Bewerbung mit Aussicht auf Erfolg

Bürgerzentrum im Rennen um hohe Geldsumme

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Hoffen auf den Sieg: Kai Hellmann, Claudia Wrede und Michael Brosch (v.l.).

Halver – „Wir erfüllen alle Auswahlkriterien und deswegen bin ich guter Dinge“, zeigt sich Claudia Wrede vom Bürgerzentrum Halver optimistisch. Optimistisch mit Blick auf den Nachbarschaftspreis. 

Bei dem bundesweiten Wettbewerb der nebenan.de-Stiftung hat sich das Bürgerzentrum beworben und hofft auf einen der Nominierungsplätze, die in das Rennen um die Preisgelder gehen. Bei dem Preis werden die Projekte ausgezeichnet, die durch ihr Engagement in erster Linie lokal verankert sind und auch die Wohn- und Lebensqualität des direkten Umfelds steigern. „Unsere soziale Einrichtung wird von vielen Vereinen und Verbänden aus der Gemeinde genutzt. Die Halveraner Bürger haben in dieser Begegnungsstätte die Möglichkeit, sich zu treffen, beraten zu lassen, sich zu vernetzen sowie ehrenamtlich tätig zu sein“, erklärt Wrede die Vorzüge des Ortes, den Bürgermeister Michael Brosch als einen „der Leuchttürme unserer Stadt“ bezeichnet. 

Auswahlkriterien sind erfüllt

Er war es auch, der Wrede auf die Ausschreibung des Preises aufmerksam machte. Im Jahre 2009 aus der ehemaligen Altentagesstätte entstanden, folgte für das Bürgerzentrum 2017 der Umzug in ein helles, modernes und freundliches Domizil. „Das Bürgerzentrum hat sich seit seinem Umzug an die Mühlenstraße sehr positiv entwickelt. Es ist ein wenig so, als hätten sie den Preis für uns geschrieben. Deswegen ist unsere Bewerbung auch sehr ernst gemeint. Ich bin mir sicher, dass wir gute Chancen haben.“ 

Neben der Preisabstimmung, die von einer Jury vorgenommen wird, wird auch jährlich ein Publikumspreis ausgeschrieben, dessen Thema jährlich wechselt. In diesem Jahr überschattet die Corona-Pandemie alles – nicht überraschend, dass sich auch der Publikumspreis mit dem Thema auseinandersetzt, es geht im Konkreten um Coronahilfe.

Coronahilfe: Essenslieferung und Ehrenamtsbörse

Auch in diesem Punkt war das Bürgerzentrum nicht untätig, sondern schob gleich mehrere Projekte in den vergangenen Monaten an. Das monatliche Essen an der Mühlenstraße entfiel,doch mit Hilfe des DRK wurde ein mobiler Essensdienst ins Leben gerufen, der in den vergangenen Monaten unterwegs war. „Im vergangenen Monat haben wir bei der Aktion mehr als 30 Leute mit Essen versorgt“, sagt Claudia Wrede, die dieses Projekt als eines ansieht, das „aus der Not geboren wurde“. Denn die wirkliche Begegnung mit gleichaltrigen Menschen kann diese mobile Essenslieferung nicht ersetzen, aber: „Wir zeigen, dass wir auch in der Krisenzeit an sie denken und sie unterstützen wollen.“ Die freiwilligen Helfer, die im Normalfall ein Drei-Gänge-Menü im Bürgerzentrum anbieten, setzen bei der Essens-Auslieferung auf flüssige Kost. „Am Samstag ist die Kartoffelsuppe an der Reihe. Eine Frau aus unserem Team ist pensionierte Köchin, sie hat eine große Erfahrung und kennt sich mit den Mengenverhältnissen aus.“ 

Zudem wurde im Bürgerzentrum während der Corona-Krise eine Ehrenamtsbörse gestartet. Viele jüngere Leute meldeten sich, um Senioren beziehungsweise Menschen mit Vorerkrankungen zu helfen – so wurden Helfer und Hilfsbedürftige in dieser schwierigen Zeit zusammengebracht. Claudia Wrede hat auch schon eine genaue Vorstellung davon, wie sie das mögliche Preisgeld in die Arbeit vor Ort an der Mühlenstraße einsetzen würde: „Corona hat uns gezeigt, dass viele ältere Leute wenig Kontakt zur Außenwelt haben, weil sie nicht die digitalen Fähigkeiten besitzen. Deswegen würden wir gerne vor Ort ein Kursangebot zu Digitalisierung für Senioren anbieten. Wir würden dies in einer Kooperation mit den weiterführenden Schulen anbieten.“

Infos zum Nachbarschaftspreis

Inhalt: Der Deutsche Nachbarschaftspreis ist ein bundesweiter Wettbewerb, den die nebenan.de-Stiftung seit dem Jahr 2017 jährlich auslobt. Mit diesem Preis soll nachbarschaftlichem Engagement eine neue Sichtbarkeit gegeben und gleichzeitig das Bewusstsein dafür geschärft werden, dass lokale Gemeinschaften eine fundamentale Bedeutung haben. 

Preise: Der Deutsche Nachbarschaftspreis ist mit 58 000 Euro dotiert. 16 Landessieger erhalten jeweils 2000 Euro. Die drei Bundessieger erhalten 10 000 Euro (1. Platz), 7000 Euro (2. Platz) und 5000 Euro (3. Platz). Der Publikumssieger – das diesjährige Thema lautet Coronahilfe – erhält 10 000 Euro. . 

Nominierung: Am 25. August steht fest, welche Projekte der jeweiligen Bundesländer nominiert sind. Es sind acht aus jedem Bundesland. Diese nehmen alle automatisch an der Publikumsabstimmung für den Preis Coronahilfe teil.

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