Nur Halver verzichtet auf Fahrgast-Infos

Während es in Schalksmühle eine digitale Amzeigetafel gibt, verzichtet Halver aus Kostengründen darauf. ▪ Clever

HALVER ▪ Auch die Zukunft des Busfahrens soll digital sein. Doch während Schalksmühle schon jetzt über eine elekronische Info-Tafel am Rathausplatz verfügt (wir berichteten), will Halver als einzige Stadt des Märkischen Kreises vorerst weiter auf die „Analog-Technik“ setzen, sprich: auf Bushaltestellenschilder mit schwarzer Schrift auf weißem Grund.

Vor drei Jahren starteten Kreis und Märkische Verkehrsgesellschaft (MVG) das Projekt „Dynamisches Fahrgastinformationssystem“, kurz: DFI. Auf elektronischen Anzeigetafeln soll an der jeweils größten Haltestelle der Kommunen die wichtigsten Daten zu ankommenden Linien zu sehen sein: Busnummer, Route, Abfahrtszeit. Ein System, das freilich nicht ohne Kosten installiert werden kann. Im Gespräch mit unserer Zeitung erläutert Frank Oppermann, der im Kreishaus für die Ausrüstung der Kommunen mit den Anzeigetafeln zuständig ist, das angedachte Kostenverteilsystem: „Der Kreis würde in die Anlage investieren, die MVG betreibt diese und versorgt sie mit Daten. Als dritte Säule muss die Kommune für die Kosten für das Fundament, die Stromversorgung und die Aufstellung eines Schaltkastens aufkommen.“ Und genau diese Kosten ist die Stadt Halver derzeit nicht bereit zu zahlen, wie Bürgermeister Dr. Bernd Eicker erklärt.

„Wir haben uns vor drei Jahren genau die Kosten und Folgekosten angeschaut und beschlossen, infolge dessen auf die Anschaffung solch einer Anlage zu verzichten“, so Eicker auf AA-Anfrage – wenngleich er das Projekt als „wünschenswerte Aktion“ bezeichnet. Jedoch stünden die Kosten „im fünfstelligen Bereich“ in keinem Verhältnis zum Nutzen. „Ich denke nicht, dass wir am ZOB unbedingt so eine Anlage brauchen. Zumal wir in der Stadt seit Jahren eine strenge Sparlinie fahren. Solche Projekte sind dann einfach nicht finanzierbar“, so der Bürgermeister, der mittel- bis langfristig eine Investition in digitale Busanzeigen jedoch nicht ausschließen will. „Wenn es sich ergibt – und wir vielleicht eines Tages mehr Geld haben“, gibt Eicker die Hoffnung nach rosigeren Zeiten nicht auf.

Zwar ist Halver damit die einzige Stadt, die freiwillig auf die technische Aufrüstung verzichtet. Wie Frank Oppermann von der Kreisverwaltung betont, wird auch Balve – jedoch nicht frewillig – auf diese Technik verzichten müssen: Dort ist vor allem der Busverkehr Rhein-Sieg (BRS) mit Linien unterwegs, der auch in Halver bekanntlich die Linie 134 betreibt. „Dieses Unternehmen verfügt noch nicht über die technischen Voraussetzungen, die Daten der Busse auf die digitalen Tafeln zu übertragen“, so Oppermann. Und so würde auch in Halver die wichtige Route von Radevormwald bis Lüdenscheid von der elektronischen Anzeige nicht erfasst, räumt der Kreismitarbeiter ein. Erst für 2012 sei beim BRS eine Anschaffung des dafür notwendigen „rechnergesteuerten Betriebsleitsystems“ geplant. Dann würden also auch für Halver neue Voraussetzungen geschaffen. ▪ Frank Zacharias

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