Halver: Sieben Kandidaten für Presbyterium abgelehnt

HALVER ▪ Ein für die Evangelische Kirchengemeinde Halver ereignisreiches Jahr neigt sich dem Ende zu, doch auch dessen Ausklang birgt offenbar hohes Konfliktpotenzial: Wie sich jetzt herausstellte, hat das Presbyterium die Kandidatur von mindestens sieben Gemeindegliedern, deren Namen unserer Zeitung vorliegen, für die Presbyteriumswahl abgelehnt. Besonders erwähnenswert: Sie alle stehen der Kantorei nahe.

Nach der Kirchenordnung der Evangelischen Kirche von Westfalen hat das aktuelle Presbyterium durchaus die Möglichkeit, Bewerber im Vorfeld abzulehnen. Pfarrer Christoph Dickel verwies auf Anfrage unserer Zeitung auf den entsprechenden Artikel 36 (siehe unten) und betonte, für jeden Bewerber objektive Kriterien heranzuziehen. Was auffällt, ist indes der Personenkreis, der von dieser Regelung betroffen ist und unserer Redaktion namentlich vorliegt: Regina Hager, Stephanie Kock, Elke Minuth-Wiesner und Bernd Nockemann seien, so berichten die Kantoreivertreter, abgelehnt worden, da sie sich durch ihre Reaktionen auf den „Maulkorberlass“ vom 23. März 2011 als untauglich erwiesen hätten. Wie berichtet, war der Streit um das Arbeitsverhältnis zu Andreas Pumpa in einer Strafanzeige gemündet. Die Staatsanwaltschaft Hagen hatte das Verfahren gegen die Gemeindeleitung Ende Oktober jedoch eingestellt.

Desweiteren seien auch Sophie und Matthias Ihne sowie Klaus Peter Höller als Kandiaten für das neu zu besetzende Presbyterium abgelehnt worden. Diese Ablehung sei lediglich mit einem „ausschnittweisen Zitat“ aus Artikel 36 der Kirchenordnung (siehe oben) begründet worden, erklärte Stephanie Kock gegenüber unserer Zeitung. Sie äußerte sich erstaunt über die Entscheidung: „Warum überlasst das amtierende Presbyterium nicht den wahlberechtigten Gemeindegliedern die Entscheidung, ob die abgelehnten Kandidaten künftig dem Presbyterium angehören sollen oder ob die amtierenden Presbyter, soweit sie denn auch kandidieren, wiedergewählt werden?“

Wie es im Rahmen einer Gemeindeversammlung zur Presbyteriumswahl am 17. November hieß, wollen sich neun der zwölf aktuellen Presbyter erneut zur Wahl stellen. Pfarrer Christoph Dickel erklärte gegenüber dem AA, dass die Gemeinde bis dato über mehr als die notwendigen zwölf Bewerber verfüge. Deren Namen würden am Sonntag im Gottesdienst genannt. Anschließend können abgelehnte Bewerber und Gemeindeglieder bis Freitag, 23. Dezember, beim Presbyterium oder beim Kreissynodalvorstand Einspruch gegen die Vorschlagsliste einlegen. ▪ Frank Zacharias

Artikel 36 der Kirchenordnung:

„(1): Das Amt einer Presbyterin oder eines Presbyters kann nur solchen Gemeindegliedern übertragen werden, die durch Besuch des Gottesdienstes und durch Teilnahme am heiligen Abendmahl sowie durch gewissenhafte Erfüllung der übrigen Pflichten eines evangelischen Gemeindegliedes sich als treue Glieder der Gemeinde bewährt haben, einen guten Ruf in der Gemeinde besitzen und mindestens 18 Jahre alt sind.“

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