„Herkulesstaude zu 70 Prozent ausgerottet“

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Im schlimmsten Fall kann die Herkulesstaude eine Größe von mehreren Metern erreichen (links). Damit es in Halver nicht so weit kommt, haben die Mitarbeiter des Baubetriebshofes der Pflanze den Kampf angesagt.

Halver - Während in vielen Nachbarstädten der Kampf gegen die Herkulesstaude tobt, können die Mitarbeiter des hiesigen Baubetriebshofes relativ entspannt behaupten: „Wir haben das Problem im Griff.“ Trotzdem: Die Ausbreitung haben die Männer immer im Blick.

Schon vor fünf Jahren hat die Stadt Halver mit der Bekämpfung der Herkulesstaude - auch Riesenbärenklau oder mit botanischem Namen Heracleum mantegazzianum genannt - begonnen. „Damals wuchsen die Pflanzen überall, das war eine richtige Pest“, erinnert sich Bauhof-Mitarbeiter Dirk Mesenhöller. Heute ist die Lage relativ entspannt. Bis zu 70 Prozent der Riesenpflanze, die wegen ihrer ätzenden Wirkung auf die menschliche Haut gefürchtet ist, konnten in den vergangenen drei Jahren nahezu ausgerottet werden.

Trotzdem taucht sie in jedem Jahr erneut auf und wächst bevorzugt an Bachläufen. In zwei Monaten kann die Herkulesstaude eine Höhe von bis zu einem Meter erreichen. Wächst sie unbekämpft, sind in einem Jahr bis zu vier Meter drin. Doch dazu soll es in Halver erst gar nicht kommen. „Wir führen regelrechte Kontrollfahrten durch und bekämpfen die Pflanzen, bevor sie sich vergrößern und ausbreiten können.“ Denn blüht die Herkulesstaude erstmal, verteilt sich ihr Samen. „Das ist ein Teufelskreis.“

Und so erstaunt es auch nicht, dass bei einem Vor-Ort-Termin im Tal unterhalb der Kölner Straße keine meterhohen Herkulesstauden blühen. Diese Fläche könnten wir im kommenden Jahr Herkules-stauden-frei haben. „Hier wachsen jetzt nur noch sogenannte Nachläufer, die wir im Keim ersticken.“ Das funktioniert dauerhaft nur mit der Chemie-Keule. Hochgewachsene Stauden werden abgeschnitten und in der Müllverbrennungsanlage Iserlohn vernichtet, Wurzel und Blattwerk mit dem Herbizid Garlon 4 bespritzt. „Zweimal müssen wir das machen, danach sind die Stauden ausgerottet.“ Stehen die Herkulesstauden unmittelbar an Gewässern, muss die ganze Pflanze ausgegraben werden - Gift ist dann tabu. Ob es möglich ist, Halver komplett von der Herkulesstaude zu befreien? Ja, sagen die Mitarbeiter des Bauhofs: „Das ist ganz bestimmt möglich. Und so lange sollte das nicht mehr dauern.“

Eine größere „Baustelle“ sehen die beiden Mitarbeiter derzeit noch in Oberbrügge. „Entlang der Volme stehen noch einige recht hohe Stauden.“

Verglichen mit benachbarten Kommunen hat Halver das Problem mit den Herkulesstauden gut im Griff, so Mesenhöller. „Es gibt durchaus Städte, die machen gar nichts oder fangen nach vielen Jahren Nichtstun langsam an und stehen dann vor einem riesen Problem.“

Anrufe von Bürgern bekommt der Baubetriebshof übrigens auch immer mal wieder. „Die sind besorgt, weil sie meinen, sie hätten Riesenbärenklau gesehen.“ Allerdings unterliegen sie meist einer Verwechslung, wie Mesenhöller erklärt: Der Wiesenbärenklau nämlich sieht seinem „großen Bruder“, dem Riesenbärenklau extrem ähnlich. Allerdings ist er deutlich kleiner, hat eine schmalere Blatt- und Stengelform und ist in Europa heimisch, während die Herkulesstaude aus dem Kaukasus stammt. Beide Pflanzen tragen die sogenannten Furocumarine in sich, die in Kombination mit Sonnenlicht phototoxisch wirken. Die deutlich größere Menge im Riesenbärenklau allerdings verursacht die beim Kontakt gefürchteten schmerzhaften Quaddeln und Verbrennungserscheinungen auf der Haut. „Da hat man länger was von“, weiß auch Mesenhöller, der damit schon so seine Erfahrungen gemacht hat.

Von Friederike Domke

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