Halver versinkt im Schnee

Schneeschieben im Akkord: Glücklich schätzen konnte sich, wer einen Leidensgenossen an seiner Seite hatte. ▪ Zacharias

HALVER ▪ Schneemassen kennen die Halveraner vom vergangenen Winter – doch so viel weiße Pracht in so kurzer Zeit verschlägt selbst altgedienten Baubetriebshof-Mitarbeitern die Sprache: „Das habe ich in 30 Jahren nicht erlebt“, sagte etwa Karl-Heinz Herrmann, der gestern als einer von 13 Männern im Auftrag der Stadt unterwegs war.

Mehr als 20 Zentimeter Neuschnee waren allein in der Nacht zu Sonntag gefallen – und auch tagsüber beruhigte sich das Wetter nicht. Halver versank im Schnee. Und mit dieser Menge hatten Autofahrer und Räumdienste, aber auch Anwohner ihre liebe Not: Kaum war der Weg vor dem Haus vom Schnee befreit, war er durch Räumfahrzeuge wieder zugeschoben. Ein Umstand, der sich kaum verhindern ließ, wie Jörg Ecks, Dienstleiter des Baubetriebshofs, erklärte. „Wir wissen ja zum Teil selber nicht mehr, wohin mit den Massen.“ Seit 5 Uhr seien seine Männer gestern im Einsatz gewesen, erst gegen 19 Uhr endete ihre Schicht – vorerst. Bis neue Schneemassen vom Himmel fallen. Dabei bat Ecks um Verständnis, dass man mit sechs großen Räumfahrzeugen, zwei Treckern und einem fünfköpfigen Fußtrupp nicht umgehend überall räumen konnte. „Das hatten wir wirklich noch nie. Aber irgendwann ist immer das erste Mal.“

Trotz der Straßenverhältnisse musste die Polizei keine besonderen Vorkommnisse vermelden. „Zum Glück ist Sonntag. An einem Montag hätten wir vermutlich weitaus mehr zu tun gehabt“, sagte Halvers Wachdienstführer Nils Haböck. Nur wenige Autofahrer wagten sich gestern überhaupt auf die Straßen – und diejenigen, die es doch taten, fuhren entsprechend vorsichtig.

Profiteure des Schnees sind vor allem Kinder und Skisportler: Am Collenberg, wo wegen der Verwehungen teilweise knapp 70 Zentimeter Schnee lagen, waren die ersten Snowboarder und Snowkiter aktiv. Ski-Club-Vorsitzender Arnd Knitter hofft, möglichst bald den Abhang präpariert zu haben, um auch Skifahrern und Rodlern eine perfekte Abfahrt ermöglichen zu können. ▪ Frank Zacharias

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