Irischer Abend: "Fragile Matt" spielt in der "Tanke"  

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Halver - „Habt ihr inzwischen eine Eisenbahn?“ Auf seine Frage erhielt Bandgründer David Hutchinson am Samstag in der „Tanke“ beim vierten Auftritt von „Fragile Matt“ zum vierten Mal eine abschlägige Antwort.

Ins Jahr 1835, zu Paddy, der bei der Eisenbahn arbeitete („Paddy on the railway“), versetzten der Musiker und seine Mitstreiter ihr begeistertes Publikum dennoch ohne Mühe. Bildhaft war in dem populären irischen Folk Song die Plackerei der Eisenbahnarbeiter früherer Zeiten vor Augen. Wo immer es ging, sang, klatschte und tanzte das Publikum mit. „Ein singendes Volk haben wir hier“, stellte der gebürtige Ire und heutige Solinger fest. Wie das kam, erzählte er in „Seven drunken nights“ auf humorvolle, hinreißende Art.

Viertes Gastspiel

Aus allen Nähten platzte die „Tanke“ beim vierten Gastspiel der Irish Folk Band, die die Halveraner – und nicht nur die – mit ihren Liedern und Geschichten um den Finger wickelte. In der Besetzung David Hutchinson (Banjo, Bouzouki und Gesang), Andrea Zielke (Banjo, Dudelsäckchen, Whistles und Gesang) und Katja Winterberg (Bodhrán) versetzte die beliebte Formation die Folk-Fans mit ihren sanften und zündenden Ohrwurm-Liedern in Stimmung.

Irischer Abend: Band "Fragile Matt" spielt in der "Tanke" 

Gast an der Gitarre

Als Gast mischte Jürgen Rothe (Gitarre) kräftig beim heiteren Fabulieren und Spinnen von Seemannsgarn mit. Dabei gestattete sich die Band frank und frei auch einen neugierigen Blick unter den Schottenrock. „Donald where’s your troosers?“, hieß es da gut gelaunt. Den Matrosen, dessen fliegender Schottenrock Trommlerin Katja in helle Aufregung versetzte, erfanden die flunkernden Geschichtenerzähler gleich mit dazu.

Beste Pub-Atmosphäre

In Pub-Atmosphäre, dicht an dicht, ließ das lachende und klatschende Publikum kaum eine günstige Gelegenheit aus, mit den Musikern zu schäkern und bei bekannten Refrains kräftig mitzusingen. Oft genug waren die ausgeteilten Liedblätter zum Ablesen nicht einmal vonnöten. Sogar tanzen ließ sich auf engstem Raum. Einen ganzen Sack voll mitreißender Titel, in denen sich die irische Seele spiegelte, brachte „Fragile Matt“ zum Heimspiel in der „Tanke“ mit.

Breites musikalisches Spektrum

Bei Jigs und Reels, Shantys, Polkas und Balladen ließ sich mühelos der Alltag vergessen und von grünen Wiesen, Meeresabenteuern und fernen Ländern träumen. Traurige Lieder wie „Molly Malone“, der Fischhändlerin gewidmet, die jung an einem Fieber starb, freche und forsche Arbeiterlieder wie „Goodbye Mrs. Durkin“ und zündende Songs wie „The whistling gipsy rover“ reihte die Band wie Perlen an der Schnur aneinander. Richtig schön!

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