Auf wackeligen Drahtseilen im Kletterwald

Mit der richtigen Sicherung geht es in den Parcours. Auf wackeligen Drahtseilen und Holzschaukeln wuchs auch AA-Volontärin Friederike Domke über sich hinaus.

Halver - Die Sommerferien haben begonnen und entgegen aller Befürchtungen hält sich das Wetter und belohnt bisher alle Schüler mit mehrstündigem Sonnenschein und Temperaturen wie am Mittelmeer. Bei diesen Voraussetzungen fällt auch das Daheimbleiben nicht schwer. Vor allem dann nicht, wenn man vor der Haustür die Möglichkeit hat, seine Ferien abwechslungsreich zu gestalten – zum Beispiel im Kletterwald.

Unterhalb der Herpine haben Steffi Kramer und York Schäfer einen Kletterwald mitten in der Natur errichtet. Zwischen den Bäumen hängen Seile, Holzstege und Plattformen – und das mehrere Meter über dem Boden. Doch der Besuch des „Kalisho Natursport“-Kletterwalds Halver ist nichts für Mutproben und selbsternannte Helden, darauf legen die beiden Kletterprofis wert. Und spätestens wenn man auf der ersten Plattform steht und seinen Fuß auf ein wackeliges Drahtseil stellt, weiß man, dass man mit Schnelligkeit und Hektik keinen Schritt weiter kommt. „Hier geht es um Konzentration und die Erfahrung, was der eigene Körper leisten kann“, sagt York Schäfer. Er klettert bereits seit vielen Jahren und weiß, wovon er redet. Ihm sei es vor allem wichtig, jedem Gast sein individuelles Klettererlebnis zu ermöglichen.

Bevor man den ersten Baum erklimmt, erklären Steffi Kramer, York Schäfer und ihr Team daher ganz genau, worauf man achten muss, welche Sicherheitsvorkehrungen beachtet werden müssen und welche Regeln im Kletterwald gelten. „Bei der Einführung merke ich schon, wer wie viel kann, ob manche Gäste etwas ängstlich oder übermütig sind, und gehe darauf ein“, so York weiter.

Gesichert mit Gurt, Seil und Helm, geht es dann zunächst auf einen kurzen Übungsparcours. Sichere ich mich richtig am Seil? Achte ich auf meine Mitkletterer? Wie fühlt sich ein Gang auf einem Drahtseil oder einer Holzschaukel zwischen zwei Bäumen überhaupt an? Fragen, die in Ruhe geklärt werden, bevor es dann auf den ersten höheren Parcours geht. Die verschiedenen Schwierigkeitsstufen sind durch Farbfähnchen gekennzeichnet. Mindestens zu zweit klettert man so durch die weitläufige Anlage. Wer aussteigen oder eine Pause machen möchte, kann sich zwischendurch an Seilbahnen zum Boden herunter lassen.

Triumph und Niederlage, Zurückstecken und über sich selbst hinaus wachsen – all das liegt bei der Bewältigung des Kletterparcours nah beieinander. Meist aber siegt das Gefühl von Freude und positiver Überwindung. Dann nämlich, wenn man mit wackeligen Beinen auf einem Drahtseil steht und trotz Zweifel doch die nächste, rettende Plattform erreicht.

Bis auf 13 Meter geht der Parcours des Kletterwaldes hoch. „Der Jüngste dort oben war sieben, der älteste 70 Jahre alt“, sagt York Schäfer und betont, dass es beim Klettern nicht auf Alter, Größe oder Geschlecht ankomme, sondern dass viel mehr die Individualität im Vordergrund stehe. „Jeder kann nach seinen Möglichkeiten klettern und geht mit einem guten Gefühl wieder nach Hause“, so der Profi weiter. Besonderes Augenmerk legen Steffi Kramer und York Schäfer auf die Arbeit mit Teams. „Aufeinander achten, einander helfen. All das kann man hoch in den Bäumen lernen, egal wie alt man ist.“

Der Kletterwald bietet während der Ferien sonntags und donnerstags so genannte Jedermann-Tage an. Die Startzeiten sind stündlich ab 13 Uhr. An den anderen Tagen sind Gruppen ab acht Personen mit Voranmeldung im Park. - Von Friederike Domke

Anmeldung und Informationen unter Tel. 0 23 53/1 48 90 37 und im Internet unter www.kletterwald-halver.de

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