Förderung der Digitalisierung steht im Mittelpunkt

Bewältigung des Coronavirus eine "Riesen-Nummer" für Schulen in Halver

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Abstand auf dem Schulhof: Die Schulen in Halver wurden mit Desinfektionsmitteln und anderen Schutzartikeln ausgestattet.

Halver – An mehreren Punkten ging es im Hauptausschuss um die Halveraner Schulen und die besondere Situation durch die Corona-Pandemie.

Zu Gast war Friedhelm Schröder, Leiter der auslaufenden Realschule in Halver. Er berichtete den Mitgliedern des Ausschusses von der aktuellen Situation. 

Die Fraktionen CDU, UWG, Grüne und FDP hatten am 15. April den Antrag gestellt, den Unterricht an Halveraner Schulen mit Hygieneschutzmaßnahmen sicher zu gestalten. 

Die Verwaltung war beauftragt worden, mit der Beschaffung der Hygiene- und Schutzausstattung unverzüglich zu beginnen, um einen reibungslosen Schulstart zu gewährleisten.

Antrag: Unterricht an Halveraner Schulen sicher gestalten 

„Es sind in ausreichendem Maße geeignete Flächendesinfektionsmittel, Desinfektionsmittel in Spendern, Papierhandtücher und Flüssigseife sowie Mundschutz und Handschuhe zu beschaffen und den Schulen zur Verfügung zu stellen“, heißt es. 

In einer interfraktionellen Sitzung sei ausführlich über den Antrag gesprochen worden, „da ich der Presse entnommen habe, dass die Unterhaltung möglicherweise doch nicht abschließend zu einem befriedigenden Ergebnis geführt haben könnte, haben wir gemeinsam gesagt, wir nehmen es nochmal auf die Tagesordnung“, sagt Bürgermeister Michael Brosch. 

Nachdem es Diskussionen um die Zuständigkeit gab, konnte Schröder darüber berichten, wie die Realität an den Halveraner Schulen zum Schulstart ausgesehen hat. Einleitend sagt Schröder, dass die Hygiene nur ein Teil der ganzen Situation sei, auf die sich die Schulen einstellen mussten. So seien die Informationen des Landes erst sehr spät an die Schulen übermittelt worden, erste Informationen habe man der Presse entnommen. 

Nutzen müssen vor Kosten stehen

„Man sollte also aus diesem Spektrum heraus irgendetwas planen, was den Weisungen und Bestimmungen und auch der Hygienebestimmungen entsprechend ist.“ Es sei eine „Riesen-Nummer“ von Stadt und Schule gewesen, diese Situation zu stemmen. Hinzu kam noch, dass bestimmte Lehrkräfte nicht eingesetzt werden konnten. 

„Das heißt, wenn ich das abgespeckte Realschul-Lehrerkollegium sehe, durften genau null Lehrkräfte tätig werden. Ausgeholfen hat die Sekundarschule“, sagt Schröder und freut sich über die Zusammenarbeit. Neben vielen offenen Fragen seien dann die Hygienepläne in den Schulen angekommen. 

In einer Videokonferenz, in der auch Thomas Gehring, Fachbereichsleiter Bürgerdienste sowie Teil des Corona-Krisenstabs der Stadt, teilgenommen hat, wurde alles besprochen und daraufhin rechtzeitig zum Schulstart am 23. April weitestgehend umgesetzt. Dazu gehören neben Desinfektionsmittel und Schutzmasken auch die Abstandseinhaltung in den Schulen und im Unterricht. 

Gerade die zusätzlichen Reinigungen kosteten viel Geld, sagt Schröder und freut sich darüber, dass es in diesen Zeiten nicht um die Kosten geht, sondern den Nutzen. 

Er merkt aber auch an, dass er sich solche Standards unabhängig von Krisen-Zeiten wünsche. Zusammenfassend sagt der Schulleiter: „Das musste alles geregelt und auch umgesetzt werden – und das haben wir auch geschafft. Und die Stadt sei in diesem Zusammenhang kooperativ und hilfsbereit gewesen.

„Unser Eindruck ist ebenfalls, dass in den Schulen, alles getan wurde, um der schwierigen Informationslage gerecht zu werden“, sagt Michael Brosch. Im Ausschuss informierte er über eine Telefonkonferenz mit Heimatministerin Ina Scharrenbach, bei der er gemeinsam mit anderen Bürgermeistern darum bat, Informationen schnell zu transportieren. 

