Schlägerei auf der Gaststätten-Toilette

Halver - Übel zusammengeschlagen und blutend kam ein 55-Jähriger aus Halver in der vorgerückten Nacht zum 18. Mai von der Toilette einer Halveraner Gaststätte in den Schankraum zurück. Der Wirt half ihm, sich zu säubern. Anschließend musste der diensthabende Assistenzarzt im Krankenhaus eine aufgeplatzte Augenbraue nähen. Drei bis vier Mal sei er im Gesicht getroffen worden, berichtete der 55-Jährige vor Gericht - von einer rechten Hand, die mit einem „Lederhandschuh mit Stahlspitzen“ bewehrt gewesen sei.

Drei Angeklagte saßen gestern wegen dieses Vorfalls auf der Anklagebank des Amtsgerichts Lüdenscheid: Ein 46-Jähriger und eine 51-Jährige sollten den 48-jährigen Hauptangeklagten dazu angestiftet haben, den Mann zu verprügeln. Dafür gab es außer einer entsprechenden Vermutung des Geschädigten allerdings keinen Beweis, was letztlich in einen Freispruch mündete.

Was aber hatte den ebenfalls in keiner Weise vorbestraften 48-Jährigen veranlasst, den 55-Jährigen so zuzurichten? Der Grund war offenbar dessen derzeitige Lebensgefährtin, die einst die Ehefrau des 46-Jährigen gewesen war. Zwischen den drei angetrunkenen Angeklagten war es darüber zu einem Wortgefecht gekommen, dessen Wortwahl alle Beteiligten im Nachhinein als „aus der untersten Schublade“ empfanden.

Auch der 46-jährige Angeklagte hatte nach diesen verbalen Scharmützeln den Geschädigten „am Kragen gehabt, dann aber gedacht: Lass mal!“ Unglücklicherweise trafen sich der an diesen „familiären“ Dingen gänzlich unbeteiligte 48-Jährige und der Geschädigte schließlich in der Keramikabteilung der Gaststätte, wo es zweifellos zu einer Schlägerei kam.

Wer angefangen hatte, war nicht mehr zweifelsfrei festzustellen. Und dass er einen Handschuh oder einen Schlagring eingesetzt habe, bestritt der 48-Jährige. Doch es blieben die heftigen Wunden mit nachhaltigen Schmerzen und Beschwerden auf Seiten des Geschädigten. Und so stimmte der 48-Jährige einer Einstellung des Verfahrens gegen Geldauflage zu. 800 Euro muss er an den Kinderschutzbund in Lüdenscheid überweisen, damit sich die Aktendeckel über dieser gefährlichen Körperverletzung endgültig schließen. Dem Geschädigten bleibt daneben der Gang vor ein Zivilgericht, um möglicherweise ein Schmerzensgeld einzuklagen. - Von Thomas Krumm

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