22-Jähriger im Finale

Junger Halveraner bei Gesangwettbewerb erfolgreich - Vom AFG auf die Bühnen der Welt

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In Action: Timo Stacey aus Halver nimmt am Dienstag am Bundeswettbewerb Gesang in Berlin teil.

Wenn Timo Stacey am kommenden Dienstag um 12.40 Uhr im Konzertsaal Hardenbergstraße der Universität der Künste Berlin auf der Bühne steht, wird er aufgeregter sein als bei den Shows, die er neben seinem Studium spielt.

Der 22-Jährige, der aus Halver kommt, ist nominiert für die Finalrunde des Bundeswettbewerbs Gesang, Sparte Musical. Und die Jury dürfte das fachkundigste Publikum sein, das sich in Deutschland auftreiben lässt. Regisseure, Intendanten, Choreografen, Darsteller. 

Sein komplettes Programm ist eine halbe Stunde lang und besteht im Wesentlichen aus Musical-Songs, aber auch Chansons und Tanz. Die Jury trifft am Tag des Auftritts eine Vorauswahl, sodass er nur zehn Minuten Zeit hat, um sich zu präsentieren und damit einen der hochkarätigen Preise zu erkämpfen. 

Seit dreieinhalb Jahren studiert er an der Universität der Künste. Im kommenden Sommer wird Stacey fertig sein und als professioneller Künstler arbeiten. Musical/Show heißt der Studiengang, den er direkt nach dem Abi am Anne-Frank-Gymnasium gewählt hat. 

Dass es so kam, hat auch etwas mit dem AFG zu tun. Als Kind habe er gerne gesungen und einen Tanzkurs gemacht, erinnert er sich, „sonst war da aber nicht viel“. Das änderte sich in der Musical AG der Schule, wo er die Hauptrolle besetzen durfte. „Da ist das mein Traum geworden.“ 

Was danach kam, war harte Arbeit und „von den Eltern immer Unterstützung“. Gesangsunterricht in Lüdenscheid, Schauspielunterricht in Remscheid und Köln, Tanzunterricht unter anderem in Lüdenscheid in der Ballettschule Klüttermann und in Essen – immer in der Hoffnung, an einer staatlichen Hochschule zugelassen zu werden. „Das war die größte Hürde“, sagt er im Telefonat mit dem Allgemeinen Anzeiger. Für die zehn Studienplätze gab es 300 Bewerber. Timo Stacey wurde angenommen und zog aus Halver, wo Freunde und Familie leben, in die Großstadt. „Ein krasser Schnitt“ sei das gewesen, sagt er im Rückblick. Man müsse sehen, dass man bei sich bleibe im Trubel Berlins, „wo es nichts gibt, was es nicht gibt“. 

Ganz entspannt: Der 22-Jährige beendet im Sommer sein Studium.

Zurzeit blickt er mit Spannung auf den Wettbewerb, für den er sich über einen der Vorläufe qualifiziert hat. Hochkarätige Jurys sichteten dafür bundesweit Kandidaten, die mit ihrer Bewerbung Programm und eine Audio-Datei einreichen mussten. Timo Stacey bekam die Empfehlung und Zulassung für den Hauptwettbewerb, der in der kommenden Woche über drei Tage läuft. 

Wer dem früheren Halveraner also die Daumen drücken will, sollte sich den Dienstag und die Zeit, 12.40 Uhr, merken. Wer ihn in Berlin auf der Bühne sehen möchte, hat dazu noch bis Januar viermal in der Woche Gelegenheit. In der Neuköllner Oper spielt er im neuen Musical Drachenherz, geschrieben von Peter Lund und mit Musik von Wolfgang Böhmer.

Information: 

Der Bundeswettbewerb Gesang ist Europas bedeutendster nationaler Gesangswettbewerb. Die Talente im Alter von 16 bis 30 Jahren haben hier die Möglichkeit, wertvolle Kontakte zu knüpfen, professionelles Feedback zu erhalten und einen der begehrten Preise in Gesamthöhe von mehr als 50 000 Euro zu gewinnen. Krönender Abschluss für die Preisträger ist die große Abschlussgala am 2. Dezember im Friedrichstadt-Palast Berlin.

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