Keilerei im B6 führt zu Geld- und Bewährungsstrafe

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Wegen gefährlicher Körperverletzung in einem minderschweren Fall wurde ein Halveraner zu einer Haftstrafe von fünf Monaten auf Bewährung verurteilt.

Halver - Äußerst unerfreulich endete im Sommer 2016 der Ausflug eines 29-Jährigen von Halver nach Lüdenscheid. Von einer Keilerei in der Diskothek „B6“ kam er mit einer Strafanzeige nach Hause, über die jetzt im Amtsgericht Lüdenscheid verhandelt wurde: Wegen gefährlicher Körperverletzung in einem minderschweren Fall wurde der Mann zu einer Haftstrafe von fünf Monaten verurteilt. Dass diese zur Bewährung auszusetzen sei, war dabei völlig unstrittig.

Wenig überraschend trug der genossene Alkohol zu der Schlägerei bei: Der Angeklagte hatte etwa 1,2 Promille „getankt“, als er einer jungen Frau an den Po fasste. „Es war ein bisschen fest für ein zufälliges Berühren“, fasste Richterin Kristina Thies den mutmaßlichen Auslöser für die Schlägerei zusammen, während der die Kontrahenten „quer durchs B6“ pflügten.

Blaue Flecken am Hals der Frau wertete die Richterin als einen Hinweis darauf, dass sie nach der plumpen Anmache auch noch Schläge vom Angeklagten kassiert hatte, als sie versuchte, die Streithähne auseinanderzuhalten. Diese „einfache“ Körperverletzung ging in das Urteil mit ein. Dass der Freund der jungen Frau sich einmischte in diese Geschichte, war nachvollziehbar.

Zum Barhocker gegriffen

Nach gegenseitigen Beleidigungen sei die Situation „weiter eskaliert“, schilderte ein unbeteiligter Zeuge das Geschehen. Der Angeklagte habe sich dann einen Barhocker gegriffen und damit auf den Freund der jungen Frau eingeschlagen. Durch die robuste Waffe wurde aus der Körperverletzung eine gefährliche Körperverletzung.

Der junge Mann schützte sich einigermaßen erfolgreich – auch gegen zusätzliche Tritte in den Rippenbereich. Am Ende der Keilerei hatte er offenbar noch Kraft für einen Tritt in den „Rücken“ des Angeklagten. Mag sein, dass es ihm diese kleine Revanche leichter machte, vor Gericht mehr oder weniger abzuwinken.

„Wollen Sie sagen, dass das für Sie erledigt ist?“, wollte Verteidiger Heiko Kölz von dem Zeugen wissen. „So etwas kann passieren“, gab der sich versöhnlich. „Ich weiß nicht, warum ich hier sitze. Ich glaube, ich habe ihn nicht angezeigt.“

Der Angeklagte und sein Anwalt schilderten das Ganze als eine Rangelei mit beiderseitigen Schlägen, was die Richterin nicht überzeugte. Die mannhafte Haltung des Geschädigten und seine nur leichten Verletzungen nahm sie jedoch zum Anlass, von einem minderschweren Fall auszugehen.

Training gegen Aggression

Der vom Verteidiger ins Spiel gebrachten Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldauflage wollte sie nicht zustimmen. „Es ist scheinbar üblich, dass man unter Männern in der Disko solche Probleme so löst“, staunte sie über den verhängnisvollen Zusammenklang von Testosteron und Alkohol. Und so gab es zu den fünf Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung auch noch eine Geldstrafe von 1000 Euro und ein verordnetes Anti-Aggressionstraining.

Update 8. März 2017: Ursprünglich hatten wir in diesem Artikel berichtet, dass sich die Keilerei in der Lüdenscheider Disco "Ballermann" zugetragen hat. Richtigerweise hat sie im "B6" stattgefunden. "Ballermann" ist eine geschützte Marke, die mit der Disco in Lüdenscheid (die übrigens seit Dezember 2016 geschlossen ist) nichts zu tun hat.

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