Gesundheit im Fokus

MVZ in Halver? Idee nimmt Fahrt auf

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Halver - Die Idee eines Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) nimmt Fahrt auf. Um die Voraussetzungen und Möglichkeiten geht es am Donnerstag, 12. März, im Ausschuss für Kultur, Soziales und Sport. Eine Option dabei: Das MVZ könnte in Form einer Genossenschaft geführt werden.

Im Gespräch ist das Thema seit geraumer Zeit, auch im Zusammenhang mit dem Förderprogramm der Regionale 2025. Ins Handlungskonzept der vier Kommunen Oben an der Volme – Halver, Schalksmühle, Meinerzhagen und Kierspe – und der Gemeinde Herscheid ist das Medizinische Versorgungszentrum bereits aufgenommen. Schwerpunktmäßig hätte hier der Bereich der Telemedizin im Fokus gestanden. 

Die Verbindung zur Regionale 2025 ist allerdings kein Muss. Ein MVZ könnte auch eigenständig geführt werden, so der Diskussionsstand in den beteiligten Verwaltungen. In Halver wollen sich die Beteiligten im Rathaus unter Federführung von Thomas Gehring, Fachbereichsleiter Bürgerdienste, im Fachausschuss am Donnerstag um 17 Uhr (Sitzungssaal) den Arbeitsauftrag der Politik abholen, sich konkret um eine Umsetzung zu kümmern. 

Das beträfe zunächst Rechts- und Organisationsform, Wirtschaftlichkeit, Zulassungsantrag bei der Kassenärztlichen Vereinigung, Genehmigung durch die Kommunalaufsicht, Einbindung Dritter und Haftungsbegrenzung. 

Deutliche Verschlechterung der Versorgungssituation bis 2030

Hintergrund ist, dass die ärztlichen Dachverbände für die kommenden Jahre von einer deutlichen Verschlechterung der Versorgungssituation ausgehen. Bis 2030 sei davon auszugehen, dass bundesweit etwa 6000 Ärzte fehlen werden. Auf der anderen Seite wird die Versorgungssicherheit für die Bürger als kommunale Daseinsvorsorge, aber auch als Standortfaktor für die Stadt im Allgemeinen und die Wirtschaft gesehen. Die „angespannte Versorgungssituation“ schon in den kommenden Jahren zwinge zum Handeln. 

Ein MVZ, das in Halver, möglicherweise aber auch in Kierspe, entstehen könnte, solle dabei nicht als Konkurrenz zur bestehenden Struktur an Allgemein- und Fachärzten, sondern ausdrücklich mit ihnen gemeinsam entwickelt werden, heißt es in der Vorlage für Donnerstag. Für das MVZ bestehe die Möglichkeit, Kooperationen mit den Kliniken in der Region und fachärztlichen Spezialisten einzugehen. Diese Beteiligung und Mitwirkung sei in allen denkbaren Modellen ausdrücklich gewünscht. Unabhängig davon, so heißt es weiter, gebe es in Halver bereits eine Initiative für eine überörtliche Hausarztgenossenschaft. Dabei seien Gespräche über eine mögliche Kooperation, unter Umständen auch eine Einbindung von Spezialisten, noch zu führen. 

Gespräche mit der Ärzteschaft vor Ort

Handlungsbedarf für die Stadt Halver sieht man im Rathaus insbesondere im Bereich der Orthopädie und der kinderärztlichen Versorgung. Gespräche mit der Ärzteschaft in Halver seien bereits geführt worden. Dort werde der Vorschlag einhellig positiv und als zukunftsweisend bewertet. Hartmut Rohlfing als Sprecher der Halveraner Ärzte werde in der Sitzung ebenfalls Stellung nehmen. Das genossenschaftliche Trägermodell ist rechtlich erst seit 2015 möglich. Es erlaube die Einbindung von Gebietskörperschaften, Kliniken und Vertragsärzten und weiteren Dritten. Als erste kommunale Einrichtung dieser Art wurde ein MVZ in Neuenrade ins Leben gerufen – dort aber als Anstalt öffentlichen Rechts als eigenbetriebsähnliche Einrichtung.

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