Sommerfest der Begegnungen

Wie fühlt sich ein alter Mensch? Eine Antwort auf diese Frage gab es am Stand der Pflegeberatung. Mit dem Simulationsanzug wurde sogar das Sitzen auf einer Parkbank zur Herausforderung.

Halver - Das Bürgerzentrum „Am Park“ ist ein Ort der Begegnung. Zahlreiche Gruppen und Vereine kommen regelmäßig in den Räumen zusammen. Aber untereinander sehen sie sich nur selten. Und genau das soll sich ändern. Beim Sommerfest kamen am Samstag alle zusammen: Schachspieler, Berater und Chöre.

„Vor drei Jahren haben wir die alte Tradition des Sommerfestes wieder aufleben lassen. Ich finde, es ist wichtig, dass die Gruppen die Möglichkeit bekommen, sich gegenseitig kennenzulernen und untereinander auszutauschen“, erklärte Sandra Kutzehr, Leiterin des Bürgerzentrums. Gemeinsam mit einigen ehrenamtlichen Helfern hatte sie das Fest organisiert. Allerdings blieb der ganz große Besucherandrang am Wochenende aus. Doch die Besucher, die da waren, genossen die geselligen Stunden sichtlich. Vor allem zur Mittagszeit herrschte reger Betrieb. Kartoffelsalat und Bratwürstchen wurden vom Küchenteam angerichtet. „Das Team vom Mittagstisch hat das Essen zubereitet“, sagte Kutzehr. Allerdings gab es dabei einige Schwierigkeiten. Denn die Würstchen auf dem Elektrogrill wollten einfach nicht so richtig braun werden. Ständig fiel der Strom aus. Aber kurz bevor die Grillmeister Rudi Olson und Jürgen Huppert aufgaben, wurde der Rost doch wieder heiß – ganz zur Freude der Besucher.

Draußen vor der Tür hatte das Team der Pflegeberatung des Märkischen Kreises einen Informationsstand aufgebaut. Sigrid Weseloh und Marion Platenius stellten das Angebot der Beratungsstelle vor. Jeden ersten Dienstag im Monat hilft Platenius von 9.30 bis 12 Uhr den Halveranern bei allen Problemen rund um das Thema Pflege. Ihre Kollegin ist derweil für die Beratung vor Ort zuständig. „Mittlerweile ist unser Angebot im Bürgerzentrum doch schon recht bekannt. Meistens geht es um die Fragen, wo man Hilfe her bekommt und wie man sie finanzieren kann“, erklärt Platenius.

Für das Sommerfest hatten sich die beiden eine besondere Aktion einfallen lassen. Im Gepäck hatten sie einen Simulationsanzug. Mit dem konnten die jüngeren Besucher testen, wie es sich anfühlt, alt zu sein. „Die Beweglichkeit ist eingeschränkt, die Muskulatur schwächer und das Sehfeld deutlich verändert“, berichten die Pflegeberaterinnen. Einige jüngere Besucher testeten den Anzug. Ein junger Mann wird beispielsweise an der Kasse künftig deutlich geduldiger sein. „Wie schwer es ist, das richtige Kleingeld aus dem Portemonnaie zu suchen, wenn die Hände zittern und die Finger sich nicht richtig bewegen lassen“, berichtete er erstaunt. Eine andere Besucherin versuchte es mit einem Gang über den Parkplatz: „Ganz schön anstrengend. Und man sieht und hört viel weniger.“ Der Versuch, sich auf eine Parkbank zu setzen, wurde zur Herausforderung. „Jetzt weiß ich, warum sich Senioren so komisch setzen.“

Beim Schach ist jeder willkommen

Im Bürgerhaus hatte sich derweil die Kantorei aufgebaut. Mit einem Kanon und bekannten Liedern wie „Geh aus mein Herz“ begeisterten sie am Nachmittag die Gäste. Auch der Chor probt einmal wöchentlich in den Räumen des Bürgerzentrums.

Deutlich ruhiger ging es in einem der hinteren Räume zu. Dort wurde Schach gespielt. Die Sportler treffen sich montags im Bürgerzentrum. „Bei uns ist jeder willkommen, der Lust hat, zuspielen“, sagt Lothar Mirus von den Schachfreunden. Neben den Halveranern nutzen vor allem Flüchtlinge das Angebot. „Gerade in den östlichen Ländern wird viel Schach gespielt. In Russland wird es beispielsweise sogar in der Schule unterrichtet“, erklärte Mirus. Er und seine Spielkollegen hatten für die Besucher einige Tricks parat. Allerdings waren auch Anfänger willkommen. Sie lernten die Grundzüge, wie beispielsweise die Eröffnung eines Spiels. „Das ist so etwas wie das ABC des Schachs. Das muss man können, bevor es richtig los geht“, so Mirus.

Von Lydia Machelett

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