Kommunen konkurrieren um qualifizierte Klimamanager

Wer kümmert sich ums Klima?

Baustellenfoto der Awo-Kita „Wundertüte“
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Ökologisches Vorzeigeprojekt in Halver: die neue Awo-Kita.

Seit dem 14. Dezember ist klar: Die Stadt Halver will was fürs Klima tun. Von da datiert der Ratsbeschluss für ein Klimaschutzkonzept. 400 000 Euro für die drei Jahre von 2021 bis 2024 hat der Rat dafür an Mitteln in den Haushalt eingestellt.

Halver - Konkret wird das Projekt dann, wenn sich jemand darum kümmert. Und das ist angelaufen mit einer Stellenanzeige im AA, aber seit Monatsbeginn auch auf dem Stellenportal „Interamt“, wo Kommunen und Verbände qualifiziertes Personal suchen. Doch das könnte schwierig werden.

Ausgeschrieben hat die Stadt Halver mit Zeitpunkt zum 1. Juli die Position eines Klimaschutzmanagers beziehungsweise einer -managerin. Kierspe aber auch. Und ebenso Bergkamen und Kerken, Holzwickede, Marl und Lüdinghausen. Auf insgesamt 22 gleiche oder ähnlich gelagerte Stellenangebote kommt Katrin Serke, zuständig für das Personalwesen im Halveraner Rathaus, bei ihrer Recherche. Grund ist offenbar, dass die entsprechenden Stellen zu 100 Prozent förderfähig sind. Man werde nun den Rücklauf abwarten, die Anzeige dann vielleicht auch auf anderen Plattformen schalten, sagt Katrin Serke auf Anfrage des AA.

Einstieg bei 4000 Euro

Schlecht ist das Angebot jedenfalls nicht, das die Stadt für einen neuen Mitarbeiter oder eine neue Mitarbeiterin für Klimafragen bereit hält. Für Berufseinsteiger geht es um rund 4000 Euro, mit Berufserfahrung können es auch deutlich über 5000 Euro werden, die monatlich gezahlt werden. Entgeltgruppe 11 oder 12 TVöD heißt das in der Ausschreibung des Klimajobs, der in Vollzeit auf drei Jahre befristet ist.

Dafür erwartet die Stadt aber einiges an Qualifikationen. Mitbringen sollte man für die ausgeschriebene Position im gehobenen Dienst ein abgeschlossenes Studium mit Diplom bzw. einem Abschluss als Bachelor oder Master im Bereich der Umweltwissenschaften, Energiewirtschaft oder einer gleichwertigen Studienrichtung mit Schwerpunkt Umwelt, Klima, Energie. Hinzu kämen möglichst einschlägige Berufserfahrungen insbesondere in den Bereichen Klimaschutz, Energie- und Umweltmanagement sowie Erfahrungen im Bereich Projektentwicklung und -steuerung.

Inhaltlich geht es um die Umsetzung eine vorliegenden Klimaschutzkonzepts, 280 Seiten dick, in dem die städtischen Ziele zur Verringerung des Ausstoßes an Treibhausgasen skizziert sind. Auf verschiedenen Ebenen im privaten und öffentlichen Bereich, in der Wirtschaft und in der Stadtplanung soll Halver klimaneutraler werden.

In welchem Fachbereich die Stelle am Ende angesiedelt wird, wird zurzeit noch verwaltungsintern geklärt. Im Gespräch ist AA-Informationen zufolge auch eine Aufteilung zwischen den Fachbereichen Bauen und Wohnen sowie Bauleitplanung.

Klimaschutzkonzept: Eckpunkte

Das einstimmig im Dezember verabschiedete Klimaschutzkonzept für Halver formuliert als konkrete Zielsetzung für Halver eine Minderung des Ausstoßes von Treibhausgasen um 27 Prozent gegenüber dem Jahr 2017. Eine Reduzierung von 10 Prozent soll dabei aus Maßnahmen des Klimaschutzkonzepts resultieren. Die weitere Einsparung um 17 Prozent erwartet das Gutachten des Büros Gertec aus einem allgemeinen Trendszenario.

Vorgesehen ist ein massiver Ausbau der Photovoltaik. Bestand 2010 waren noch 118 Anlagen, 2017 bereits 273 Anlagen. Bis 2035 sollen 870 Dachanlagen für Photovoltaik installiert sein.

Bei der Umstellung von fossilen auf regenerative Energien bei der Wärmeversorgung soll bis 2035 der Ölverbrauch auf die Hälfte reduziert werden.

Zielsetzung bis 2050 ist die Reduzierung der Treibhausgase um 95 Prozent gegenüber 1990.

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