Nach 144-jährigem Bestehen

Ende einer Ära: Die Realschule Halver ist Geschichte

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Kai Hellmann (links) und Bürgermeister Michael Brosch (rechts) verabschiedeten zusammen mit Anja Trosien (Zweite von links) Schulleiter Friedhelm Schröder und Lehrerin Inge Zensen in den Ruhestand.

Halver – Nach 144 Jahren ist die Realschule in Halver Geschichte. Bereits vor zwei Wochen wurde der letzte Abschlussjahrgang mit seinen 72 Schülern von Schulleiter Friedhelm Schröder verabschiedet. Am Freitag war es nun Schröder selbst, der seinen letzten Arbeitstag hatte und nach acht Jahren als Schulleiter der Realschule in Rente ging.

Auf eine große Abschiedsfeier musste aufgrund der Corona-Krise verzichtet werden, die betreffenden Personen wurden im Rathaus von Brosch verabschiedet. Neben dem Schulleiter ging zudem Inge Zensen in den Ruhestand, sie lehrte insgesamt 38 Jahre an der Realschule und ist zudem als Kulturbeauftragte für die Stadt tätig. Bürgermeister Michael Brosch richtete lobende Worte an sie und unterstrich, dass Zensen nicht nur als Lehrerin hoch angesehen sei, sondern sich auch um die Kultur große Verdienste erwarb: „Du identifizierst dich voll und ganz mit der Stadt.“ 

Auch für Anja Trosien endet das Kapitel Realschule, sie war neben ihrer Tätigkeit im als Mitarbeiterin im Rathaus als Teilzeitkraft im Sekretariat angestellt und wechselt nun zur Humboldtschule. Zudem waren Kai Hellmann vom Schulamt sowie die beiden Schulleiter Paul Meurer (Anne-Frank-Gymnasium) und Reiner Klausing (Humboldtschule) vor Ort, um sich persönlich und mit Präsenten zu verabschieden. Allen Schulen und deren Schulleitern zollte Brosch seinen Respekt, sie seien „sehr kreativ und mit viel Kraft und Fantasie“ mit der Corona-Krise umgegangen: „Dafür ein dickes Dankeschön an alle Anwesenden.“ 

Schröder: Erst Verwaltungsinspektor, dann Lehrer

Mit Blick auf Schröders Biografie, der sowohl seinen Realschulabschluss als auch sein Abitur an der Abendschule nachholte, zeigte sich der Bürgermeister beeindruckt: „Ich habe einen Heidenrespekt vor Menschen, die gleich zweimal diese Ochsentour durchleben. Dadurch wird deutlich, dass sie immer klare Ziele hatten.“ Nachdem Schröder sein Studium an der PH Dortmund im Jahre 1981 abschloss, ging es für ihn im Anschluss an den Vorbereitungsdienst nicht in die Schule, sondern zur Arbeitsvermittlung, wo er 1989 zum Verwaltungsinspektor ernannt wurde. Erst 2001 trat Schröder an der Realschule Schalksmühle seine erste Stelle als Lehrer an, ehe er 2008 zum Konrektor der Realschule in Meinerzhagen wurde und zur „schönen Krönung seiner Laufbahn“ (Brosch) im Januar 2012 Schulleiter an der Halveraner Realschule wurde. 

Beim Pädagogen selbst schlagen mit Blick auf die Rentnerzeit „zwei Herzen in seiner Brust“. Mit Blick auf das heutige Schulsystem sei er traurig, dass die Realschule auslaufe und auch das dreigliedrige Schulsystem immer weiter in den Hintergrund rücke. Sein Hauptkritikpunk ist, dass „wir uns immer mehr von einer leistungs- zu einer förderorientierten Schule entwickeln. Wenn das Leistungsorientierte aufhört, hören wir das Denken auf.“ Es gibt aber auch viele positive Aspekte, auf die sich der Rentner in der nächsten Zeit freut und die er zusammen mit seiner Frau genießen will. „Wir haben viel vor und werden auch reisen. Ich freue mich auf den Ruhestand und werde mit dem nötigen Abstand die Dinge in Halver weiter interessiert verfolgen.“

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