Aufladen in Wohnquartieren

Tanken mitten im Quartier? In Halver bald möglich

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Christioher Kuppig (Mark-E), Sascha Schmitte (Enervie), Bürgermeister Michael Brosch, Andrea Craen und Dorothee Fruntke (beide Geschäftsleiterinnen der WHS) stellen das Konzept für Ladesäulen in Wohnquartieren vor.

Halver – Das Henne-Ei-Prinzip soll aufgebrochen werden. Das ist das Ziel von Bürgermeister Michael Brosch in Sachen Elektromobilität. Wer sich ein Elektro-Auto anschaffen will, soll nicht mehr durch ein nicht ausreichendes Ladenetz daran gehindert werden.

Dankbar ist er jetzt, dass sich Verantwortliche dafür gefunden haben, die die E-Mobilität im öffentlichen Raum vorantreiben: die Wohnungsgesellschaft Halver-Schalksmühle (WHS). Bisher gibt es in Halver eine öffentliche Ladesäule am Rathaus, eine bei Raiffeisen und eine im „halböffentlichen Raum“ bei der Firma Turck. Eine weitere öffentliche Säule soll demnächst am Kuba folgen. Neu in der ganzen Planung ist jetzt, dass die E-Ladesäulen innerhalb von Wohnquartieren errichtet werden sollen. In Zusammenarbeit mit der WHS und Mark-E wurden für insgesamt vier Standorte Konzepte entwickelt, die aufgrund von bevorstehenden Baumaßnahmen vorgenommen werden können und sollen. Dabei geht es neben der Von-Vincke-Straße um die Standorte Oesterberg 15, Weststraße 31 und die Ringstraße. In den reinen Wohnquartieren soll für die Anwohner die Möglichkeit geschaffen werden, über Nacht ihr Elektro-Auto zu laden. „Mieter haben nicht immer die Möglichkeit wie Eigenheimbesitzer“, sagt Michael Brosch. 

Auch ihnen will die Stadt und die WHS nun die Möglichkeit geben. „Das Wohnquartier gewinnt dadurch auch an Attraktivität“, sagt Brosch. Das ist neu für Halver, aber nicht unbedingt neu für die Mark-E-Gesellschaft. Wie Christopher Kuppig, Leiter Vertrieb Privat und Gewerbekunden bei Mark-E sowie Sascha Schmitte, Wirtschaftsingenieur bei Enervie, erläutern, seien sie auch mit anderen Wohnungsgesellschaften im Gespräch. „Der Schritt, den die WHS geht, ist gut und wichtig“, sagt der Mark-E-Mitarbeiter. In fünf Jahren, sagen sie, werde man nicht mehr viel darüber reden – das Ladesäulen-Netz sei dann besser ausgebaut. 

Immer mehr Nachfragen

Bisher gibt es im Märkischen Kreis 32 Ladesäulen. Die Anfragen häufen sich jedoch, sagt Kuppig. Die hohe Nachfrage kann auch Dorothee Fruntke, Geschäftsleiterin der WHS, bestätigen. Die erste Antwort aus Arnsberg bezüglich des Förderantrags für die erste Säule an der Von-Vincke-Straße beinhaltet die Information, dass es aufgrund der hohen Nachfrage zu längerer Wartezeit kommen kann. Gefördert werden 50 Prozent, rund 15 000 Euro kostet eine Säule, inklusive Aufbau. Geplant sind für die Von-Vincke-Straße eine Ladesäule und für die drei weiteren Standorte jeweils zwei Säulen. Angepasst sind sie an die jeweiligen Bedürfnisse. An der Von-Vincke-Straße wird eine Ladesäule stehen, an der binnen kurzer Zeit das Auto vollgeladen werden kann. 

Gedacht ist sie nicht nur für Anwohner, sondern auch für Besucher der Innenstadt und Gastronomie. In den Wohnquartieren wird das Laden länger dauern, weil das Auto über Nacht am Stecker bleiben wird. Insgesamt werden pro Ladesäule zwei Parkplätze umfunktioniert, insgesamt also sechs. Daran, dass Elektromobilität Teil der Zukunft ist, besteht nach Christopher Kuppig und Sascha Schmitte kein Zweifel. Einen Mix aus verschiedenen Angeboten werde es geben, nicht nur Elektro-Autos. „Langfristig muss man fossile Brennstoffe ersetzen.“ Das Netz muss noch ausgebaut werden, aber „das geht nur gemeinsam“, sagt Sascha Schmitte. Zur Verfügung gestellt werden müssen für die Standorte städtische Parkplätze. Und da kommt die Stadt als dritte Partei in die Planung hinein. „Wir helfen als Stadt sehr gern“, sagt Michael Brosch und betont, dass E-Laden vor Ort geklärt werden muss. 

Konzept für Region Oben an der Volme

An der Von-Vincke-Straße entsteht derzeit ein neues Wohngebäude der WHS. Bezugsfertig soll das 2022 sein, sagt Geschäftsleiterin Andrea Craen. Die Ladesäule kann jedoch sehr viel kurzfristiger entstehen. Abhängig sei das von der Bewilligung der Förderung. Die Initiative der WHS mit der Stadt als Partner ist einer von vielen kleinen Bausteinen, sagt Michael Brosch. Aktiv will die Stadt Halver in dem Bereich Elektromobilität bleiben. Gemeinsam beauftragten die Kommunen Oben an der Volme Meinerzhagen, Schalksmühle, Kierspe und Herscheid die Enervie, ein Konzept für die Region zu erstellen und den Bedarf zu benennen. Es wird also weiter gehen mit dem Netzausbau in Halver und der Region.

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