Dass es eine Herausforderung für die Schulen war, merkte auch Sascha Gerhardt (FDP) an. Er hoffe, dass es zu keinem Missverständnis bezüglich der Intention dieses Antrags kam. „Wir wollten mit diesem Antrag ein deutliches Signal setzen, dass uns diese Schulöffnung als Meilenstein für die Rückführung in kleinen Schritten zur Normalität eine ganz besonders herausragende Bedeutung hat.“

Martina Hesse (CDU) stellte einen Zusammenhang zum medizinischen Versorgungszentrum her und sagte, man mache sich Gedanken um die Gesundheit der Bürger, also solle man auch die Schüler berücksichtigen. Sie findet, es stehe einer Stadt gut, wenn man über Zuständigkeiten hinweg, Depots anlege, in diesem Fall für Schulen, um Hilfestellungen zu geben. 

„Was die Stadt auch gemacht hat“, reagierte Brosch und sah den Punkt für abgearbeitet. „Nein“, hieß es vonseiten Hesses. „Ich möchte wissen, was die Stadt bis jetzt gemacht hat – also wie viele Pakete Desinfektionsmittel, Mundschutz, Handschutz – was ist bis jetzt angeschafft worden?“ Beziffert haben wollte sie es.

Schröder zählte auf, was die Schulen alles von der Stadt bekommen haben. „Alles so zeitnah, dass es vor dem 23. April bei uns war.“ Aber war es vor dem Antrag, wollte Hesse noch wissen. „Selbstverständlich“, entgegnete Brosch. „Gut“, sagte Hesse und war dann mit der Beantwortung des Antrags zufrieden. 

Vonseiten der UWG wollte man wissen, wie es in Zukunft weitergehen soll. Vor allem in Hinblick auf die gestaffelten Unterrichtszeiten wollte sie wissen, inwiefern die Märkische Verkehrsgesellschaft (MVG) ihre Fahrpläne für die Schüler anpasst und forderte, dass man mit der MVG gemeinsam plane. Immerhin hätte jede Schule eigene Konzepte. Weiter nahm sie Bezug auf die Ausführungen von Schröder und wollte wissen, welche Kosten auf die Stadt zukommen. „Wir müssen wissen, was auf uns zukommt.“

Konzept zur Digitalisierung 

Digitale Konzepte können für die Schulbildung entscheidend sein, sagt Sabine Wallmann (UWG): „Die Schulen, die sich in der Vergangenheit intensiv mit dem Thema beschäftigt haben, konnten einen wesentlich besseren Unterricht gewährleisten in dieser Zeit.“ Damit es nicht nur einzelne Schulen sind, fordert die UWG in einem Antrag, dass die Schulen bei ihren Konzepten zur Digitalisierung unterstützt werden. 

Die Bundesregierung hat ergänzend zum Digitalpakt Schule ein neues Sofortprogramm in Höhe von 550 Millionen Euro auf den Weg gebracht. Genutzt werden soll dieses Geld in erster Linie zur Beschaffung von Endgeräten, weil auch Bundesbildungsministerin Anja Karliczek davon ausgeht, dass der Unterricht noch auf absehbare Zeit aus einer Mischung von Präsenzunterricht und digitalem Lernen bestehen werde Laut der Ministerin dürfe die Corona-Krise keine Bildungskrise werden, dem schließt sich UWG-Fraktion an. „Das ist die Grundlage unseres Antrages.“ 

Der Ausschuss für Bildung und Jugend soll kurzfristig einberufen werden und das Anne-Frank-Gymnasium sowie IT-Spezialist Jörn Müller sollen das Konzept der Schule vorstellen. 

Auch die übrigen Halveraner Schulen sollen mit einbezogen werden und sagen, was ihnen genau fehlt, sagt Wallmann. „Ich denke, es führt kein Weg daran vorbei – wir brauchen es ganz dringend.“ Schüler, die zur Risikogruppe gehören, hätten ein Recht auf Bildung sowie Lehrer, die zur Risikogruppe gehören, ein Recht auf Arbeit hätten.

Thomas Gehring wies darauf hin, dass im Rahmen des im März beschlossenen Medienentwicklungsplans schone einige Punkte und Fragestellungen des Antrags abgearbeitet worden seien. Dass einige Punkte coronabedingt beschleunigt werden sollten sei richtig, hänge aber nicht nur von der Stadt ab, sondern sollte im Bezug auf pädagogische Konzepte gemeinsam mit den Schulleitungen erarbeitet werden. „Wir als Schulträger müssen dafür Sorge tragen, dass es auch umsetzbar ist.“ Der Ausschuss für Bildung und Jugend, der für den 12. Juni vorgesehen war, soll nun vorgezogen werden.

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