Von der alten Welt zur neuen Musik

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Die Musiker des Märkischen Jugendsinfonieorchester sorgten am Sonntag mit Werken von Dvorák und Gershwin für stehende Ovationen in der Kirche „Christus König“.

HALVER -  Die Finger huschen über die gesamte Fläche des Griffbretts. Der Bogen gleitet über die Saiten und lockt mal sanfte Melodien, mal dramatische Klänge aus dem Resonanzkörper des Cellos. Gebannt lauscht das Publikum in der voll besetzten katholischen Kirche „Christus König“ dem Solocellisten Mark Schumann.

Am Sonntag trat der aktuelle Stipendiat der Märkischen Kulturkonferenz gemeinsam mit dem Märkischen Jugendsinfonieorchester in Halver auf. „Alte Welt – Neue Musik“, so lautete das Thema des symphonischen Konzertabends, den das Orchester in seiner Arbeitsphase im August einstudiert hatte.

Von Antonin Dvorák, einem Romantiker aus der „Alten Welt“, spannte das MJO den Bogen zur „Neuen Welt“ des George Gershwin. Die erste Hälfte des Konzert nahm das Konzert für Violoncello und Orchester in h-Moll von Dvorák ein. Das Werk des böhmischen Komponisten entstand während eines knapp dreijährigen Aufenthaltes in New York. Trotz einiger Einflüsse aus der Neuen Welt ist es geprägt von der klassischen Konzerttradition Europas.

Der großvolumige Klang des jungen Orchesters sowie die virtuose und gleichwohl gefühlvolle Spielweise des Solisten harmonierten perfekt zusammen. Kurze Blicke von Mark Schumann zum Dirigenten Thomas Grote genügten für die Feinabstimmung. Die restliche Zeit schien Schumann völlig auf die Solostimme konzentriert. Gedankenvoll schweifte sein Blick gegen Ende hinauf zum Kirchendach, bevor die Schlussakkorde erklangen. Für den tosenden Applaus bedankte er sich mit einer Sarabande von Bach beim Publikum.

In der „Neuen Welt“ ging es nach der Pause weiter. Mit der Ouvertüre zu „Funny Face“ und einer Konzertsuite aus der Oper „Porgy und Bess“ von George Gershwin kamen alle Instrumente zum Einsatz. Musicalmelodien und Einflüsse des Jazz mischten sich hier mit den Elementen der klassischen Orchestermusik und formten eine eigene „amerikanische“ Musik. Schlagzeug, Xylophon, Klavier und Harfe ergänzten die klassische Orchesterbesetzung.

Die Konzertbesucher forderten am Ende mit stehenden Ovationen mehr von den jungen Künstlern, die am Sonntag auf ganzer Linie überzeugten. - rit

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