Halver gehört zu den 111 schönsten Orten in Südwestfalen

Anschlag gehört zu den 111 Orten, die man in Südwestfalen gesehen haben sollte, dieser Meinung sind zumindest die Buch-Autoren. Dort stecke die Grenze bereits im Ortsnamen. ▪ Weber

HALVER ▪ In ihrem neuen Buch stellen die gebürtige Halveranerin Katrin Höller und ihre Kölner Kollegin Christina Kuhn skurrile, spannende, einmalige oder einfach nur schöne Orte der Region vor. Gleich drei Mal schaffte es Halver in das Buch.

Johannes von der Hofens Tod wirft Fragen auf. Bis heute ist nur eines sicher: Er war sofort tot. Über das, was sich am 8. September 1719 in der Nähe von Erlen abspielte wird auch noch 293 Jahre später spekuliert. Fest steht: Es war eine Explosion, die den Fuhrmann tötete. Ein Gedenkstein erinnert noch heute an den grausamen Vorfall. Die Geschichte ist so spektakulär, dass der Schwarzpulver-Gedenkstein zu den 111 Orten in Südwestfalen gehört, die man gesehen haben muss.

Neben dem Gedenkstein sind nach Meinung von Höller und Kuhn auch Anschlag und die Herpine sehenswert.

„Der Schwarzpulver-Gedenkstein zählt zu meinen Lieblingsorten“, erklärt Autorin Katrin Höller. Ihr Vater habe den Ort noch gekannt, aber nicht gewusst, was es damit auf sich hatte. Im Rahmen der Recherchen habe sich herausgestellt, dass der Fotograf Jörg Küster Kontakte zum Pulver-Museum in Wipperfürth hatte. Dort erzählte man ihnen, dass nicht genau klar sei, was passiert ist. Das nahegelegene Bergische Land aber eine Hochburg der Pulvermühlen gewesen sei. „1719 dem 8 Sept ist Johanes von der Hofen allhier erbermelich zum Doh kommen“, steht auf dem Stein. Der Fuhrmann sei an diesem Tag mit einer Ladung Schwarzpulver unterwegs gewesen. „Seine Pferde sind vielleicht durchgegangen; vielleicht war er auch unachtsam mit der Pfeife – jedenfalls barsten die Pulverfässer, es gab einen großen Knall, und von ihm und dem Wagen blieb nichts mehr übrig“, heißt es in dem Buch. Eine Wegbeschreibung zu dem Gedenkstein ist natürlich bei den Tipps vorhanden.

„Anschlag musste einfach rein – das war für mich klar“, so Höller. Kaum einer sei sich der Bedeutung, die der Ort einst hatte, noch bewusst. Noch heute verlaufe dort in einer wilden Zickzacklinie die historische Grenze zwischen den Grafschaften Mark und Berg, zwischen Märkischem und Oberbergischem Kreis, zwischen Westfalen und Rheinland. Aber Anschlag sei auch eine Kulturgrenze: „Wandert man von Anschlag nach Westen, gibt es im Gasthaus plötzlich kein Pils mehr, sondern Kölsch, wird man plötzlich mir rheinischem Zungenschlag begrüßt, stehen plötzlich Wegkreuze an der Straße“, heißt es in dem Buch. Diese Erfahrung macht Katrin Höller regelmäßig: „Die Entfernung ins Rheinland ist so kurz, aber während zehn Kilometer weiter alle schunkeln und fröhlich sind, herrscht hier westfälische Zurückhaltung.“

Unbedingt in das Buch musste nach Meinung Höllers auch die Herpine. „Das ist einfach ein Stück Kindheit von mir. Von dem schönen Bad müssen unbedingt noch mehr Leute erfahren, das ganze Tal ist toll.“

Eine Auswahl zu treffen sei den Autoren nicht leicht gefallen. Katrin Höller hätte noch viel mehr Halveraner Sehenswürdigkeiten im petto gehabt: „Naja, eigentlich haben es ja sechs Sehenswürdigkeiten ins Buch geschafft.“ Denn zu jedem Ort liefern die Autoren noch Tipps. So lassen sich problemlos kleine Routen zusammenstellen. Von der Herpine aus könnten die Besucher beispielsweise wunderbar zum Minigolf auf der Sterngolfanlage gehen. In Anschlag schicken die Autoren die Wanderfreunde auf Grenzstein-Schatzsuche. ▪ lm

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