AFG-Schüler berichten von Italien-Austausch

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Frisch zurück aus Cernusco: Lehrer Klaus Bonauer, Lea Drescher (16), Hannah Vormann (14), Bastian Lux (15) und die Lehrer Franz Zibirre und Meike Kümper (von links).

HALVER - Fremdes Land. Fremde Familien. Fremde Sprache. Fremdes Leben. Und jetzt: Freundschaft - und sogar ein bischen Fernweh. Zwei Wochen verbrachten AFG-Schüler in Cernusco, einem Vorort nordöstlich von Mailand. Im September kommen italienische Schüler nach Halver. Doch es fehlen noch einige Betriebe, die ihnen einen Praktikumsplatz bieten.

Die Suche gestalte sich dabei nicht leicht, wie Organisator Klaus Bonauer erzählt. Zusammen mit seinen Kollegen Franz Zibirre und Meike Kümper hat er die Gruppe nach Italien begleitet. Viele heimische Betriebe hätten die Sorge, „nichts mit den Praktikanten anfangen zu können.“ Dabei geht es darum gar nicht primär.

Den Beweis liefert Hannah Vormann. In Cernusco arbeitete die 14-Jährige im Büro eines Industriebetriebs. Sie sortierte mehrere Tage lang Akten alphabetisch. Keine Herausforderung, aber eine Beschäftigung. „Es geht doch darum, dass die Schüler in den Betrieben sind, die Abläufe kennenlernen und die Sprache sprechen“, macht Zibirre deutlich. Er betont, dass die Jugendlichen beim Austausch auf ganz vielen Ebenen wertvolle Erfahrungen machen können.“ Sie gingen alleine in fremde Familien, alleine in die Betriebe - und das ganze in einem fremden Land. Zusätzlich rundet ein vielseitiges Rahmenprogramm den zweiwöchigen Aufenthalt ab. Die Halveraner besuchten einige Städte, beispielsweise Mailand oder Venedig. Schulleiter Paul Meurer betont: „Sie sehen das Land nicht durch die Ferienbrille, sondern erleben das ‘echte’ Italien.“

Auch er hofft, dass im September noch einige Halveraner Firmen Italienern einen Platz bieten: „Die jungen Leute sind sehr engagiert. In Mailand herrscht eine hohe Arbeitslosigkeit. Für die Schüler hat eine Praktikumsbescheinigung aus Deutschland einen hohen Stellenwert und ist für ihre Zukunft wichtig.“

Doch auch aus deutscher Sicht hebt sich ein Auslandspraktikum von einem im eigenen Land ab. Lea Drescher arbeitete zum Beispiel in einem Kindergarten in Cernusco. Die 16-Jährige machte sich zu Beginn Sorgen um ihre Sprachkenntnisse. Doch die italienischen Kinder schlossen sie sofort ins Herz -genau wie ihre Gastfamilie. Und deshalb plant die Halveranerin ihr anstehendes Betriebspraktikum im Sommer in Italien zu absolvieren. Sie hat dort Freunde gefunden. Aus schulischer Sicht kein Problem: „Etwas Besseres können wir uns doch gar nicht wünschen. Das ist einfach toll und genau das macht den Austausch so wervoll“, sagt Franz Zibirre.

Firmen, die italienischen Schülern im September einen Praktikumsplatz bieten möchten, können sich mit Paul Meurer unter der Telefonnummer 0 23 53 / 54 51 in Verbindung setzen. q Lisa Weber

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