Windkraft in Engstfeld: Ausgang völlig offen

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Halver - Wenige Wochen vor Ablauf der Fristen ist völlig offen, ob eine Windkraftanlage bei Engstfeld genehmigungsfähig ist.

„Es ist nicht absehbar, wo die Reise hingeht“, sagt Joachim Schulenburg, Leiter der Projektentwicklung der SL Naturenergie in Gladbeck, die im Süden Halvers ein Windrad errichten und betreiben will.

Entscheidung im ersten Quartal 2016

Man habe alle erforderlichen Unterlagen beisammen und sei sich auch bewusst, dass die Frist Ende Januar 2016 abläuft. Im ersten Quartal des Jahres wolle sich dann der Märkische Kreis als Genehmigungsbehörde äußern. Der Kreis handele in diesem Fall als Immissionsschutzbehörde. Eine Genehmigung beziehe sich dann auf das beantragte Gesamtpaket. Wie man mit einem ablehnenden Bescheid umgehe, lasse sich noch nicht voraussagen, erklärte Schulenburg auf Anfrage von come-on.

"Ist der Eingriff kompensierbar?"

SL Naturenergie habe auch letztlich keinen Einfluss auf die externen Gutachter, die die Veränderungen beurteilen, die mit einer derartigen Anlage einhergehen. „Wir verändern den Ist-Zustand“, weiß Schulenburg. Die Frage sei immer: „Ist der Eingriff kompensierbar?“

Die große Hürde in Engstfeld ist artenschutzrechtlicher Natur. Die sei ein „offenes Geheimnis“ in Halver, weiß der Projektentwickler, der mit SPD, UWG und Grünen zwar weite Teile der Politik in Sachen Windkraft hinter sich hat – aber nicht den Rotmilan.

Stolperstein Vogelschutz 

Vogelkundler verorten den Vogel in unmittelbarer Nähe des geplanten Standorts mit Brutplätzen in 270 beziehungsweise 600 Metern Abstand. Empfehlungen der Staatlichen Vogelschutzwarten zufolge sei aber ein Schutzradius von 1500 Metern erforderlich, „um dem Tötungsverbot nach § 44 BNatSchG zu entsprechen“. Auf diese Vorgaben hat kürzlich Heinz Kowalski, stellvertretender Vorsitzender des NABU hingewiesen. Empfänger war Bürgermeister Michael Brosch, aber auch Thomas Gemke, Landrat des Märkischen Kreises.

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