Herpine Modernisierung läuft auf Hochtouren

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Im Waldfreibad Herpine muss ab sofort nicht mehr per Hand gechlort werden, vielmehr wurde ein Chlorgasanlage eingebaut. Außerdem gibt es diese Filterbehälter, in denen das Wasser gereinigt wird.

Halver -  Seit über 80 Jahren gibt es das Waldfreibad Herpine. Nun werden die Anlagen rund um das 6000 Quadratmeter große Becken renoviert und an aktuelle Standards angepasst. Der Umbau besteht aus mehreren Arbeitsschritten. Einige Neuheiten werden die Badegäste zwar nicht zu Gesicht bekommen, doch sollten sie von einer verbesserten Wasserqualität profitieren.

Von Laura Schönwies

„Früher wurde das Chlor noch per Hand nach Feierabend in das Wasser gegeben“, weiß Phillipp Hutt, Schwimmmeister des Freibads. Bald erledige dies eine vollautomatische Chlorgasanlage. Diese besteht aus 16 Flaschen, die gasförmiges Chlor enthalten. Zusätzlich sind acht Reserveflaschen vorhanden. „Zu den aktuellen Standards gehört eine permanente Überwachung des Chlorwertes. Diesen wollen wir gerecht werden“, fügt Hutt hinzu.

Die Messung des Chlorwerts geschieht über zwei Zapfstellen, die im Becken eingelassen sind. Sie leiten das Wasser über zwei separate Leitungen an die neue Chloranlage, wo eine Sonde den aktuellen Chlorwert misst und dann ein Signal an die Anlage sende, damit diese nach Richtlinien regulieren kann. „Somit können wir einen konstanten Gehalt garantieren, da der Wert permanent dem eingespeicherten Standard angepasst wird. Das Signal gibt an, ob mehr oder weniger Chlor ins Wasser eingelassen werden muss“, erklärt Hutt die neue Anschaffung.

Ebenfalls nicht für die Badegäste zu sehen sind die großen blauen Filterbehälter, die das Wasser aus dem Becken wieder frisch aufbereiten. Der ein oder andere Schwimmer könnte etwas davon mitbekommen, wenn er ein Kribbeln an den Füßen verspürt. Das liege vermutlich an Löchern, die in die Beckenwände eingelassen worden sind. Die unteren Löcher saugen das Wasser aus dem Becken ab, während aus den oberen Einströmdüsen das frisch aufbereitete Wasser aus den Filterbehältern wieder ins das Becken hinein fließt. Vor der Renovierung gelangte das Frischwasser nur von der rechten Seite ins Becken, nun sind beide Seiten versorgt. „Wir haben alles neu verrohrt. Acht Rohre führen jetzt zur Technik“, zeigt Hutt das Ausmaß der Renovierungsarbeiten auf. „Das alte System bleibt bestehen, das Neue kommt hinzu“, fasst er zusammen.

Positiv dürfte den Besuchern auffallen, dass deutlich mehr Liegewiese zum Erholen und Sonnenbaden zur Verfügung steht (wir berichteten). Ebenfalls neu ist, dass die Absperrung an den Seiten des Schwimmerbereichs abmontiert wurden. Die alten Startblöcke sind extra beiseite geschafft worden. Dafür wird der Sprung vom neu gepflasterten Beckenrand demnächst erlaubt sein.

Das liegt daran, dass zwei Seitenwände weiter in das Becken hinein eingerückt wurden. Die eine ragt nun drei Meter ins Becken hinein, während die andere sogar fünf Meter vorgerückt ist. „Das hat den einfachen Grund, dass die alten Wände marode waren. Durch das Vorrücken ergeben sich viele Vorteile“, freut sich Hutt. Dazu gehört auch die Vergrößerung der Rinnenfläche, die sich am Beckenrand entlang zieht. „Durch die Rinnenfläche läuft das Wasser in einen Kreislauf zur Aufbereitung. Nun haben wir davon mehr zur Verfügung“, erläutert Hutt einen weiteren Vorteil.

Besonders die jungen Badegäste dürften sich über eine neue Attraktion freuen, die schon viel eher ins Auge fallen wird. Links neben den Sprungbrettern wird eine vier Meter hohe Kletterwand die Jungen und Mädchen einladen.

Zu den weiteren Renovierungsmaßnahmen zählt die Aufbereitung der Sanitäranlagen. „Da wird neu gefliest und neue Böden werden verlegt. Ich habe auch schon selbst mit meinem Vater Hand angelegt“, so Hutt. Vieles sei schon geschafft. „Um einem Legionellen-Problem vorzubeugen, haben wir die Verbindungen zwischen Zapfstelle und Abnehmern erneuert, das kann zum Beispiel eine Dusche sein. Wenn die Dusche längere Zeit nicht in Betrieb ist, bleibt das Wasser nun nicht mehr in der Leitung stehen, was heikel werden könnte“.

In den Damen- und Herrentoiletten fehlen noch die Kabinen und Armaturen. Ebenfalls müssen die Duschbrausen angebracht werden. „Für die Finanzierung des Ganzen stehen uns noch die restlichen Fördermittel zur Verfügung, die von der Unterstützung für das Kinderbecken übrig geblieben sind. Außerdem haben wir Glück im Unglück bei einem Wasserrohrschaden gehabt. Die Versicherung zahlt uns eine neue Verrohrung“, freut sich Hutt. Nun bleibt noch, auf einen hoffentlich warmen Sommer zu warten. Die Herpine ist Dank tatkräftigem Einsatz auf jeden Fall vorbereitet.

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