Gute Vermarktung von Wohnraum in Halver

Viel neuer Wohnraum - Nachfrage bleibt aber ungebrochen

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Am Tannenweg wird es, wenn alle Arbeiten abgeschlossen sind, 63 Wohnungen geben.

Halver - In den vergangenen Jahren ist in Halver einiges an neuem Wohnraum hinzugekommen. Die Vermarktung läuft gut, aber die Nachfrage ist ungebrochen hoch.

Um einem Bevölkerungsrückgang entgegenzuwirken, müsse weiter gebaut werden, sagt Kämmerer Markus Tempelmann. „An der Falkenstraße wird, wenn alles gut läuft, Ende Juli alles ausverkauft sein“, sagt Tempelmann. Damit wären allein dort zwölf Grundstücke für Einfamilienhäuser verkauft worden. 

Im Baugebiet Leyer Sonnenschein ist nur noch eines der insgesamt 22 Baugrundstücke für Einfamilienhäuser unverkauft. Weiterer Wohnraum ist auch an der Hermann-Köhler-Straße hinzugekommen: vier Einfamilienhäuser und 24 Wohneinheiten in Geschosswohnungen, die von Steinbach & Dahlhaus errichtet wurden. 

„Und im Tannenweg werden, wenn alles fertig ist, 63 Wohnungen entstehen“, sagt Tempelmann. Das sind schon 125 Wohneinheiten, zu denen noch einmal etwa 50 weitere am Schmittenkamp hinzukommen. „Dann wären in den Jahren 2012 bis etwa 2022 etwa 175 Wohneinheiten in Halver entstanden“, sagt der Kämmerer. 

175 Wohneinheiten von 2012 bis 2022

Nicht eingerechnet sind dabei die Neubauten in Baulücken und in den beiden Wohngebieten Neuenherweg und Lütgenheide. Die genaue Zahl der Wohneinheiten am Schmittenkamp stehe noch nicht fest, dort werde neben Ein- und Zweifamilienhäusern auch Geschosswohnungsbau möglich sein. In welchem Umfang genau, werde noch in den weitergehenden Beratungen in Ausschüssen und Rat entschieden, sagt Tempelmann: „Wir werden da eine ausgewogene Mischung hinbekommen.“ 

An der Falkenstraße ist voraussichtlich bis Ende Juli auch das letzte der insgesamt zwölf Baugrundstücke verkauft.

Erst jüngst hatte die Stadt zudem eine Baulücke am Schleienweg und eine frühere Spielplatzfläche an der Südstraße als Baugrundstücke vermarktet und dafür Käufer gefunden. „Es war eigentlich angedacht, so die Lücke zwischen dem Verkauf der Flächen an der Falkenstraße und im neuen Baugebiet Schmittenkamp zu überbrücken“, sagt Tempelmann. Nun sei es umso wichtiger, zügig mit der Vermarktung in Oberbrügge beginnen zu können. 

Angebot an bezahlbarem Wohnraum

Das Angebot an bezahlbarem Wohnraum sieht Tempelmann im Zusammenhang mit der Bevölkerungsentwicklung. Vor Kurzem veröffentlichte die Landesstatistikstelle IT.NRW eine Prognose, derzufolge Halvers Einwohnerzahl von 16128 zu Jahrsbeginn 2018 bis zum Jahr 2040 auf 13 372 zurückgehen werde, ein Rückgang von 17,1 Prozent. „Solche Prognosen sind immer in die Zukunft fortgeschriebene Vergangenheitswerte“, schränkt Tempelmann die Aussagekraft dieser Vorhersage ein. 

Die Bevölkerungsprognose hängt somit auch mit der geringen Bautätigkeit der Vergangenheit zusammen. Tatsächlich sei bis vor einigen Jahren wenig in Halver gebaut worden. „Wir haben diesen Trend inzwischen ins Positive gewendet, aber immer noch Aufholbedarf bei den Wohneinheiten“, sagt der Kämmerer. „Unser Ziel ist es, den Rückgang auf jeden Fall abzumildern, wenn nicht gar komplett zu verhindern, also die Einwohnerzahl stabil zu halten.“ 

Wohnraum wird knapper

Neben dem Rückstand beim Neubau von Wohnungen gibt es noch einen weiteren Grund dafür, dass Wohnraum knapper wird: „Die Deutschen beanspruchen deutlich mehr Wohnfläche als früher“, sagt Tempelmann mit Verweis auf Zahlen von IT.NRW. Die Zahl der Wohnungen in NRW – 2018 waren es 9,01 Millionen, 3,4 Prozent mehr als noch 2010 – steigt zwar, zugleich aber auch die Quadratmeterzahl, die jeder einzelne Einwohner beansprucht. 

Im Durchschnitt war 2018 jede Wohnung 90,5 Quadratmeter groß. Jedem Einwohner standen – bei zwei Personen pro Wohnung – somit 45,5 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung, 0,2 Quadratmeter mehr als noch 2017. Gleichzeitig gebe es aber immer mehr Ein-Personen-Haushalte, gibt Tempelmann zu bedenken: „Dadurch brauchen wir immer mehr Wohnraum.“ 

Im Neubaugebiet Schmittenkamp in Oberbrügge sollen etwa 50 Wohneinheiten entstehen.

Damit dieser bezahlbar bleibt, ist allerdings aus Sicht des Halveraner Kämmerers die Mietpreisbremse das falsche Instrument. „Wer meint, man könnte Mietsteigerungen mit einer Mietpreisbremse aufhalten, der irrt.“ Es sei effektiver, wenn Städte die vorhandenen Instrumente – wie das gesetzliche Vorkaufsrecht – konsequent nutzten. Vor allem müsste aber neuer Wohnraum geschaffen werden. Tempelmann: „Das Einzige, was hilft, ist Angebot und Nachfrage wieder ins Gleichgewicht zu bringen und dazu müssen wir mehr bauen.“ Damit das geschieht, müssen auch die Rahmenbedingungen dafür gegeben sein. 

Mietpreisbremse ist falsches Instrument

Den neuen Landesentwicklungsplan der CDU/FDP-Regierung wertet Kämmerer Markus Tempelmann daher als ein positives Signal. Darin wurde der von der Vorgängerregierung festgelegte Grundsatz, den täglichen Flächenverbrauch in NRW im Jahr 2020 auf fünf Hektar und langfristig auf null zu reduzieren, gestrichen. So können Städte wieder neue Flächen für den Siedlungsbau ausweisen. 

Auch die Zustimmung des Bundesrats zu einer Neuregelung der Sonderabschreibungen beim Neubau von Mietwohnungen sei wichtig, sagt Markus Tempelmann. Das Gesetz ermöglicht es privaten Investoren, befristet für vier Jahre fünf Prozent der Anschaffungs- und Herstellungskosten einer neuen Wohnung bei der Steuer zusätzlich geltend zu machen. Der dadurch geschaffene Anreiz für die Schaffung von neuem Wohnraum sei auch für Halver wichtig. „Ich finde es gut, dass in Halver weiter Leute in den Wohnungsbau investieren.“

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