forstbetriebsbezirksleiter Ulrich Ackfeld kümmert sich um den Zustand von Halvers Wälder. Aktuell ist er gelassen. „Es gibt relativ wenig Grund zur Sorge. Das Gute am Sauerland ist, dass hier eine sehr gemäßigte Klimazone mit überdurchschnittlich vielen Schauern ist. Dies ist gut für die Wasserversorgung der heimischen Wälder“, sagt Forstbetriebbezirks-Leiter Ulrich Ackfeld. Eine gewisse Restfeuchtigkeit im Boden sei also immer vorhanden, so dass Schäden an den heimischen Bäumen durch Dürreperioden generell selten seien. „Natürlich brauchen die Waldflächen bei trockenen Sommern mehr Pflege“, so Ackfeld.

Bereits im Frühjahr – zwischen April und Mai – habe es eine recht trockene Wärmephase gegeben. „Das waren zwar nur ein paar Tage mit starker Hitze, aber da wurde die natürliche Wasserversorgung knapp, so dass ich mir am meisten Sorgen um die Neuanpflanzungen in den Wäldern gemacht habe“, sagt Förster Ackfeld.

Rund 20 000 neue Bäume – in erster Linie Buchen – seien kurz zuvor in Halvers Wäldern zur Aufforstung neu gepflanzt worden. Diese kommen aus Kühlhäusern und brauchen in der Regel eine gewisse Anlaufzeit, um die benötigte Feuchtigkeit aus der Erde zu ziehen. „Mögliche Schäden durch zu wenig Wasserversorgung sieht man meistens auch erst viel später“, sagt Ackfeld, der aktuell regelmäßig durch die Wälder geht, um die Baumbestände zu kontrollieren. Sein geschulter Blick durch die jahrelange Berufserfahrung reiche daher aus, um zu erkennen, ob Pflanzen zu trocken sind. Um ältere Bäume mache er sich keine Sorgen, denn „die Wurzeln liegen viel tiefer im Boden, als die von neu gepflanzten Bäume. Diese sind deutlich robuster“.

Gefahr durch Zigaretten und parkende Autos

Die letzten beiden Tage mit leichten Schauern haben die Situation in Halver etwas entspannt, jedoch gibt es bei anhaltender Sommerhitze eine zusätzliche Gefahr: Durch die zunehmend trockeneren Böden ist die Waldbrandgefahr – auch rund um Halver – erheblich gestiegen. „Das Klischee der achtlos weggeworfenen Zigarettenkippe, die eine ganze Katastrophenkette auslösen kann, stimmt wirklich“, berichtete Ackfeld, der seit mehr als 20 Jahren Förster ist. Eine weitere Gefahrenquelle für Brände sei das Abstellen von heißgefahrenen Autos auf trockenen Flächen. „Der Katalysator der Fahrzeuge heizt sich ebenfalls auf, so dass Kontakt mit Sträuchern und Gräsern diese entzünden können. Deshalb sollte bei Hitze auf befestigten Wegen geparkt werden“, rät Ackfeld.

Zudem warnt der Förster vor den Auswirkungen von Wildgrillen. Dies sei nicht nur verboten, sondern auch gefährlich. „Das sind alles Gefahren, bei denen die Verursacher hinterher sagen: ,Das habe ich aber nicht gewusst.‘ Nur dann ist es im schlimmsten Fall zu spät und es können auch Menschen gefährdet werden.“

Welches Wetter wünscht sich Ulrich Ackfeld für die kommenden Wochen? „In meiner Brust schlagen zwei Herzen. Als Privatperson freue ich mich über sonnige, schöne Tage. Als Förster bin ich aber auch ganz froh, wenn es zwischendurch ordentlich regnet“, sagt Ackfeld.

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