Oberbrügge: Mehr als Café und Dorfladen?

+
Die evangelische Kirchengemeinde Oberbrügge und der Verein Sentiris denken über Möglichkeiten der Kooperation nach. Eine Rolle spielt dabei auch das frühere Pfarrhaus, im Bild links neben der Kirche.

Oberbrügge – Konkrete Vereinbarungen gibt es noch nicht. Aber gemeinsame Ziele und Gespräche. Die evangelische Kirchengemeinde und der in Gründung befindliche Verein Sentiris wollen erste Angebote für ältere Menschen in Oberbrügge schaffen.

Schnittstelle zwischen dem Verein, der künftig einen Dorfladen und ein Dorfcafé an der Heerstraße betreiben will, und der Gemeinde, könnte eine Immobilie sein. Über die mögliche Nutzung des früheren Pfarrhauses am Glockenweg sprachen am Montag Roland Pfeiffer für das Presbyterium der Gemeinde und Kristian Hamm, Projektleiter für das Dorfprojekt.

Wie weit sich das Objekt für diese Pläne eignet, ließen die möglichen Partner auf Anfrage des AA offen. „Für uns als Kirchengemeinde wäre es eine ideale Konstellation“, sagt Pfeiffer. Der Vorsitzende des Presbyteriums sieht einen offenkundigen Mangel an Angeboten für Senioren im Ortsteil und daher Handlungsbedarf, was den diakonischen Auftrag der Kirche angeht. Es sei am Montag, vorbehaltlich der Zustimmung des Presbyteriums, zunächst darum gegangen: „Ist das eine Option oder nicht?“

Pfarrhaus als Option

Eher vorsichtig äußerte sich auch Hamm. Überlegung sei, Büro- und Verwaltungsräume in dem Gebäude unterzubringen, um von dort aus die Betreuung älterer Menschen im Ortsteil gewährleisten zu können. An dieser Stelle sieht Hamm wie auch die Stadt Halver Handlungsbedarf. Etwa 600 Menschen ab 60 Jahren wohnen allein im Ortsteil Oberbrügge. Und mehr als 400 sind zwischen 50 und 60 Jahren. Gemeinsam ist ihnen, dass sie möglichst lange zu Hause wohnen möchten.

„Ganzheitlicher Ansatz“

Ob das Pfarrheim die ideale Lösung ist, darüber entscheiden die Gesprächspartner vom Montag nicht alleine. Mit seiner fachlichen Kompetenz eingebunden ist auch der evangelische Kirchenkreis, nicht zuletzt mit Blick darauf, ob sich das frühere Wohnhaus von Pfarrer Kenkel tatsächlich als Verwaltungsgebäude eignet. Noch nicht weiter verfolgt hat man auch eine Alternative: Könnte das Gebäude auch für eine Wohngemeinschaft älterer Menschen taugen?

Was sich in Oberbrügge entwickelt, wird zugleich von der Stadt Halver selbst angeschoben. 50 000 Euro fließen aus dem städtischen Haushalt in das Dorfladen-Projekt zur Nahversorgung im Ortsteil, der mit dem Aldi-Markt an der Volmestraße Anfang 2016 die letzte Einkaufsmöglichkeit verloren hat. Mit Erhebungen zur Bevölkerungsstruktur im Ortsteil habe man das Sentiris-Vorhaben gestützt, weil die Idee eines Dorfladens ja schon länger im Raum gestanden habe, sagt Bürgermeister Michael Brosch.

Neu und interessant sei, dass die Initiative aber nicht beim Dorfladen stehen geblieben sei. Die Übernahme der Trägerschaft des Kindergartens Oberbrügge, das Café und nun die Seniorenbetreuung sei als Paket zu betrachten: „Interessant ist der ganzheitliche Ansatz.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare