Stadt verliert Fundstelle

Halver verliert Fundtierstelle - was passiert nun mit den Tieren?

Tierschutzverein Halver Schalksmühle Tiere Katzen
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Zu den Fundtieren in Halver gehören vor allem Katzen.

Im neuen Jahr hat einen Stadt im MK keine Fundtierstelle mehr. Der Tierschutzverein hat einen entsprechenden Vertrag gekündigt.

Halver – Der Tierschutzverein Halver-Schalksmühle hat der Stadt den Fundtiervertrag gekündigt. Am 31. Dezember endet der Vertrag, die Fundtierstelle wird es ab Januar nicht mehr geben.

Es ist üblich, so wie in Halver, dass einzelne Kommunen in der Regel mit einem Tierschutzverein einen sogenannten Fundtiervertrag abschließen. Daraus folgt: Als Vertragspartner verpflichtet sich der Tierschutzverein, sich um die Fundtiere der betreffenden Gemeinde zu kümmern. Um etwaige Kosten zu decken, entrichtet die Kommune dann einen Pauschalpreis an die Vereinskasse. Diese Summe wurde im vergangenen Jahr von 7800 auf 15 000 Euro angehoben und beruht auf einem Antrag der CDU. Bezüglich der Erhöhung ließ Petra Steiner, stellvertretende Leiterin der Auffangstation, nicht unerwähnt, dass die Stadt 50 000 Euro spare, weil sie kein eigenes Tierheim betreibt. So sei es ihr vonseiten der FDP mitgeteilt worden.

Personelle Veränderungen als Grund

Grund für die Kündigung sei jetzt, dass sich bei den durchweg ehrenamtliche Engagierten personelle Veränderungen ergeben haben. Aus rein zeitlichen Gründen sei es den Mitarbeitern nicht mehr möglich, die Fundtierstelle zu betreiben und den Vertrag somit zu erfüllen.

Thema wurde diese Tatsache im Hauptausschuss am Mittwochabend im Kulturbahnhof anlässlich einer Anfrage von CDU-Fraktionsvorsitzender Martina Hesse. Wissen wollte Hesse, was der Grund ist und wie es weitergehen soll. Wie Thomas Gehring, Fachbereichsleiter Bürgerdienste, erläuterte, bedauere man die Kündigung des Tierschutzvereins Halver sehr. Die Verwaltung sei dabei, sich mit dem Problem zu beschäftigen. Zum Hintergrund: Rund 20 Tiere nimmt der Verein jährlich als Fundtiere für die Stadt auf.

Plan A sei zunächst, Tierheime in der Umgebung anzufragen, ob auch Halver Fundtiere dort in Obhut geben kann. Weil aber viele Tierheime überfüllt sind und personell nicht besser aufgestellt sind, könne es sein, dass man einen Plan B braucht, wie Gehring im Nachgespräch mit dem AA mitteilt. „Wir hätten gerne jetzt eine Lösung“, sagt der Fachbereichsleiter, „haben wir aber noch nicht.“ Bürgermeister Michael Brosch kann sich auch private Initiativen vorstellen. Eine Entschädigung gebe es dann auch, und vielleicht wäre das ein Anreiz.

Wie geht man mit einem Fundtier um?

Eine Stadt hat bei einem gefundenen Tier die Verpflichtung, ein abgeliefertes Tier für 28 Tage aufzubewahren beziehungsweise bei Unterbringung des Tieres bei einem Tierschutzverein für 28 Tage die Unterbringungskosten zu tragen.

Fundtiere sind jedoch definiert, auch wenn der Name oftmals für Verwirrung sorgt. Bestimmte Faktoren sind maßgebend dafür, wie mit Tierfunden umgegangen wird. Herrenlose Tiere sind keine Fundtiere. Beispiel Katzen: Bei der Unterscheidung, ob es sich um ein herrenloses oder um ein verlorenes Tier handelt, ist bei aufgefundenen Katzen anzunehmen, dass es sich in der Regel nicht um ein Fundtier handelt. Es sei denn, äußere Merkmale (Halsband, Chip, Zutraulichkeit) deuten darauf hin, dass das aufgefundene Tier noch einen Eigentümer hat und somit als Fundtier anzusehen ist. Herrenlos bedeutet allgemein: Sie sind von vornherein frei lebend oder wurden von ehemaligen Haltern ausgesetzt.

Das Hauptproblem dabei: Fundtiere werden häufig als herrenlos bezeichnet, auch wenn es klare Anzeichen dafür gibt, dass dem nicht so ist. In diesem Fall müssen sie nicht aufgenommen werden, was wiederum Kosten einspart.

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