Sozialverband hat Nachwuchssorgen

Fritz Alte (links) und der Vorstand des Ortsverbandes Halver des Sozialverbandes betreuen aktuell 185 Mitglieder in Halver und Umgebung. Der Verband hat seit Jahren mit Nachwuchssorgen zu kämpfen.

Halver - Auf bald 70 Jahre bestehen blickt der Ortsverband Halver des Sozialverbandes zurück. Dieser hilft seinen Mitgliedern bei Fragen aus allen sozialen Bereichen – unter anderem Pflege oder Rentenansprüche – und bietet Treffen sowie Ausflüge an. Doch auch beim Sozialverband fehlt es an nachrückenden jüngeren Mitgliedern.

Der Sozialverband Deutschland blickt auf eine lange Tradition zurück. Gegründet wurde er bereits im Jahr 1917 – während des Ersten Weltkrieges. Er vertrat anfangs die Rechte für Witwen und Kriegsgeschädigte. Seit der Neugründung im Jahr 1946 ist der Verband auch mit einem eigenen Ortsverband in Halver vertreten. Dessen Vorsitzende ist seit 2001 Friedrich Alte. Regelmäßig bieten er und die anderen Mitglieder des Vorstandes Treffen im Bürgerzentrum „Am Park“ an, bei denen die Mitglieder zu Fragen bezüglich Rente, Sozialversicherung oder Pflegeansprüche beraten werden können. Aber auch der gesellige Austausch untereinander steht im Mittelpunkt der Treffen, zu denen in der Regel rund 25 Mitglieder an die Von-Vincke-Straße kommen.

„Fast alle unserer Mitglieder kennen sich persönlich“, sagt Alte. Das mache die Treffen des Sozialverbandes immer zu einer recht persönlichen Angelegenheit, bei der sich die Mitglieder auch bei privaten Notständen gegenseitig helfen würden. Gäste seien selbstverständlich auch bei jedem Termin willkommen, um sich einen Einblick in den Verband zu verschaffen, der sich auch für die Integration behinderter Menschen einsetzt. „Wir wollen für Menschen aus allen sozialen Schichten ein Anlaufpunkt sein. Wir möchten den Hilfesuchenden vermitteln, dass sie mit ihren Anliegen aus allen sozialen Bereichen bei uns richtig sind und sich auf uns berufen können“, so Alte. Dazu gehören auch die geselligen Treffen, um so „gegen die soziale Kälte ein Zeichen zu setzen“. Deshalb veranstaltet der Ortsverband auch regelmäßige Ausflüge.

Auch juristische Hilfe wird angeboten

So zählt zudem die Vertretung der Mitglieder vor den Sozialgerichten zum Aufgabenfeld des Verbandes. „Wer Ansprüche im Bereich der Sozialgesetzgebung hat, kann diese über uns geltend machen. Wir stellen auch den juristischen Beistand und scheuen nicht vor Klagen, wenn die Ansprüche berechtigt sind“, erzählt Alte. In der Regel würden diese auch für die Mitglieder positiv ausgehen.

Das größte Problem des Ortsverbandes sei mittlerweile die Altersstruktur. Diese liegt laut Alte bei einem Durchschnittsalter von mehr als 70 Jahren. „Mit diesem Problem sind wir nicht alleine. Dies betrifft ganz viele Vereine“, erklärt Friedrich Alte. Die meisten Abgänge hatte der Ortsverband, der zur Zeit von mehr als 400 auf 185 Mitglieder geschrumpft ist, durch Todesfälle zu verzeichnen. „Jüngere melden sich nur gelegentlich an. Die haben dann ein konkretes Problem, das gelöst werden muss. Wir helfen dann natürlich mit unserem Wissen aus“, sagt Alte. „Nach ein bis zwei Jahren würden sie aber meist wieder austreten, da sich das persönliche Anliegen erledigt hat.“

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