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Erste Fahrradstraße im südlichen MK

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Von: Sarah Lorencic

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Fahrräder im Norden
Radfahrer fahren auf der Fahrradstraße an der Außenalster. © Marcus Brandt/dpa/Archivbild

Das wäre die erste Straße dieser Art im Umkreis. Eine, auf der Fahrräder nebeneinander fahren dürften und Pkw mehr Rücksicht nehmen müssten. Eine Fahrradstraße - wenngleich sie nur 450 Meter lang ist.

Halver – Vorrang für Radfahrer. Das soll bald probeweise in der Hermann-Köhler-Straße gelten. Die rund 450 Meter lange Strecke soll eine Fahrradstraße werden. Eigentlich sind Fahrradstraßen nur für Fahrräder und E-Scooter vorgesehen, im Falle der Hermann-Köhler-Straße ist eine Nutzung für Kraftfahrzeug weiter vorgesehen und durch eine Zusatzbeschilderung geregelt. So oder so: Das wäre eine Premiere für den südlichen Märkischen Kreis. „Fahrradstraßen gibt es in vielen Großstädten, warum also auch nicht im kleinen Halver?“, argumentiert Ramona Ullrich, zuständig für Radwege im Bauamt der Stadt.

Bis auf Kreuzungen, wo rechts vor links gilt, hätten Fahrräder Vorrang. Zudem dürfen sie nebeneinander fahren und nicht bedrängt werden. Autofahrer müssten hinter einem Grüppchen von beispielsweise Schülern hinterherfahren und dürfen sie nicht überholen. Im Gegensatz zu Radfahrstreifen und Schutzstreifen ist in Fahrradstraßen die gesamte Fahrbahnbreite für den Radverkehr reserviert.

Es sind nur 450 Meter und auch erst einmal nur probeweise, aber die Hermann-Köhler-Straße soll eine Fahrradstraße werden. Das ist Teil des innerstädtischen Schülerradwegekonzeptes.
Es sind nur 450 Meter und auch erst einmal nur probeweise, aber die Hermann-Köhler-Straße soll eine Fahrradstraße werden. Das ist Teil des innerstädtischen Schülerradwegekonzeptes. © Lorencic, Sarah

Somit unterscheidet sich diese Straße nach dem Verkehrsrecht von einem Radweg, da dieser durch Markierungen und oft auch eine spezielle Bauweise – wie Bordsteine, Grünstreifen oder farbigen Belag oder Steine – von der Fahrbahn abgegrenzt ist. Wie Ramona Ullrich anmerkt, könnte es sein, dass aufgrund der 30er-Zone, zu der die Hermann-Köhler-Straße gehört, Fahrräder nicht nebeneinander fahren dürfen. Dazu bedarf es weiteren Überlegungen. Etwa, ob man die Straße aus der Zone herausnimmt und Tempo 30, wie es für Fahrradstraßen mit Kfz-Zulassung festgesetzt ist, gilt.

Empfohlen wird die Umwandlung in eine Fahrradstraße vom Arbeitskreis Radwege. Grundlage ist das innerstädtische Schülerradwegekonzept. Erprobt werden sollte die Radwegeverbindung von der Falkenstraße über Von-Vincke-Straße, Hermann-Köhler-Straße bis zur Humboldtstraße und von dort aus über den Pestalozziweg zum Schulzentrum.

In der Hermann-Köhler-Straße sollen zudem mobile Geschwindigkeitsmesser aufgestellt werden, um die Autofahrer auf Tempo 30 aufmerksam zu machen, so der Vorschlag des Arbeitskreises, der im Juni 2021 Thema im Planungsausschuss war. Eine mobile Smiley-Anlage zur Sensibilisierung der Autofahrer hätte das Ordnungsamt der Stadt noch in der Rückhand.

Zunächst aber muss die Hermann-Köhler-Straße umgewandelt und dazu neu beschildert werden. Mit Zustimmung des Planungs- und Hauptausschusses geht das Vorhaben an die Verkehrsbehörde des Märkischen Kreises und an die Polizeibehörde. Das grüne Licht geben am Ende diese Behörden, wie Ramona Ullrich sagt. Mehr Schutz für Radfahrer gebe es dadurch allemal, sagt die Stadtmitarbeiterin und hofft auf Zustimmung trotz mangelnder Erfahrung im Kreis. Bis zum Ausschuss sammelt sie noch Erkenntnisse, die in der Stadt Iserlohn gemacht worden sind. Dort gibt es Fahrradstraßen bereits.

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